Reisen

Samstag, 9. September 2017

Reiseplan

Viel umwerfend Innovatives gibt's in der Reiseplanung nicht.

Aber gestern war ich endlich mal aktiv, hatte einen Flug ausgeguckt, heute habe ich den 4-wöchigen Urlaub ab Mitte November beantragt, genehmigt bekommen und vorhin die Ethiad-Flüge Düsseldorf-Abu Dhabi-Bangkok hin und zurück gebucht. Ich benutzte diesmal erstmals das Flugportal check24. Es war ca. 20 € billiger als bei der Airline direkt zu buchen.

Die gewählten Flüge kosteten knapp 500 €. Mit anderen Zeiten, Flughäfen, anderen Airlines und Routen geht es auch ca. 70 € billiger.

Vermutlich ist so eine Art Rundreise geplant, etwa 1 Woche Ost-Thailand, 1 Woche Süd-Laos und 2 Wochen Kambodscha.

Dienstag, 16. Mai 2017

Nachlese Urlaub

Kaum ist der Urlaub zu Ende, wird auch in Polen die 20-Grad-Marke geknackt, und für Samstag sind nun in Warschau sogar 28 Grad angesagt. Naja, kann man nichts machen. Kühlere Temperaturen haben immerhin den Vorteil, dass man weniger Sachen mit sich herumschleppen muss.

Zum Rückflug "Warschau - Düsseldorf" ist nicht viel weiter anzumerken, vielleicht kann man noch über die Schikanen am Warschauer Airport meckern.

So gegen 00:30 Uhr war ich heute zu Hause und bin dann direkt morgens gegen 9 Uhr zur Arbeit gesprungen, mal nachgucken, ob der Arbeitsplatz noch existiert. Weil heute aber ausgesprochen schönes Wetter mit 26 Grad in Köln war, bin ich schon gegen 16:30 Uhr wieder nach Hause, um es mir auf meinem Balkon gemütlich zu machen. Am 1. Arbeitstag passiert gewöhnlicherweise nie viel - und das ist auch gut so.

Samstag, 13. Mai 2017

In Warschau

Hostel Metro, Warschau/Warszawa, 19 €/Nacht, Zimmer mit Bad. Man kann sich denken, dass dies bei dem Preis eine extravagante Unterkunft mit möglichen Nachteilen ist. Sie liegt abgelegen, man muss 20 min. zu Fuß gehen und 20 min. mit der Straßenbahn fahren, um zum Hauptbahnhof zu kommen. Das Hotelzimmer besteht aus Wohncontainern. Das WLAN machte in diesem Hostel Probleme.

Die Reise endet hier - am Montag.

Von Lodz nach Warschau sind es anderthalb Stunden mit dem "Sprinter". Ich war erst am früheren Nachmittag hier, insofern fand nur eine Vorerkundung der Stadt statt. Es braucht auch seine Zeit, die Orientierung zu gewinnen und mit den Verkehrsmitteln klar zu kommen. Mit Bus, Straßenbahn und U-Bahn bin ich jetzt schon gefahren.



Bis zur Alt- und Neustadt und zu den Glitzerfassaden der Hochhäuser in der Umgebung des Kulturpalastes habe ich es durchaus auch schon geschafft.



>Im Hintergrund sieht man den Kulturpalast, den Stalin den Polen in kommunistischer Freundschaft in den 1950er Jahren geschenkt hat. Es gibt dort oben eine Aussichtsterrasse, die von zwei eher leistungsschwachen Fahrstühlen angefahren wird, d.h. Schlange stehen. Innen sitzt eine streng gekleidete Funktionärin in einem Drehstuhl und nimmt die Fahrbefehle der GenossInnen entgegen. Das wirkt schon anachronistisch.<






>Am Schloß<




>Barbakane; gehört zur Stadtmauer.<

Am Ende aß ich zu Abend wieder mal bei North Fish (wegen der leckeren Thunfisch-Filets mit frei wählbaren Zutaten), diesmal im futuristischen Einkaufszentrum am Hauptbahnhof und dachte, das hier könnte auch in Dubai sein. Durch die Glaskuppel sieht man zu einem Wolkenkratzer hoch. Bei Costa (gibt's in Polen massenhaft) trank ich noch einen guten teuren Kaffee.



Am zweiten Tag fuhr ich zur Aussichtsterrasse des Kulturpalastes hoch, gute Aussicht insbesondere in Richtung der benachbarten Hochhäuser, von denen einige die 200-m-Höhe geknackt haben:



Anschließend war ich im Museum zur Geschichte der polnischen Juden:



>Totentanz-Gemälde<

Das war ein großes, hochmodernes Museum. Man kann das alles gar nicht erfassen, müsste den ganzen Tag dort verbringen.

An der Zitadelle war ich auch noch, aber sie ist weitgehend militärisches Gelände und nicht zugänglich:



Am späteren Nachmittag ging ich u.a. durch Warschaus Prachtstraße Krakowskie Przedmiescie. Geschäfte, Kirchen, Paläste, Restaurants säumen diese Straße.



Viele Touristen sind dort und in der Altstadt unterwegs.

Am nächsten Morgen besuchte ich noch das Museum über den Warschauer Aufstand 1944, auch ein supermodernes Museum, das auf akustische und visuelle Eindrücke (Filme u.a.) setzt.

In 10 Jahren sieht das Zentrum hier um den Hauptbahnhof herum bestimmt ganz anders aus. Es gibt hier nämlich auch riesige Baustellen und auch noch verbliebene Ruinen, die bestimmt einigen Hochhäusern zum Opfer fallen werden.

Donnerstag, 11. Mai 2017

In Lodz

Polonia Palace, Lodz (Lodsch), 26 €/Nacht mit Frühstück. Durch die endlosen, schwach beleuchteten Gängen dieses großen alten, innen etwas abgenutzt wirkenden Hotels, wo man nie jemand trifft, geistern nachts bestimmt Gespenster. Aber einen Fahrstuhlportier, der einen persönlich in den 5. Stock fährt, haben sie.



>Polonia Palace hinter der Kirche<

"Lublin - Lodz", das waren 300 km mit dem Intercity, wofür dieser nur dreieinhalb Stunden brauchte, weil er streckenweise 160 km/h schaffte. Das kostete ca. 15 €. Bahn fahren ist hier also durchaus sehr viel günstiger als in Deutschland. Allerdings dauert es am Schalter mitunter lange (manche PolInnen quatschen die Dame am Schalter einfach zu anstatt eine Fahrkarte zu kaufen), weshalb ich z.B. heute auf meinen Kaffee verzichten musste bzw. mir diesen im Zug kaufte. Das habe ich - glaube ich jedenfalls - vorher noch nie gemacht. Der Kaffee war übrigens gut, kostete rd. 2 €.

Lodz, drittgrößte Stadt Polens hinter Warschau und Krakau, war mal die weltweit größte Textilmetropole. Die "Manufaktura" gilt als Hauptattraktion von Lodz. Es ist ein Einkaufszentrum auf dem Gelände der einst größten Textilfabrik des Kontinents.



>Manufaktura<



Alt und neu fließen hier architektonisch ineinander, ein gelungenes Leuchtturmprojekt der Stadtsanierung. Man findet hier alles: vom großen Luxushotel bis zu einem Cineplex-Kino, Saturn und zahllose andere global operierende Ketten incl. Gastronomie.

Es gibt noch andere Industriekomplexe in der Stadt, entweder als Ruinen oder auch aufwendig für eine Folgenutzung saniert.



>Dieses Leuchtturmprojekt, anscheinend ein Kraftwerk, ist noch in Bau<






>Riesige Ruinenkomplexe mitten in der Stadt<



Mit der Textilindustrie einher gingen katastrophale Arbeits-, Lebens- und Wohnverhältnisse der ansässigen Einwohnerschaft, während die Textilbarone ihre Stadtpaläste bauten. Es gibt hier sagenhaft viele unbewohnte Ruinen von ehemaligen Mietskasernen, und die Bewohner müssen mitunter vor den Häusern bzw. herabfallenden Steinen geschützt werden. Netze und "Steinfangballustraden" aus Holz sind oft an diesen Ruinen zu sehen. Erinnert mich an Tiflis oder Oradea.

Gleichwohl ist vermutlich auch schon viel Vergangenheit in den letzten Jahren verloren gegangen. Abgeräumte Flächen, aber auch Neubauten wie der ultramodern unterkühlt wirkende neue Bahnhof sprechen für den Einsatz der Abrissbirne im großen Stil.

Attraktive Graffiti auf einstmals schmuddeligen Häuserwänden sieht man auch:






Durch die als Einkaufsstraße und Fußgängerzone genutzte Prachtallee "Piotrkowska" bin ich auch schon gegangen:



In Bus und Straßenbahn habe ich das Ticket mit Visacard am Automaten bezahlt - eine Technik ohne Geheimzahl, die ich in Deutschland noch nie angewendet habe. Das ist praktisch, man hält einfach die Karte vor das Gerät und schwupp wird abgebucht und das Ticket gedruckt.

Der "Cmentarz Zydowski" ist der größte jüdische Friedhof Europas und hat lt. Reiseführer 160.000 Gräber, die sich über ein verwildertes Areal von 41 ha verteilen. Man zahlt etwas Eintritt, und ich war an diesem Ort dann fast alleine.

In manchen Bereichen wird der Friedhof von Vegetation freigehalten - zumindest alle paar Jahre mal. In anderen Bereichen erobert der Wald den Friedhof seit Jahrzehnten zurück.









Die Grabsteine zeigen alle Stufen möglichen Zerfalls: intakt, aufrecht stehend, schief, umgefallen, zerborsten.

Es gibt auch eine Prachtallee - insbesondere mit den Mausoleen der Textilfabrikanten:






In einem kleineren Textilmuseum war ich heute auch noch. Ausserdem sah ich weitere Graffiti-Kunstwerke an Häuserwänden:












Heute, am zweiten Tag in Lodz, war das Wetter mal richtig schön und erreichte mit bis dato 19 Grad im Schatten den höchsten Wert der Reise. Das soll am Sonntag mit 21 Grad in Warschau noch getoppt werden.

Mittwoch, 10. Mai 2017

In den Kreidegängen unter Chelm

70 km östlich von Lublin liegt nahe der Grenze zur Ukraine die Kleinstadt Chelm auf einem Hügel.



Der Hügel ist horizontal und vertikal von Gängen unter der Stadt durchzogen. Über Jahrhunderte wurde dort von den Einwohnern Kreide abgebaut. Der Abbau endete im 19. Jahrhundert, nachdem Straßen und Häuser abgesackt waren.



Das Gängelabyrinth gilt als weitgehend unerforscht. Doch eine 1,8 km lange Strecke wurde für den Tourismus hergerichtet und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Das machte ich heute, denn nach Chelm gibt es gute Verbindungen per Minibus.



In den im Prinzip weitgehend kahlen Gängen mit ihren weißen Wänden werden mittels Fundstücken, Tafeln und Figuren Dinge zur Geologie, der Geschichte und dem Abbau gezeigt. Auch gab es eine kleine Geistershow.



Am höchsten Punkt des Ortes liegt eine Klosteranlage mit einem hohen besteigbaren Turm, von dem man den Blick über den Ort schweifen lassen kann:

Dienstag, 9. Mai 2017

In Lublin

Hostel Sklodowska, Lublin, 24 €/Nacht (mit Badezimmer inside). Zunächst dachte ich, ich wäre hier falsch, man passiert ein Therapiezentrum unten, bevor man in der 2. und 3. Etage zum Hostel kommt.

3 Stunden brauchte der Intercity von Rzeszow nach Lublin.



>Lublin<

Ich schaute in die auf dieser Strecke meist ebene, dünn besiedelte Agrar- und Waldlandschaft. Manchmal sah ich Fasane, Rehe und zwei Störche. Ansonsten blüht gerade der Raps, wodurch die Landschaft gelb gemustert erscheint.

Heute Nacht soll die Temperatur auf minus 2 Grad fallen, wahrscheinlich die kälteste Nacht des Urlaubs. Es war heute schon ziemlich kalt, auch mit kaltem Wind, aber wenigstens auch oft mit Sonne. Lublin hat mit dem Lublin Plaza in der Nähe meines Hostels ein großes Einkaufszentrum, dessen Vorzüge man insbesondere auch bei kaltem Klima kennen lernen kann. Ausserdem kann ich da gut und vor allem unkompliziert Essen gehen, vorhin z.B. bei North Fish mal wieder. Und einen großen Rewe-ähnlichen Markt gibt es da auch.

Auch Lublin hat eine attraktive, aber kleine Altstadt mit Türmen, Kirchen, sanierten und nicht sanierten Altbauten und einem Schloß:









Eine Fußgängerzone führt zur Altstadt:



In einigen engen Gassen parallel zur nicht mehr vorhandenen Stadtmauer könnte es nachts ziemlich unheimlich sein.









>Aufwertung von Ruinen durch Kunst<






>Aufwertung des Stadtbildes durch Graffitis<



Nahe am Hostel liegt der Friedhof an der Lipova Street, einer der bedeutendsten Friedhöfe Polens. Sehr groß, Grabstein an Grabstein, Knochen neben Knochen, viele alte Bäume, einige Kapellen, ab 1794 in mehreren nach Konfessionen unterteilten, durch Mauern getrennten Bereichen entstanden:



Ebenfalls nahe am Hostel liegt auch der 1837 geschaffene Saski Park mit seinen Teichen und alten Bäumen:



An Lublin gefällt mir der Kontrast zwischen alt und neu-modern im Stadtbild, und es gibt viele baumgesäumte Straßen. Leider fehlt mir hier mindestens ein Tag für weitere Erkundungen.

Montag, 8. Mai 2017

In Przemysl

Hotel Europejski, Przemysl, 26 €/Nacht mit Frühstück. Visuell macht dieses Hotel in einem gründerzeitlichen Altbau bisher den besten Eindruck.



>Bahnhofshalle, Przemysl. Es gibt hier toll sanierte Bahnhöfe in Polen. Das hier ist kein Einzelfall.<

Przemysl, deutsch Premissel, was namentlich ebenso fast niemand kennen dürfte, ist sozusagen die letzte Stadt (63.000 E) im Südosten Polens. Südlich geht es in die Waldkarpaten, eine auch für polnische Verhältnisse abgelegene Region. Da fahre ich nicht hin, mein Reiseführer wird da ziemlich ungenau. Ausserdem fehlt mir sowieso die Zeit.



>Soviel zu den Waldkarpaten<

Weiter nach Osten heisst die nächste Bahnstation anscheinend L'viv (dt: Lemberg, Ukraine), wäre spannend, passt aber nicht so recht zu meinem Reiseplan, und ich bin nicht vorbereitet (habe aber vorhin geschaut, man braucht kein Visum).

Przemysl selbst ist vergleichsweise visuell recht ansprechend. Es liegt an einem Fluss, der San heisst, und die Altstadt zieht sich an einem Berg hoch. Sie wirkt auch nicht übersaniert, es gibt noch etliche unsanierte alte Gemäuer. In verschiedenen Höhenniveaus gibt es eine ganze Reihe prächtiger Kirchen und klosterartige Gebäude, in denen heute zum Teil medizinisch-therapeutische Einrichtungen untergebracht sind.


















Przemysl wurde in den Jahrzehnten vor dem 1. Weltkrieg zu einer Festungsstadt ausgebaut, da zugehörig zum damaligen Österreich-Ungarn ein russischer Angriff befürchtet wurde. Es gab Dutzende von Forts, die ringförmig um die Stadt gebaut wurden (wie auch in Köln). 1915, als die Russen nach der siegreichen Winterschlacht in den Karpaten nun wirklich angriffen, kam es hier zur größten Belagerungsschlacht des 1. Weltkrieges. Man verlor, weil die Verteidigungsanlagen mittlerweile kaum noch dem Stand der Technik entsprachen und ausserdem der Hunger in der eingeschlossenen Festung ein Problem wurde.

An einem Festungswerk oberhalb der Altstadt bin ich heute gewesen. Aber Vieles wirkt dort parkähnlich rekultiviert. Es mag bessere Orte geben.



>Am Festungswerk. Heute, früher.<






Irgendwie ist die Stadt auch etwas unheimlich, zu wenig Leute auf den Straßen jenseits der Fußgängerzone, am Fort war ich auch allein. Und nach 19 Uhr ist kaum noch jemand hier unterwegs, und fast alle Geschäfte haben zu.

Das Wetter war heute besser als vorhergesagt, zwar hat es morgens und abends mal geregnet, aber am ganzen Nachmittag war es passabel, und manchmal schien sogar die Sonne.

Morgen ist geplant, nach Lublin zu fahren. Das dauert, ich muss zunächst zurück nach Rzeszow.

Sonntag, 7. Mai 2017

Ein Besuch in Rzeszow

Diese Großstadt östlich von Tarnow ist nicht übermäßig touristisch interessant.



>In der Fußgängerzone von Rzeszow<

Natürlich gibt es einen Marktplatz mit Rathaus, der allerdings durch die Gastronomie mit ihren großen "Regenschirmen" quasi zugestellt ist.



Man kann auch hier einen Ausflug in die Unterwelt unter dem Marktplatz tätigen. Viel zu sehen gab es dort indes nicht.



Es gibt ansonsten noch eine Burg mit echten Bastionen und Graben, die aber nicht zu besichtigen ist.



Mitgenommen habe ich auch noch einen alten städtischen Friedhof, aber er war nicht besonders spektakulär.






>Der Wasserturm am Bahnhof von Rzeszow. Ich sollte diese Bauwerke photographisch sammeln. Sie dienten übrigens dazu, den Wasserbedarf für die Tanks von Dampflokomotiven bereitzustellen - womit gleichzeitig hier deren Niedergang erklärt wäre.<

Der große Regen kam heute erst gegen 19 Uhr. Da war ich schon längst wieder in Tarnow und auch rechtzeitig im Hotel.

Samstag, 6. Mai 2017

In Tarnow

Hotel Tarvonia, Tarnow, 35 €/Nacht.



>Blick aus dem Hotelzimmer<

Die Halbzeit des Urlaubs ist vorbei. Ich fuhr mit dem Bus zurück nach Krakau und dann mit dem Zug in die benachbart östlich gelegene Großstadt Tarnow.



Die Altstadt, die ringförmig auf einem Hügel liegt und überwiegend saniert ist, konnte ich mir noch einigermaßen gut ansehen, doch am späteren Nachmittag machten heftige Gewitter den Spaziergängen dann ein Ende.















Ich zog mich nach einigen Einkäufen ins Hotel zurück. Am Wochenende scheint in polnischen Städten, die nicht touristisch geprägt sind, relativ wenig los zu sein.



>Der alte Wasserturm am Bahnhof von Tarnow<

Donnerstag, 4. Mai 2017

Wandern in der Hohen Tatra

Heute morgen zunächst Regen. Obgleich die nicht so kleine Unterkunft ein reichhaltiges Frühstücksbuffet bietet, suchte ich bald das Café von gestern auf, um noch ein Stück Apfelkuchen und einen besseren Kaffee zu ordern.

Es regnete weiter. Ich fuhr mit einem Bus die ca. 3 km nach Kuznice. Hier ist auf ca. 1.020 m NN die Seilbahnstation. Sie führt auf den 1.987 m hohen Kasprowy Wierch. Ich war schon nicht sehr optimistisch, kaufte daher das Return-Ticket gleich mit, knapp 17 €, denn es ist deutlich billiger als oben das Return-Ticket zu kaufen.

Auf der Fahrt nach oben war das Ziel zu sehen. Oben 4 Grad anfangs, später nur noch 2 Grad. Schnee, Eis, kalte Windboeen. Anfangs sah man noch etwas, wenn auch nicht die höheren Berge.



>Am Kasprowy Wierch......anfangs<



Sehr bald war man dann jedoch mitten in den Wolken, es gab nichts mehr zu sehen. Ich war wohl maximal 500 m von der Seilbahnstation weg, nur Fußspuren im Schnee auf den nächsten Metern konnte man orientierungshalber sehen.



>...... später<



Ich war bestimmt ca. 3 Stunden oben und wartete auf Sicht, ohne dass es einen Lichtblick gab. Das reichte mir dann, ich fuhr wieder runter.

Jedenfalls bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass man dort jetzt besser nicht wandert, auch nicht bei Sicht. Zu viel Schnee, zu viel Risiko. Aber ausgerüstet war ich schon ganz gut, habe sogar meinen Regenponcho angehabt, was ganz selten vorkommt. Es regnete oben aber kaum.

An der Talstation kam dann die Sonne raus und ich entschloss mich, noch dreieinhalb Stunden zu wandern.



>Am Klasztor ss. Albertynek. Blick auf die Seilbahnstation am Kasprowy Wierch<

Der Weg führte erst 100 m steil hoch, dann hangparallel weiter, und durch das Dolina Strazyska Tal ging ich dann runter nach Zakopane.



Das war ein schöner, aber auch steiniger, feuchter und anstrengender Weg, der Konzentration erforderte, weil man meist nach unten gucken musste, um zu sehen, wo man hin trat.









>Strazyska-Tal mit Hausberg Giewont<

Jedenfalls gibt es hier schöne Wege und eine gute Wanderkarte zu kaufen, die Höhenlinien hat und sogar die Zeiten angibt, die man als Normalwanderer braucht, bestimmte Streckenabschnitte zu laufen.

Dritter Tag. Morskie Oko. Reiner Zufall, ich sah Busse, die dort hinfuhren und schaute auf meiner Karte nach, was das wohl ist? Es ist einer der größten Seen der Hohen Tatra und das wohl bekannteste Ziel hier. 18 km Busfahrt. Die Busse dürfen jedoch nur bis auf 9 km ran fahren, dann muss man laufen - oder mit einem Pferdewagen weiter fahren. Diese können mindestens 12 Personen mitnehmen, zwei Pferde ziehen.



Es waren etliche dieser Pferdewagen unterwegs, aber ich ging zu Fuß. 400 Höhenmeter, von ca. 1.000 auf 1.400 m waren auch zu überwinden. Wie daran zu erkennen ist, ist es im Grunde eine Straße, die zum See führt.

Der Weg, eher wenig spannend, zwei Talwege, erst Dolina Bialki, dann Dolina Rybiego Potoku. Viel Fichtenwald, mit bemerkenswert vielen toten Bäumen in manchen Bereichen. Ich tippe mal auf Borkenkäfer.






Der See, ein in der letzten Eiszeit entstandener Karsee ist schon toll gelegen, ein Kranz von Zweitausendern umgibt ihn, darunter auch der 2.503 m hohe Rysy (Meeraugspitze). Es gibt dort einen Gasthof mit perfekter Aussichtsterrasse auf den vereisten See.



Als ich ankam, war es mit dem anfangs noch tollen sonnigen Wetter aber schon vorbei. Es zog sich zu und beeinträchtigte die Aussicht.



200 m höher liegt noch ein zweiter Karsee, aber in Anbetracht der Wetterrisiken und des schneereichen Weges nahm ich davon Abstand. Es hätte auch zwei zusätzliche Stunden in Anspruch genommen und ich hatte keine Ahnung, wann denn hier der letzte Bus zurück nach Zakopane fährt.

Also zurück. Dann, schon auf der Busfahrt, goss es heftig. Auch in Zakopane, das war ja klar. Ich rettete mich in das mir schon bekannte Café, liess dort bestimmt 10 € für leckeren Kaffee, Kuchen und Eis. Das musste mal sein.

Ich verlasse morgen wieder die Gegend, der Urlaub ist ja nicht als Tatry-Reise konzipiert. Ausserdem regnet es hier morgen sowieso tüchtig.

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