Filme

Donnerstag, 16. Februar 2017

Im Kino – Die Hölle und andere Filme

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Stefan Ruzowitzky's Film Die Hölle handelt von einer meist verschlossenen, ruppigen, manchmal aggressiven Wiener Taxifahrerin (Violetta Schurawlow) türkischstämmiger Herkunft, die sich einerseits kämpferisch zu wehren weiss, andererseits zufällig Zeugin eines brutalen Ritualmordes im eigenen Wohnhaus wird und dann um ihr Leben fürchten muss. Der streckenweise bemerkenswert rasant inszenierte Film zeigt Wien meist in einem eher düster-regnerischen Licht. Die Hauptprotagonistin überzeugt schauspielerisch in ihrer Rolle.

Elektrisierende Spannung und rasanter Schnitt, eine beklemmende Atmosphäre, ästhetisch-stimmige Bilder und ein mysteriöser Killer lassen bei diesem gewaltvollen Genrefilm das Blut in den Adern gefrieren“, sagt die abendzeitung-muenchen.

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M. Night Shyamalan's irgendwo zwischen Psycho- und Phantastik angesiedelter Film Split erzählt von einem Psychopathen, in dessen Kopf 23 Persönlichkeiten leben, von denen mal diese, mal jene die Oberhand gewinnt. Der Psycho entführt drei junge Frauen und sperrt sie in eine Wohnzelle. Ab und zu kommt er vorbei, um sie zu versorgen, wobei freundliche, pedantische oder auch leicht debile Persönlichkeiten gerade die Oberhand haben und sein Verhalten bestimmen.

Die Frauen versuchen die Flucht, doch in der verzweigten weitgehend unterirdischen Anlage mit zahlreichen Versorgungsgängen und Räumen finden sie nicht raus. Der Film nimmt eine düstere Entwicklung, denn es gibt noch eine 24. Persönlichkeit, ein Ungeheuer, das die Oberhand zu gewinnen sucht.

Der Film ist relativ spannend gemacht. „Gut inszenierte Spannung mit einem etwas herben Nachgeschmack“, meint kino-zeit. Irgendwie sind die NebendarstellerInnen vielleicht zu langweilig und die Atmosphäre nicht unheimlich genug.

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Pablo Larraín's Film Jackie schildert die Ermordung von J. F. Kennedy 1963 und insbesondere die Wochen danach aus der Perspektive seiner Frau. Auch ein paar Rückblicke aus der Zeit davor im Weißen Haus gibt es. Das ist relativ gut inszeniert und Natalie Portman's Oscar-Nominierung wahrscheinlich verständlich, aber nur im letzten Drittel ist der Film einigermaßen ergreifend.

Was wäre John F. Kennedy ohne seine Frau Jacqueline gewesen? Das sensationelle Filmporträt ... zeigt, wie sehr sie sein Erbe, aber auch die heutige Politik mit ihren Inszenierungen geprägt hat“, meint der spiegel.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Die Hölle: ja, vielleicht.
Split: tendenziell eher unwahrscheinlich
Jackie: tendenziell eher unwahrscheinlich.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Im Kino – Manchester By The Sea und andere Filme

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Kenneth Lonergan's Film Manchester By The Sea spielt überwiegend in dem gleichnamigen verschlafenen Städtchen, das an der Ostküste der USA nordöstlich von Boston liegt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Mann (Casey Affleck), der in diesem Städtchen lange gelebt hat und gezwungenermaßen aus Boston, wo er als Hausmeister arbeitet, dorthin vorübergehend zurückkehren muss, um die Angelegenheiten zu regeln, als sein Bruder an Herzversagen stirbt.

Gleichzeitig sieht er sich gezwungen, die Vormundschaft für seinen jugendlichen Neffen zu übernehmen.

Tod, Trauer, Wut, Freundschaft und Familienschicksale verhandelt der in melancholischen Untertönen daher kommende Film gekonnt. In Rückblenden, die eine traumatische Geschichte offenbaren, wird deutlich, warum er dort nicht mehr leben will.

Es ist die Alltäglichkeit, die Lonergan interessiert und die er in sorgsam komponierten Tableaus untersucht“, konstatiert die zeit.

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Stefano Sollima's Film Suburra spielt in Rom. Ein Politiker gerät unter Druck, weil eines seiner kokainlastigen Sexspielchen tödlich für eine junge Frau endet und er sich bei der Beseitigung der Leiche fremder Hilfe bedienen muss, die ihn erpressbar macht. Bei der versuchten Lösung des Problems eskaliert die Geschichte, da weitere Personen zu Schaden kommen. In diesem ansprechend-routiniert gemachten Mafia-Politdrama gibt es ziemlich viele Tote, doch es fehlt – außer am gelungenen düsteren Ende des Films – an Emotion.

Das Hauptproblem italienischer Mafiafilme ist aber vielleicht auch, dass uns diese Geschichten nicht mehr allzu viel Neues erzählen können.

In Suburra verbindet Sollima den gnaden­losen nihi­lis­ti­schen Realismus von Matteo Garrones in Neapel spie­lendem Mafiaepos Gomorra mit der opern­haften Opulenz von Paolo Sorren­tinos zynischen Blick auf die Römer High Society in La grande bellezza zu einem gefähr­li­chen Amalgam, das glei­cher­maßen faszi­nie­rend, wie erschre­ckend ist“, meint artechock.

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Park Chan-wook's Film Die Taschendiebin spielt in den 1930er Jahren in Korea. Eine junge Frau wird in ein großes Herrenhaus als Dienstmädchen der Herrin eingeschleust, um der Dame einen falschen Grafen schmackhaft für die Heirat zu machen. Ziel ist, an ihr Vermögen zu kommen. Doch in diesem intrigantem Spiel bleibt lange Zeit unklar, wie die Karten gemischt sind, denn die beiden Frauen beginnen eine heftige Liebesaffäre. Die Erotik mit leichtem Sado-Maso-Touch spielt auch sonst in diesem Film eine große Rolle. Marquis de Sade lässt grüßen.

Visuell mit schönen Settings in viktorianisch- koreanischem Stil ausgestattet, wirkte der zweieinhalbstündige Film auf mich jedoch etwas zu artifiziell-blutleer.

Ein brillantes Spiel um Verführung und Verbrechen“, titelte hingegen der spiegel.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Manchester By The Sea: ja, wahrscheinlich.
Die Taschendiebin: ist nicht ausgeschlossen.
Suburra: tendenziell eher unwahrscheinlich.

Montag, 30. Januar 2017

Die besten Filme im Kinojahr 2016

Eine rein subjektive Bewertung ist dies - selbstverständlich. 66 Filme sah ich im Kino in 2016, weniger als die zwei Jahre zuvor, aber mehr als in 2013. Odeon, OFF, Filmpalette und Cinenova waren meine meistbesuchten Kinos (79 %), wobei auf mein Stadtteil-Kino der deutlich größte Anteil entfällt (32 % insg.).

Die aus meiner Sicht besten 22 Filme möchte ich hier noch kurz in alphabetischer Order nennen:

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Pan Nalin's Film 7 Göttinnen erzählt von sieben jungen Frauen, die sich in Goa im Haus einer der Frauen treffen, um von dieser über ihre Heirat unterrichtet zu werden. Das Geheimnis zu lüften, dauert mehrere Tage, in denen miteinander gefeiert und im Haus gelebt wird. In dieser Zeit wird deutlich, dass alle Frauen private und/oder berufliche Probleme haben, die sie meist auch den Freundinnen verheimlicht hatten. Meist sind das sexistische Verhalten der Männer und überkommene Rollenmuster Schuld an den Problemen. Als eine der Frauen am Strand vergewaltigt wird und stirbt, nehmen die anderen Frauen das Gesetz selbst in die Hand. Eine seltsame Mischung zwischen Feel-Good-Movie, feministischem Problemfilm und Rachedrama.

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Mia Hansen-Løve's Film Alles was kommt ist ein schöner, gemütlicher Frankreich-Film. Er spielt in Paris, in der Bretagne (in einem Ferienhaus) und in den französischen Alpen (bei einer Landkommune) und handelt von einer Philosophielehrerin, deren Leben aus den Fugen gerät, weil relativ plötzlich - jedenfalls zeitlich nah beieinander – die Mutter zunehmend ihren Depressionen verfällt, ihr Mann sie verläßt und ihr Verlag neue Gestaltungswünsche für ihre Schulbücher hat. Diese Beziehungsgeschichten werden alle sehr überzeugend und natürlich in Szene gesetzt, ohne dass die Welt zusammenbricht. Visuell ansprechende Orte und Wohnungen prägen außerdem den Film.

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Tobias Lindholm's Film A War erzählt zunächst von einer dänischen Truppe, die zur Friedenssicherung in einem kleinen Camp in Afghanistan weilt und tagsüber in minenverseuchtem Gelände auf Patrouille geht, um die Dorfbewohner vor den Taliban zu schützen. Doch der Feind, oft unsichtbar, ist meist nachts unterwegs, und nachts können auch die Dorfbewohner nicht geschützt werden. Als der Trupp eines Tages in eine Falle gerät, ruft der Kommandant Luftunterstützung herbei, mit deren Hilfe der Trupp weitgehend ungeschoren davon kommt. Doch dann tauchen Bilder auf, die tote Kinder und Frauen in den Trümmern zeigen, und der Kommandant wird vor dem Militärgericht in der Heimat wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt. Der Film besticht durch authentische Bilder und überzeugende DarstellerInnen in einer Gemengelage zwischen Familienleben, schwierigen Einsätzen im Kriegsgebiet und Gerichtsverfahren.

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John Crowley's Auswanderer-Drama Brooklyn spielt Anfang der 1950er Jahre. Eine junge Frau kann über kirchliche Beziehungen mit einem Dampfer nach New York auswandern. Sie kommt in einen Frauenhaushalt, arbeitet als Verkäuferin in einem Nobelgeschäft, hat schreckliches Heimweh. Doch bald lernt sie einen italienischen jungen Mann kennen. Doch dann stirbt überraschend ihre Schwester in Irland, so dass die Mutter dort alleine ist. Sie heiratet noch schnell heimlich den Italiener und fährt – geplant für einen Monat - nach Irland, um ihrer Mutter beizustehen. Dort lernt sie einen anderen Mann kennen. Eine sehr schöne Liebesgeschichte.

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An Matt Ross' Film Captain Fantastic kann man mitunter schon seine Freude haben. Die Eltern ziehen sich für Jahre mit ihren Kindern auf ein gekauftes größeres Waldstück in die Wildnis zurück, um hier nach ihren Vorstellungen als Jäger und Sammler mit ein bisschen Öko-Feldbau, aber auch mit Büchern etc. möglichst natürlich zu leben und ihre Kinder entspechend ideologisch zu erziehen. Doch als die Mutter stirbt und sie zur Beerdigung wollen, muss die Rest-Familie zurück in die Zivilisation. Die Familie macht sich auf in einem eigenen Bus und trifft auf die naturentfremdet lebenden Verwandten. Die Hühnchen auf dem Mittagstisch sind dann natürlich gleich ein dankbares Thema der Kinder in Hinblick auf die Art und Weise und mit welcher Waffe die Hausfrau sie wohl getötet haben mag. Es wird im Film so allerlei radikal-fundamentalistisches Gedankengut ausgesprochen.

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AKIZ erzählt in seinem in Berlin spielenden Film Der Nachtmahr von einer jungen Frau, die mit ihren Freundinnen häufig in technoiden Tanzclubs zu Gast ist, sich aber zunehmend von Visionen, Traumsequenzen und einem Nachtmahr bedroht fühlt, der sich bald zu Hause bei ihren Eltern ausbreitet und des nachts schmatzend den Kühlschrank plündert. Sie wird natürlich für verrückt gehalten, da zunächst nur sie das Wesen hört und sieht. Doch eines Nachts stürmen die Eltern in ihr Zimmer und bekommen den Nachtmahr zu Gesicht. Ein interessanter Underground-Film, und für deutsche Verhältnisse schon ziemlich ungewöhnlich!

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Antoine Fuqua wagt sich mit seinem Western Die glorreichen Sieben an die Wiederauflage eines berühmten Klassikers von John Sturges aus dem Jahr 1960. Einige Details der ursprünglichen Rahmenhandlung werden variiert. So ist es hier kein mexikanisches Bauerndorf, das verteidigt werden will, sondern ein amerikanisches „weißes“ Siedlerdorf. Und es geht den Banditen auch nicht um die alljährliche Ausraubung der Dorfbewohner, sondern um deren Vertreibung und die Landaneignung durch einen skrupellosen Bergbau-Baron. Im Ergebnis ist es wahrscheinlich kein besserer, dennoch ein durchaus sehenswerter Film geworden, der mit wilden Schießerei aufwarten kann und mit guten SchauspielerInnen besetzt ist.

 photo yy_Insel_der_besonderen_Kinder_zpsapsysg7s.jpgTim Burton's Film Die Insel der besonderen Kinder erzählt von einem Jungen, dessen Aussagen in Zusammenhang mit dem grausigen Tod des Großvaters ihn zunächst in die Psychiatrie bringen. Doch später verfolgt er die Spuren des Großvaters zu einer kleinen britischen Insel, um dort eine Art Waisenhaus für Kinder mit besonderen Fähigkeiten zu suchen. Das Waisenhaus findet er als Ruine im Moor vor, jedoch verbirgt sich mehr dahinter, denn die ehemaligen Bewohner werden dort in einer Zeitschleife im Jahr 1940 festgehalten. Er findet Zugang, lernt die Kinder kennen, erfährt die Geschichte seines Großvaters, aber auch von den Ungeheuern, die den Bewohnern nach dem Leben trachten.

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Hannes Holm's Film Ein Mann namens Ove erzählt in sentimental-romantischen Tonfall von einem einsamen, verbitterten und bissigen alten Mann in einer kleinen schwedischen Vorstadtsiedlung, der pedantisch über die Ordnung in der Straße wacht, bis eine iranisch-schwedische Familie ins Haus gegenüber einzieht und ihn „aufweckt/auftaut“. Nebenbei unternimmt er halbherzige Freitod-Versuche und denkt – in Rückblenden - an seine verstorbene Frau. Es ist ein gemütlich anzusehender Film mit boshaft-bissigen Kommentaren seines Protagonisten zum Verhalten seiner unmittelbaren Nachbarn.

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François Ozon's Film Frantz spielt 1919 unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg. Frantz, ein Franzose, besucht Quedlinburg und dort speziell ein Grab. Er wird beobachtet. Später lernt er die Familie kennen, gibt sich als Freund des Toten auf dem Friedhof aus. Die Schwester des Toten empfindet Sympathie für den Franzosen, sucht ihn später in Frankreich auf. Doch die Wahrheit in der Geschichte ist unangenehm – anders, als sie Frantz zunächst erzählt hat. Vielleicht auch einer der besten Filme, die ich überhaupt je zum Thema „Schuld und Sühne“ gesehen habe. Authentisch wird die Nachkriegszeit dargestellt, auch die Gräben zwischen den beiden Nationen, die kurz vorher Krieg gegeneinander geführt haben.

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Doris Dörrie's Film Grüße aus Fukushima handelt von Traumata, Geistern, Teezeremonie und japanischer Lebensart. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die nach Japan reist, um ihren Trennungsschmerz zu verarbeiten. Anfangs arbeitet sie in der Gegend von Fukushima als Clown, folgt dann jedoch einer traumatisierten Frau in ihr abgelegenes halbzerstörtes Haus, um beim Aufräumen zu helfen. Die Frau entpuppt sich als Geisha und bringt der Deutschen ihre japanischen Sitten bei. Nachts erscheinen die Geister der Toten. in diesem Schwarzweiss-Film überzeugt die melancholische und spezifisch japanische Atmosphäre.

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Naomi Kawase's Film Kirschblüten und rote Bohnen kreist um einen kleinen Gastronomie-Laden. Eines Tages kommt eine alte Frau und bewirbt sich um einen Aushilfsjob. Der Mann ist allein wegen ihres Alters nicht überzeugt, doch als die alte Frau seinen Bohnenbrei kritisiert und ihm am nächsten Morgen ihren Bohnenbrei zum Kosten vorbei bringt, stellt er sie ein, und sie kochen langwierig in den frühesten Morgenstunden zusammen den Bohnenbrei. Die neuen Pfannkuchentaschen werden ein voller Erfolg. Doch die alte Frau hat körperliche Deformierungen an den Händen, und als sich herumspricht, dass diese von einer Lepraerkrankung stammen, bleiben die Kunden aus. Ein kleiner sinnlich-sentimentaler japanischer Film, der aber zunehmend düsterer wird.

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Catherine Corsini's Film La Belle Saison - Eine Sommerliebe erzählt eine romantische, aber auch lebensnahe lesbische Liebesgeschichte, die Anfang der 1970er Jahre in Frankreich spielt – sowohl in Paris als auch auf dem Lande. Der Film fängt anfangs sehr anschaulich das Lebensgefühl junger feministischer Pariserinnen ein, die in vielfältigen Aktionen für die Gleichberechtigung kämpfen. Hier lernt eine junge Studentin vom Lande auch ihre neue Geliebte kennen. Später erleidet der Vater des Mädchens einen Schlaganfall, und sie entscheidet, zurück auf den Hof zu gehen. Ihre Pariser Freundin kommt nach. Sie führen ihre Liebesbeziehung zunächst geheim weiter, doch sie sind ziemlich unvorsichtig und fliegen auf.

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Alberto Rodríguez' relativ düsterer Film La Isla Minima spielt um 1980 in der Delta-Landschaft des Guadalquivir (Andalusien) und besticht vor allem mit Atmosphäre und Bildern aus einer eigentümlichen Agrarlandschaft. Zwei Kommissare, von denen der eine eine dunkle Vergangenheit hat, werden dort hingeschickt, um nach zwei verschwundenen Mädchen zu forschen. Sie finden die ermordeten Mädchen und beginnen mit Nachforschungen in deren Bekanntenkreis, die sich zunehmend als gefährlich erweisen. Atmosphärisch überzeugend.

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Lee Tamahori's Film Mahana - Eine Maori-Saga spielt im Neuseeland der 1950er Jahre und handelt von zwei konkurrierenden Maori-Clans, die im Schafe-scheren-Geschäft ihr Geld verdienen. Das war schon damals Akkord-Arbeit im Auftrag der weißen Herren. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Patriarch der einen Familie, der die gesamte Großfamilie diktatorisch leitet und über alles entscheidet – auch beispielsweise, ob die Enkel ins Kino gehen dürfen. Durch die Sturheit eines Enkels, der sich häufiger mal widersetzt, kommt es zunehmend zu Spannungen, die dazu führen, dass ein Teil der Großfamilie ausgestoßen wird. Doch sie dürfen in das verlassenen und baufällige Haus der Großmutter ziehen und treten fortan als Kokurrenten auf. Relativ episch in Szene gesetzt.

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Bill Condon's Film Mr. Holmes erzählt vom letzten Fall des Detektivs. Dieser ist nunmehr 93 Jahre alt und lebt seit über 30 Jahren mit einer Haushälterin und deren Sohn in einem Anwesen nahe dem Meer. Vor allem kümmert er sich um seine Bienenzucht. Vergeßlichkeit und Gebrechlichkeit machen sich breit in seinem Leben, und er weiss auch nicht mehr, weshalb er seinen Detektiv-Job an den Nagel hing. Es hing mit einer jungen Frau zusammen, etwas Schlimmes muss passiert sein, und dieses Rätsel muss er vor seinem Tod noch aufklären. Ein Junge, fasziniert von dem alten Detektiv und dessen manchmal noch funktionierender Kombinationsgabe, hilft ihm, sich zu erinnern.

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Der türkisch-französischen Regisseurin Deniz Gamze Ergüven gelang mit Mustang ein sehr schöner, trotz ernster Problematik leichtfüßig daher kommender Debut-Film. Er spielt in der Gegend von Trabzon an der türkischen Schwarzmeerküste und handelt von 5 Mädchen, die vom Onkel bei der Tante in ein Haus eingesperrt werden, nachdem sie den sehr traditionsverbundenen Dorfbewohnern durch ungezwungene Freizügigkeit unangenehm aufgefallen sind. Fortan versucht die Tante, die Mädchen traditionell zu erziehen und schnellstmöglich zu verheiraten, wofür gelegentlich Gäste ins Haus eingeladen werden. Das geht weitgehend und zum Teil auch tragisch daneben, denn die Mädchen wehren sich.

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Quentin Tarrantino's Western The Hateful Eight erzählt von einem Kopfgeldjäger, der seine gefangene Mörderin in einer Kutsche mitführt, um sie dem Henker in einer Kleinstadt zu übergeben und die Belohnung zu kassieren. Ein Schneesturm droht, zwei weitere Passagiere werden während der Fahrt mitgenommen, und man muss Zuflucht in einer abgelegenen Krämerhütte suchen. Dort haben sich schon andere Gäste hin geflüchtet. Ggegenseitiges Mißtrauen bestimmt die Stimmung und schlägt bald in Gewalt um.

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Alejandro González Iñárritu's Survival-Drama The Revenant kommt mit epischer Gewalt daher. Die Geschichte spielt im 18. Jahrhundert. Pelztierjäger sind in wilden, kaum besiedelten Bergen am Fuße der Rocky Mountains unterwegs. Sie werden von Indianern angegriffen. Später wird der Haupt-Protagonist der Geschichte von einem Bären schwer verletzt. Zunächst nehmen die Anderen ihn auf einer Trage mit, doch der Weg ist weit und unsäglich, Schnee fällt. Sie lassen ihn mit drei Bewachern zurück, darunter sein Sohn, der jedoch ermordet wird. Die beiden Anderen machen sich aus dem Staub. Auf sich allein gestellt, beginnt für den Protagonisten der Kampf ums Überleben, gegen Eis, Schnee, Kälte, Hunger, Indianer und Banditen. Rachegedanken sind die treibende Kraft. Schließlich kommt es zum finalen Showdown.

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In Maren Ade's Film Toni Erdmann geht es um einen Vater, der das Leben seiner Tochter hinterfragt. Die Tochter arbeitet in einer Unternehmensberatung und wickelt beispielsweise Firmen ab. Da erscheint der Vater dann schon mal mit Perücke oder Kunstgebiß auf den hochrangigen Verhandlungen sogar im Ausland, gibt sich als ihr Vater oder als Coach oder Chef aus und erzählt Unsinn. Hochnotpeinliche Situationen entstehen. Der Film erzählt aber keineswegs nur Blödsinn, vielmehr zeigen die Szenen aus der Berufswelt schon bemerkenswert treffend, dass sich die Regisseurin dort auskennt.

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Fatih Akin's Sozial- und Jugenddrama Tschick erzählt von zwei Außenseiter-Jungen in Berlin, von denen der eine viel und der andere wenig Selbstvertrauen hat. Nach einigen schrägen Schul- und Elternszenen, machen sie sich zu Beginn der Schulferien mit einem geklauten Wagen auf in Richtung Walachei, haben aber z.B. keine Landkarte dabei. Unterwegs, in einer Industrieruine, wo sie eigentlich einen Schlauch suchen, um Benzin für ihren Wagen zu klauen, finden sie noch ein Mädchen, das sie auch mitnehmen. Etwas schräg und daher auch witzig, mit einigen guten Schauplätzen und einem passenden Rap-Deutschpunk-Soundtrack ausgestattet, überzeugen vor allem die SchauspielerInnen.

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Nicolette Krebitz' Film Wild handelt von einer jungen Frau in Halle, deren Leben in Richtung Verwilderung gänzlich aus dem Ruder läuft. Sie hat Probleme mit ihrem sterbenden Opa und ihrer ausgezogenen Freundin, aber richtig aus dem Ruder läuft ihr Leben erst, als sie auf dem Weg zur Arbeit einen Wolf sieht und diesen später einfängt und in ihre Wohnung schafft. Der Wolf wird zwar zutraulicher, ruiniert die Wohnung aber total und in gleichem Maße verwildert die Frau und gibt sich ihrem Chef schließlich auf dem Schreibtisch hin. Der Film ist sehenswert, für deutsche Verhältnisse vielleicht sogar außergewöhnlich.

Von den Filmen, die ich gesehen habe, war „The Revenant“ auf Platz 8 der kommerziell erfolgreichste Film vor „The Hateful 8“ auf Platz 26, „Die Insel der besonderen Kinder“ auf Platz 37, „Toni Erdmann“ auf Platz 40 und „Tschick“ auf Platz 45. Die Besucher-Charts erstaunen mich immer wieder.

Link: Die besten Filme im Kinojahr 2015.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Im Kino – Die Blumen von gestern und andere Filme

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Chris Kraus' Film Die Blumen von gestern erzählt von einem deutschen Holocaust-Forscher (Lars Eidinger), der – auch aufgrund der eigenen Täter-Familien-Historie - psychische Probleme hat, in einem Kongress-Gremium sitzt und in seiner aufbrausenden Art überall aneckt. Als ihm eine Praktikantin (Adèle Haenel) mit Opfer-Familien-Historie zugeteilt wird, spitzen sich die Probleme zu, zumal eine zwischenmenschliche Beziehung entsteht, aber beide noch andere sexuelle Beziehungen pflegen.

Die Hauptprotagonisten im Film überzeugen schauspielerisch einigermaßen, die Inszenierung hat zumindest in der ersten Hälfte des Films viel Witz und gelungene Szenen, auch wenn sie irgendwie „typisch deutsch“ wirkt. Die erzählerische Kraft verblaßt jedoch im letzten, überhastet zu Ende gebrachten Drittel.

Die Qualität von „Die Blumen von gestern“ ist, dass der Film ein scheinbar gründlich durchdekliniertes Thema auf erfrischende Weise neu betrachtet, indem er es strikt persönlich behandelt und in seinen neurotischen Figuren die verstörenden Facetten in all ihrer Ambivalenz zum Klingen bringt“, meint der general-anzeiger-bonn. Aber es gab auch schlechte Kritiken.

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Davy Chou's Film Diamond Island spielt weitgehend in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh, was diesen Film schon mal zu etwas Besonderem macht. Erzählt wird von jungen Männern und Frauen und was sie dort so treiben, wobei ein „Junge“ im Mittelpunkt steht, der vom Dorf in diese Stadt zieht und dort auf einer riesigen Baustelle auf der Flussinsel Diamond Island arbeitet. Er trifft auch seinen Bruder, der schon vor Jahren das Dorf verlassen und sich nie wieder gemeldet hat.

Abends ziehen sie manchmal durch angesagte Locations, denn der Bruder hat ein Moped und offensichtlich auch mehr Geld. Kontakte zu scheuen Mädchen, die aber gern auf einem Moped mitfahren, versuchen sie auch einzufädeln.

Es hat selten zuvor einen so authentischen Film über die Menschen in Kambodscha gegeben“, meint blank-passau. Gut möglich, aber der Geschichte selbst fehlt es dennoch an „erzählerischer Substanz“. Ein interessanter Film ist dennoch.

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Xavier Dolan's Film Einfach das Ende der Welt ist mehr etwas für eingefleischte Cineasten, als dass diesen Film die große Masse interessieren könnte. Es geht um einen jungen Mann, der früh die Familie verlassen hat und sich nach 12 Jahren erstmals wieder blicken lässt. Es geht um Blicke, Gesten, Emotionen und Streit in diesem Film, eine Geschichte hingegen wird nicht erzählt. Wer denkt, irgendetwas Erhellendes über die Hintergründe der langen Abwesenheit zu erfahren, wird enttäuscht. Ob der junge Mann nun im Kreis der Familie sitzt oder Einzelgespräche führt, kein Gespräch führt diesbezüglich zu einem Ziel. Und nach einigen Stunden haut er wieder ab.

Das ist alles sicher so gewollt vom Regisseur, nichtsdestotrotz ist nicht nur mir - trotz emotionalen Tiefgangs - unklar, weshalb der Film so manch' sehr gute Kritik bekommen hat.

Sprache, erzählt dieser Film, kann eine große Vergeblichkeit sein, Kommunikation eine Endlosschleife, eine einzige Qual“, meint der tagesspiegel.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Die Blumen von gestern: ist nicht gänzlich auszuschliessen.
Diamond Island: tendenziell eher unwahrscheinlich.
Einfach das Ende der Welt: tendenziell eher unwahrscheinlich.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Im Kino – Nocturnal Animals und andere Filme

In Tom Ford's Thriller Nocturnal Animals bekommt eine beruflich erfolgreiche Frau (Amy Adams) überraschend den ersten, ihr gewidmeten Roman ihres Ex-Mannes zugesandt und gerät beim Lesen des Buches psychisch aus dem Gleichgewicht, da sie sich und ihre Tochter als Teil der brutalen Handlung wiedererkennt. Verfilmt ist zu einem Großteil auch das, was sie liest, der Film wechselt daher häufiger unvermittelt zwischen ihrem realen Leben und der Buchgeschichte und wahrscheinlich auch noch zu einer dritten Ebene, die Erinnerungen an ihre Beziehung mit dem Mann sind.

Die Buchgeschichte sorgt für die Thriller-Elemente des Films. Sie handelt davon, dass die junge fiktive Familie auf einer einsamen nächtlichen Straße in die Gewalt von Bösewichten fällt, die ihr Auto an den Straßenrand abgedrängt und nichts Gutes im Sinn haben.

Ein spannender, beunruhigender Film mit Tiefgang auch in den Dialogen, dessen Schlusspointe zu gefallen weiss, ist das schon. Normalerweise bin ich allerdings kein Fan von Psycho-Thrillern, weder in Buch- noch in Filmform.

Das Schöne und das Grausame stehen in diesem Psychothriller permanent nebeneinander“, meint die zeit.

Christian Schwochow's Film Paula erzählt aus dem Leben der deutschen Malerin Paula Modersohn-Becker (1876-1907) und behandelt ca. die letzten 7 Jahre, in der sie in einer Künstlerkolonie in Worpswede und später zeitweise in Paris gelebt hat. Auch in diesem Film geht es – wie kürzlich in „Marie Curie“ – wesentlich um die Anerkennung der Leistungen in einem von Vorverurteilungen geprägten und insoweit frauenfeindlichen Umfeld.

Der Film plätschert ordentlich gemacht, aber nicht prickelnd-spannend oder innovativ und ohne ausgeprägte Höhepunkte so dahin, auch wenn die Hauptprotagonistin aus meiner Sicht mit Carla Juri recht gut besetzt ist.

Ich betrachte solche Filme immer auch als Geschichtsstunde. Das ist natürlich bei Kinofilmen immer gefährlich. Auch bei diesem Film gibt es Kritik hinsichtlich der Frage, ob der Film die biographischen Tatsachen angemessen rüber bringt, z.B. nachzulesen bei kino-zeit.

Paolo Virzi's Film Die Überglücklichen erzählt von zwei grundverschiedenen Frauen – die eine überdreht und aus reichen Verhältnissen, die andere depressiv -, die als „Gast“ einer noblen psychiatrischen Heilanstalt in Italien die erste Gelegenheit nutzen zu flüchten und dann Chaos bei der Verwandt- und Bekanntschaft verbreiten. Über weite Strecken überdreht, ist der Film zwar kurzweilig anzusehen, aber überzeugend fand ich nur die ernsteren ca. 20 letzten Minuten des Films.

Bruni Tedeschi dominiert diesen Film ziemlich großartig vom Rande des Nervenzusammenbruchs aus, und manchmal hat man den Eindruck, würde sie auf einmal nicht mehr quatschen, auch der Film fiele vollkommen in sich zusammen,“ meint critic. Mag sein, aber in diesem Film quatscht sie dennoch zu viel.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Nocturnal Animals: ja, vielleicht.
Paula: tendenziell eher unwahrscheinlich.
Die Überglücklichen: tendenziell eher unwahrscheinlich.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Im Kino – Arrival und andere Filme

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Denis Villeneuve's SF-Film Arrival erzählt von einem First Contact mit einer außerirdischen Intelligenz, nachdem 12 Raumschiffe an verschiedenen Orten der Welt „Station“ bezogen haben. Das Militär baut am amerikanischen Landeplatz eine Basis auf und holt einen Physiker und eine Linguistin als Leiter eines Forschungsteams herbei, um eine Verständigung mit den Aliens herbeizuführen. Über einen „Fahrstuhl“ werden sie ins Raumschiff befördert und stehen dort vor einer „Glaswand“.

Hinter der Glaswand sind die tintenfischartigen Aliens in einer nebligen Atmosphäre zu sehen. Die Glaswand ist gleichzeitig Projektionsfläche des Austausches von „Schriftzeichen“.

Es ist sowieso schon einmal generell lobenswert, wenn ein SF-Film als Konfliktlösungsstrategie keine sinnlose Ballerei anbietet. Dieser Film punktet – abgesehen von der ethnologischen Herangehensweise - aber auch visuell. Da hier ein möglicher Konflikt großer Tragweite gelöst wird, strahlt der Film auch etwas Hoffnung aus, die man in Anbetracht der weltpolitischen Zustände auf unserer realen Welt schon weitgehend verloren hat.

Irgendwie wirkt der Film mystisch wie eine unheimliche Begegnung der dritten Art, um auf Spielberg's Klassiker anzuspielen. Villeneuve hat sich einmal mehr (nach „Sicario“, 2015) als einer der herausragenden Regisseure der letzten Jahre erwiesen.

Die entstehende Atmosphäre vager Grenzen, in denen sich Zeit, Gewissheiten und Konflikte auflösen, durchzieht den ganzen Film“, meint critic.

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Filme, in denen ein Hund im Verdacht steht, eine Hauptrolle zu spielen, gucke ich normalerweise nicht. Nach Jim Jarmusch's Film Paterson, in dem eine von diesen kleinen Doggen subversiven Charakter zeigt, sollte ich meine Einstellung vielleicht überdenken. Ansonsten handelt der Film eigentlich nur vom Leben eines Busfahrers in einer amerikanischen Kleinstadt, das eine Woche lang „beobachtet“ wird. Es ist aber kein Dokumentarfilm.

Das Leben des Busfahrers ist „eingefahren“. Er hat eine schöne Frau, sie leben in einem Häuschen, werktags steht er jeden Morgen gegen 06:15 Uhr auf (ohne Wecker!!), schmust zuvor etwas mit seiner Frau, frühstückt immer das gleiche Zeugs, geht zu Fuß zur Arbeit, schreibt im Bus noch etwas an seinen Gedichten, bevor der Busdienst beginnt. Abends kommt er nach Hause, seine Frau zeigt ihm ihr Tageswerk (sie malt, backt, gestaltet die Wohnung), sie essen, dann führt er das Hündchen aus, parkt es meist vor der Stammkneipe, trinkt dort ein paar Biere, trifft andere Gestalten, bevor es wieder nach Hause geht.

Aus meiner Sicht ist das vielleicht der beste Jarmusch-Film seit 20 Jahren. Sehr harmonisch. Mir gefielen auch die Bilder aus der Stadt Paterson, u.a. gibt es schmucke alte unsanierte Industriebauwerke zu sehen. Nur, ob dem Busfahrerglück so zu trauen ist?

Paterson ist ein leises Meisterwerk, das die sonstige laute Kinokonkurrenz stumm machen sollte vor Neid“, meint die faz.

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Marie Noelle's Film über die berühmte Nobelpreisträgerin Marie Curie spielt ungefähr zwischen 1903 und 1912, als die Karriere von Frauen in der Wissenschaft noch nahezu undenkbar war. Doch sie war die erste Frau, die einen Lehrstuhl an der Pariser Uni Sorbonne erhielt (1906), bevor sie 1911 den Nobelpreis für Chemie errang. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre Curie, der 1906 bei einem Kutschenunfall ums Leben kam, entdeckte sie die chemischen Elemente Polonium und Radium. Viele Straßen in Deutschland sind noch nach ihr benannt.

Der Film beschäftigt sich mit den Forschungsbedingungen für eine Frau, ihrer Lehrtätigkeit, ihrer skandalösen Affäre mit einem verheirateten Kollegen und mit der Nobel-Preisauszeichnung, die gleichzeitig die Akademie der Wissenschaften blamierte, da diese ihr kurz zuvor - als Frau - die Mitgliedschaft verweigert hatte.

Karolina Gruszka in der Rolle der Marie Curie überzeugt auf ganzer Linie, auch wenn der Film selbst relativ konventionell und kühl inszeniert daher kommt.

"Sinnlich-abstrakte Huldigung einer schönen Frau, die ihren Weg geht", meint kritiken.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Arrival: ja, wahrscheinlich.
Paterson: ja, vielleicht.
Marie Curie: tendenziell eher unwahrscheinlich.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Im Kino – Ich, Daniel Blake und andere Filme

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Ken Loach's Film Ich, Daniel Blake ist mal wieder so ein finster-berührendes sozial-realistisches Werk, wie man es von ihm in seiner über 20-jährigen Schaffensperiode schon öfter mal gesehen hat. In dem Film versucht der Protagonist nach einem Herzinfarkt an Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe zu kommen und scheitert, weil die Behörden – in diesem Fall in England - zahlreiche Schikanen und Hürden in die Antrags- und Nachweisverfahren eingebaut haben, denen er nicht gewachsen ist.

Dieser Film, der mit dem Tod des Protagonisten endet, gehört wahrscheinlich zu seinen düstersten Werken und gewann die Goldene Palme in Cannes. Leider gibt es in Deutschland keinen Regisseur, dem ähnlich gelungene Filme zuzutrauen wären, denn es ist anzunehmen, dass hierzulande ähnliche Hürden etabliert worden sind.

Wie ungeschminkt er Klassenunterschiede aufzeigt, wie hartnäckig er den Underdogs immer wieder einen Namen gibt: damit steht Ken Loach, ähnlich wie Daniel Blake, nach wie vor ziemlich allein da“, meint denn auch der spiegel.

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Ebenfalls dem Sozialrealismus zugetan sind die belgischen Filme der Brüder Dardenne. In dem Film Das unbekannte Mädchen wird der Tagesablauf einer Hausärztin zwischen Praxisstunden und Hausbesuchen relativ realistisch dargestellt. Allerdings fehlt es dem Film nach meinem Eindruck an Personal – sowohl das Wartezimmer als auch die Arztpraxis und die Sozialkontakte der Ärztin erscheinen unterbesetzt.

Auch kenne ich selbst jedenfalls keine Ärtztin, die so viel Engagement und kriminalistische Energie zeigt; denn als ein Mädchen nahe ihrer Praxis tot aufgefunden wird, versucht die Ärztin deren Identität und die Hintergründe zu klären.

Auf jedem Fall überzeugt Adèle Haenel in der Rolle der Ärztin.

Als „Versuchsanordnung über die Unzulänglichkeiten des menschlichen Miteinanders“ und als „solide und routiniert“ bezeichnet kino-zeit den Film.

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Von Woody Allen habe ich schon 12 Filme im Kino gesehen. Allerdings war Café Society nun der einzige in den letzten 5 Jahren. Der Film spielt in der 1940er Jahren in Hollywood und New York. Wieder mal so ein Gehobener-Mittelschichts-, wenn nicht gar High-Society-Film. Ein junger Schnösel wird zur reichen Verwandtschaft nach Hollywood geschickt, um sich einen Job im Filmgeschäft zu erbetteln, lernt dort direkt die schicke nette Vorzimmerdame kennen und fängt eine Beziehung an.

Als diese Beziehung aus delikaten Gründen in die Hose geht, geht der Schnösel nach New York zurück, wo ihm der aufstrebenden, aber kriminelle Bruder einen Job in einem noblen Nachtclub verschafft.

Allen's Geschichten sind meist erzählt und die Gefühle behauptet, ohne dass man sie im Agieren der SchauspielerInnen glaubwürdig wiederfindet – so sehe ich das jedenfalls. Die Geschichte plätschert so dahin, ohne dass man von ihr berührt wird. Schicke Bilder, viel Glanz, viele schöne Frauen, wirkt wie Verpackung ohne Inhalt. Kann man ansehen, muss man aber nicht.

Denn an Gefühle glaubt er [Allen] nicht. Seine Nostalgie richtet sich nur auf die Posen und die Ansichten, aufs Dekor“, meint die faz.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Ich, Daniel Blake: ja, vielleicht.
Das unbekannte Mädchen: tendenziell eher unwahrscheinlich.
Café Society: tendenziell eher unwahrscheinlich.

Mittwoch, 9. November 2016

Im Kino – Die glorreichen Sieben und andere Filme

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Antoine Fuqua wagt sich mit seinem Western Die glorreichen Sieben an die Wiederauflage eines berühmten Klassikers gleichen Namens von John Sturges aus dem Jahr 1960. Wer so etwas tut, kann sich der Kritik sicher sein. Genau genommen, ist es in der Tat so, dass die Wiederverfilmung eines gelungenen Klassikers keinen filmhistorischen Wert wird beanspruchen können. Aber sie verspricht eben Profit, wenn sie gut gemacht ist und simple, dankbare und gern gesehene Themen wie Gerechtigkeit und Rache aufgreift.

Bei Fuqua werden einige Details der ursprünglichen Rahmenhandlung variiert. So ist es hier beispielsweise kein mexikanisches Bauerndorf, das verteidigt werden will, sondern ein amerikanisches „weißes“ Siedlerdorf. Und es geht den Banditen auch nicht um die alljährliche Ausraubung der Dorfbewohner, sondern um deren Vertreibung und die Landaneignung durch einen skrupellosen Bergbau-Baron.

Insgesamt sind die storytechnischen Änderungen jedoch marginal oder auch als „wenig mutig“ zu bezeichnen. Stilistisch sind eindeutig mehr Italo-Western-Elemente zu sehen.

Im Ergebnis ist es wahrscheinlich kein besserer, dennoch ein ansprechender, durchaus sehenswerter Film geworden, der mit einigen Schauwerten und natürlich wilden Schießereien aufwarten kann und mit guten SchauspielerInnen besetzt ist.

Insgesamt ... eine überraschend unterhaltsame Mischung traditioneller wie moderner Elemente“, meint film-rezensionen.

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Maren Ade's Film Toni Erdmann ist sehr lang (2:42 h), was mich zunächst davon abhielt, den Film zu gucken. Aber nachdem ich das nun doch gemacht habe, konnte auch ich feststellen, dass er durchaus seine Reize entfaltet und man die Zeit gut übersteht. Dabei geht es in dem Film lediglich um einen Vater (Peter Simonischek), der seiner Tochter (Sandra Hüller) auf den Geist geht. Die Tochter arbeitet in einer Unternehmensberatung und wickelt beispielsweise Fimen ab.

Da erscheint der Vater dann schon mal mit Perücke, Kunstgebiß etc. verkleidet auf den hochrangigen Firmenmeetings und Verhandlungen sogar im Ausland, gibt sich als ihr Vater oder als Coach oder Chef aus und erzählt Unsinn. Und er hinterfragt bei seiner Tochter den Sinn ihres Lebens. Nach einigen hochnotpeinlichen Situationen ist diese dann so durch den Wind, dass sie anläßlich ihres Geburtstages die Gäste (meist aus ihrer Firma) nackt empfängt, erklärt, es sei eine Nacktparty und sie nur reinläßt, wenn sie sich ebenfalls ausziehen.

Der Film erzählt keineswegs nur Blödsinn, vielmehr zeigen die Szenen aus der Berufswelt schon bemerkenswert treffend, dass sich die Regisseurin dort auskennt.

Tja, wenn der Film in mehr Kinos gestartet wäre, hätte er wahrscheinlich noch viel größere Erfolge verzeichnen können. Aber er lief nach insidekino nur in 96 Kinos an, während die großen Blockbuster meist mit > 500 Kinos starten (PS: es gibt 2.059 Städte in Deutschland). In der Top 119 gibt es nur 10 Filme, die in weniger als 100 Kinos gestartet sind. Von diesen ist „Toni Erdmann“ auf dem momentanen Platz 37 eindeutig der erfolgreichste, und immerhin haben ihn schon > 700.000 Menschen gesehen.

Wer lacht, der lebt noch“, titelt die zeit.

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Natalie Portman's Eine Geschichte von Liebe und Finsternis hat sie nach den autobiographischen Motiven des gleichnamigen, 2002 von Amos Oz veröffentlichten, über 800 Seiten dicken Romans verfilmt. Der Film spielt überwiegend so um 1947/48 in Jerusalem. Aus der Sicht des Jungen (Oz) wird das ärmliche Leben dort unter Einbeziehung der politischen Verhältnisse geschildert. Der Schwerpunkt liegt jedoch beim Familienleben, das zunehmend von der Depression der Mutter geprägt wird.

Insgesamt ist es ein relativ düsterer, etwas sperriger Film geworden, in dem die Regisseurin jedoch als Schauspielerin brilliert und eine gute Figur macht.

Alles andere als ein enttäuschender Film“, meint der spiegel.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Die glorreichen Sieben: ja, vielleicht.
Toni Erdmann: ja, vielleicht.
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis: tendenziell eher unwahrscheinlich.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Filmkonserven – The Rover und andere Filme

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David Michôd's postapokalyptisches Drama The Rover (2014) spielt im australischen Outback 10 Jahre nach einer nicht näher bezeichneten Katastrophe. Ein Typ lässt sich sein Auto klauen und nimmt die Verfolgung quer durch das ausgeblichene Land auf. Er hat einen Kumpan des flüchtigen Diebestrios dabei, den sie verletzt zurück ließen. Unterwegs kommen sie an einigen dubiosen Läden vorbei, und häufig endet dieser Kontakt mit der übrig gebliebenen Zivilisation in einer Schießerei.

Der Film kann mit dem intensiven Spiel seiner Darsteller punkten, nur ist die Story an sich schon etwas dünn.

Ein ungewöhnlicher und lohnenswerter Trip durch das australische Outback“, meint der medienjournal-blog.

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Mike Flanagan's Film Oculus (2013) ist ein abgewandelter Geisterhaus-Thriller. Die Geschichte spielt zwar in einem Haus, allerdings ist dies ein eher normales Ein-Familien-Haus und das Problem hängt weniger am Haus selbst, sondern mehr an einem antiken Spiegel im Haus, der schon vielen Besitzern in anderen Häusern Unglück gebracht hat. Der Film ist in sich sehr verschachtelt, weil Gegenwart und eine 10 Jahre zurückliegende Vergangenheit permanent ineinander übergehen.

Im Mittelpunkt stehen zwei Geschwister, die in das Haus ihrer alptraumhaft geendeten Kindheit zurückkehren, um dem Spiegel sein Geheimnis zu entlocken. Kameras, Warnanlagen etc. werden installiert, doch der Spiegel erzeugt Visionen, gebiert Dämonen und falsche Realitäten – und die Geschichte nimmt ein böses Ende.

Der Film ist recht gut gemacht, nur an veritabel anzuschauendem alten Geisterhaus-Ambiente fehlt es. Der Spannungsfaktor ist im Übrigen größer als der Gruselfaktor. Filmchecker meint denn auch, der Film sei „geschickt getrickst, wenn auch nicht ganz so gruselig wie eigentlich erhofft“.

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Logan Miller's Western Sweetwater (2012) ist ein waschechtes Rachedrama um einen mordenden Propheten. Als der Mann der benachbarten Siedlerfamilie ermordet wird, nimmt dessen Frau die Waffen in die Hand, um abzurechnen. Geradlinig und technisch ordentlich in Szene gesetzt, fehlt es dem Film jedoch an Gefühl und Tiefgang, um über eine bloße x-beliebige Rachegeschichte im Django-Stil hinauszukommen.

So „wirkt Sweetwater so unglaublich nüchtern, so dass alles, was letztendlich passiert, dem Zuschauer sehr egal sein dürfte“, meint denn auch moviebreak.

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John Sturges' Western Sinola (1972) habe ich mir nach 8, 9 Jahren mal wieder angesehen. Er wird mir wohl auch zukünftig noch gefallen. Clint Eastwood – wie fast immer als einsamer Recke dargestellt, der mit Waffen umgehen kann – wird in einen Konflikt zwischen Bauern/Banditen und einem skrupellosen Großgrundbesitzer gezogen und wechselt auf die Seite der Guten. Thematisch ähnelt die Geschichte seinem für das Kino wiederverfilmten und gerade im Kino laufenden Meisterwerk „Die glorreichen Sieben“ (1960), hat aber wohl nicht dessen Stellenwert.

Darsteller und Musik erinnern an die Dollar-Filme von Sergio Leone“, meint der zauberspiegel.

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Jaques Rivette's Film Die Nonne (1965) kommt aus heutiger Sicht in der Inszenierung und thematisch schon etwas arg spröde-verstaubt daher. Er spielt im 18. Jahrhundert und handelt von einer Nonne (Anna Karina), die mehr oder weniger unter Zwang ins Kloster gehen muss, da die Eltern kein Geld für die Mitgift mehr haben, sich aber nicht für das Klosterleben berufen fühlt und fortan Stress verursacht und bekommt, da sie ihre „Freilassung“ verfolgt.

Heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass sich ein Minister dermaßen von der Kirche instrumentalisieren lässt, um zunächst den Film zu verbieten. Mehr zum Film: siehe wikipedia.

Freitag, 28. Oktober 2016

Im Kino – Die Insel der besonderen Kinder und andere Filme

Von Tim Burton habe ich echt schon lange keinen Film mehr im Kino gesehen. Die Insel der besonderen Kinder nach einem Roman von Ransom Riggs, den ich im letzten Jahr sogar gelesen habe, war nun aber der geeignete verschrobene Stoff für ihn. Aussagen in Zusammenhang mit dem grausigen Tod des Großvaters bringen einen Jungen zunächst in die Psychiatrie, doch später verfolgt er die Spuren des Großvaters zu einer kleinen britischen Insel, um dort eine Art Waisenhaus für Kinder mit besonderen Fähigkeiten zu suchen.

Das Waisenhaus findet er als Ruine vor, jedoch verbirgt sich mehr dahinter, denn die ehemaligen Bewohner werden dort in einer Zeitschleife im mJahr 1940 festgehalten. Er findet Zugang, lernt die Kinder kennen, erfährt die Geschichte seines Großvaters, aber auch von den Ungeheuern, die den Bewohnern nach dem Leben trachten.

Der Roman ist insbesondere in den beiden ersten Dritteln des Films authentisch und überzeugend in Szene gesetzt, im letzten Drittel weiss ich nicht, ob der Film dem Buch überhaupt noch folgt, die Geschichte verliert aber an Atmosphäre, Strahlkraft und macht häufig überzogenen Kampfszenen Platz. Der spiegel meint denn auch: „Was Tim Burtons bester Film seit Langem hätte werden können, wird so in der Schlussgeraden aus der Kurve getragen“.

Johannes Naber's Film Das kalte Herz ist noch ein Gruselmärchen mit literarischer Vorlage, die Wilhelm Hauff 1827 veröffentlichte. Diese Geschichte habe ich allerdings nie gelesen und auch die vielen Verfilmungen seit 1924 kenne ich vermutlich allesamt nicht. Dies ist jedenfalls eine finstere Schwarzwald-Geschichte, die im späteren 18. Jahrhundert angesiedelt ist, aber als Geschichte über Habgier, Macht und Umweltzerstörung durchaus aktuelle Bezüge aufweist.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Köhler, der sich in die Tochter des Glasfabrikanten verliebt. Jedoch so ziemlich auf der untersten Stufe der Schwarzwald-Hierarchie stehend, hat der Köhler keine Chance, quasi mittellos die ihm durchaus zugetane Tochter heiraten zu können. In einer finsteren Höhle jedoch tauscht er bei einem Waldgeist sein Herz gegen einen Stein ein, um Macht und Reichtum zu erwerben. Das gelingt, doch die Frau will den herzlosen Mann nicht mehr.

Der Film zeigt/erzählt so Einiges vom Leben im Schwarzwald in der damaligen Zeit. Damit und auch mit Visualisierung der gruseligen Aspekte der Geschichte kann der Film punkten. Auf der anderen Seite ist die Inszenierung jedoch auch etwas knöchern-unbeseelt und auch an gruseliger Atmosphäre hätte es mehr sein dürfen.

Das Herz der meisten Kinogänger dürfte sich bei diesem kalten Herz nicht wirklich erwärmen“, meint das literaturcafe.

Rune Denstad Langlo's Film Welcome to Norway spielt in der norwegischen Einöde und erzählt von einem Hotelbesitzer, der seine Ruine zu einem Asylantenwohnheim macht. Doch sind weder die Asylanten noch die Behörden mit den wenig akzeptablen Zuständen dort zufrieden, da weder die Überbelegung der Zimmer noch die permanent ausfallende Stromversorgung etc. Begeisterung aufkommen lassen. Dies wird mit einigermaßen Witz erzählt, doch wirkt die Geschichte auch relativ oberflächlich.

Ein Wohlfühlprodukt für ein Publikum .., das diese Lektionen eigentlich nicht braucht“, meint diefaz.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Die Insel der besonderen Kinder: ja, vielleicht.
Das kalte Herz: tendenziell eher unwahrscheinlich.
Welcome to Norway: tendenziell eher unwahrscheinlich.

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