Sonntag, 10. September 2017

Sound-Welten (18/2017)

So wirklich überzeugen wollte mich keines der Alben dieser Prüfserie. Das Album von Pristine gefiel mir wohl noch am besten.

Lola Marsh. Album: Remember Roses (2017). Debut-Album einer israelischen Pop-Band mit Lady am Micro. Im englischen Sprachraum bzw. bei spotify aus mitunter unerfindlichen Gründen anscheinend sehr erfolgreich. Manchmal auf Lana-Del-Rey-Trip wie z.B. bei „Wishing Girl“, manchmal kitschig-poppig oder orchestral, manchmal melancholisch. „Ein buntes Gestrüpp an Folk, Indie, Pop“, meint laut. Guter Song: „Hometown“. SHR: 27 T – 8.886 T. WD: n.v.

Mise En Scene. Album: Still Life On Fire (2017). Zweites Album einer kanadischen Alternative-/Garage-Rock-Band mit Lady am Micro. Zu expressiv-aufdringlich für meinen Geschmack. SHR: 1 T – 82 T. WD: n.v.

Neil Young. Album: Bluenote Café (1989/2015). Eine Live-Doppel-CD aus Archiv-Material von 1989, u.a. mit einer 19-Minuten-Fassung von „Tonight's The Night“ (1975) mit viel Bläser-Einsatz, der auch sonst dieses Album durchzieht. Kann man anhören, aber seine Rockmusik zählten noch nie zu meinen echten Favoriten, auch wenn ich seine Musik vor 25 Jahren schon nicht schlecht fand und damals eine Platte kaufte. SHR: 27 T – 176 T. WD: 466/d.

Oh Wonder. Album: Ultralife (2017). Zweites Album eines britischen ArtPop/Indie-Duos. In England und Kanada sehr erfolgreich, konnte das Duo bisher trotz eines fabelhaften Debuts, das ich mir auch zulegte, hierzulande bisher nicht landen. Das zweite Album ist tendenziell ähnlich, aber poppiger geraten. „Ihr weicher, geschmeidiger Love-Pop will auf die ganz großen Bühnen“, meint fritz. Für mich indes ist der Sound jetzt nicht mehr so interessant, auch wenn der „gedoppelte Gesang“ des Duos natürlich geblieben ist. SHR: 639 T – 15.297 T. WD: n.v.

Pristine. Album: Ninja (2017). Viertes Album einer norwegischen Blues-Rock-Band mit Lady am Micro. „Mit gutem Kalkül wurde ein gutes Sammelsurium aus bluesigen Rock ‚n‘ Roller Fragmenten geschaffen“, meint metalunderground. Nachdem ich mir im letzten Jahr das Vorgänger-Album zulegte, denke ich, auf das neue Album verzichten zu können; es enthält aber aus dem zweiten Album „Regret“ den guten gleichnamigen Titelsong als 11-minütige Live-Version. „Im Ohr“ behalten, sollte man diese Band schon, sie haben definitiv eine gute Sängerin. SHR: 1 T – 8 T. WD: n.v.

Sunflower Bean. Album: Human Ceremony (2016). Debut-Album einer US-amerikanischen Rock-Band. „Auf ihrem LP-Debüt verwirbeln sie schmutzige Grunge-Distortion, Rock’n’Roll-Liebäugeleien und psychedelisch verklärte Erfahrungstrips zu einem bunten Strudel Indie-Zukunft“, sagt intro. Eine vergleichsweise gute Indie-Band, einzelne Songs können gefallen. SHR: 137 T – 2.434 T. WD: n.v.

Thomas Wynn And The Believers. Album: Wade Waist Deep (2017). Drittes Album einer US-amerikanischen Blues- und Southern-Rock-Band. Im deutschen Sprachraum ziemlich unbekannt. Manchmal deftig rockig und stilistisch nicht so meine Richtung. SHR: 1 T – 23 T. WD: n.v.

Waxahatchee. Album: Out In The Storm (2017). Viertes Album einer US-amerikanischen Indie-Rock/Singer-/ Songwriter-Band mit Lady am Micro. Wird oft gelobt, ist mir aber zu geradlinig und mainstreamig. SHR: 118 T – 691 T. WD: 4/d.


SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song.

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige Seite vorhanden.

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs.

Im Kino – Western und andere Filme

Valeska Grisebach's Film Western spielt in den bulgarischen Bergen nahe der griechischen Grenze, eine Gegend, wo wohl kaum jemand bisher gewesen ist. Das ist schon mal lobenswert. Der Film handelt von einem deutschen Bauarbeiter-Trupp, der dort erste Arbeiten für ein Wasserkraftwerk machen soll. Doch die Arbeiten gehen nur schleppend voran, weil Materialien und Wasser fehlen. Viel Freizeit, man kommt in Kontakt mit den Einwohnern eines benachbarten Dorfes.

Es kommt zu Spannungen. Und wie es in machomäßig auftrumpfenden Bauarbeitertrupps so üblich zu sein scheint, gibt es auch unterschiedliche Einstellungen der Protagonisten und hieraus resultierende Spannungen untereinander.

Der Film ist eine Studie über „Kulturkontakt“, wie er zustande kommt, wie und warum Konflikte entstehen, was passiert oder passieren kann, wenn eine Gruppe Männer in eine abgelegene Gegend verpflanzt wird und in der Nähe ein Dorf mit Frauen, Läden etc. ist – und man sich nur sehr mühsam über Sprache verständigen kann. Und das sehr authentisch-glaubwürdig in einem EU-Fall zu schildern, ist der Regisseurin gut gelungen.

Wie eine zugeneigte Ethnologin erkundet Valeska Grisebach die Mischung aus Über- und Unterlegenheitsgefühlen: die deutsche Fremdenfeindlichkeit in der Fremde“, meint die zeit.

Nur zu einem „richtigen Ende“ wollte der Film wohl nicht kommen.

Juan Carlos Medina's Film The Limehouse Golem nach einem 1994 geschriebenen Roman von Peter Ackroyd kreist um ein Londoner Komiker-Theater gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Es gibt grausige Morde im Umfeld des Viertels. Ein Kommissar ermittelt, verfolgt Spuren, will eine Frau vor dem Galgen retten, deren toter Mann vielleicht der Serienkiller war.

Der Film punktet visuell mit sepia-düsteren Bildern, wirkte auf mich aber trotz mitunter blutigem Geschehens etwas spannungsarm und blutleer.

Eine Kriminalgeschichte, in die sich ein finsteres Grauen schleicht, das seine eigenen Geschichten erzählt, das aus all den Geschichten eines Ortes erst entstanden ist und das sich wie eine Schlinge um seine Figuren legt“, meint kino-zeit.

Calin Peter Netzer erzählt in Ana, Mon Amour ein in Bukarest spielendes Beziehungsdrama, das im StudentInnen-Milieu beginnt und Jahre später nach Familiengründung endet. Ana, die unter Angstattacken leidet, findet in dem jungen Mann einen Beschützer, der diese Rolle willig annimmt. Andere Medikamente und Psychoanalyse helfen der Frau mit der Zeit, doch mit deren zunehmender Unabhängigkeit wird der Mann dann nicht fertig, wird zunehmend paranoid und Überwachungsfreak - und muss sich schließlich ebenfalls einer Psychoanalyse unterziehen.

Zum Teil interessanter, etwas anstrengender Problem-Film mit „schrägen“ religiösen Bezügen. Bei der Beichte lässt man sich vom Priester beraten.

Ein komplexes Portrait einer ungesunden Liebesbeziehung“, meint uncut.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Western: ja, vielleicht.
The Limehouse Golem: tendenziell eher unwahrscheinlich.
Ana, Mon Amour: tendenziell eher unwahrscheinlich.

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