Sounds

Mittwoch, 15. Februar 2017

In Concert: Clara Haberkamp Trio

Obgleich ich nur ca. 100 m vom „Alten Pfandhaus“ in der Kölner Südstadt entfernt wohne, war ich in dieser Veranstaltungsstätte noch nie. Dabei wohne ich hier schon viel länger als die Veranstaltungsstätte existiert (wahrscheinlich seit 2006) und will das schon seit Jahren mal schaffen. Aber man ist hier spezialisiert auf Jazz, und in diesem Bereich kenne ich mich bestenfalls flüchtig aus, auch wenn ich seit mindestens 15 Jahren gelegentlich die eine oder andere Jazz-Scheibe kaufe.

Am letzten Sonntag war es dann soweit: Clara Haberkamp Trio, junge Talente und in diesem Jahr nominiert für den Echo-Jazz-Preis. Die Lady singt und spielt Piano, die beiden Männer sind für Schlagzeug und Bass zuständig.

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>Bildcollage vom Konzert im Alten Pfandhaus<

Das Konzert war toll, gute Akustik im Saal, ein zukünftiger Star fast zum Anfassen, perfekte Sicht. Das war ein geradezu erlesen intimes Konzert, ca. 25 Gäste, wobei der Saal 220 Personen aufnehmen kann, wovon wahrscheinlich 100 oben auf der Rotunde stehen müssten.

Die geringe Resonanz sagt jedenfalls einerseits etwas über den schlechten Musikgeschmack der Kölner (Stichwort Karneval!), andererseits auch etwas über die geringe Angesagtheit der Musikrichtung Jazz. Man kennt meist die Akteure einfach nicht – noch nicht mal vom Namen her, daher kommt kaum jemand. Wenn man sich im Jazz auskennen will, muss man einen Jazz-Sender hören oder eine Jazz-Zeitschrift regelmäßig lesen – sonst bekommt man quasi gar nichts mit.

Bei mir war das diesmal anders. Ich sah den Termin in den „Tipps und Terminen“ und war gerade fähig zu prüfen, ob das Trio eine CD bei spotify zum Anhören hat. Das mache ich bisher nur selten und meist auch nur, wenn es Jazz ist und der Name der Band bedeuten könnte, dass eine Lady singt. Auf spotify gab es jedenfalls mindestens eine CD, und sie gefiel mir sehr gut, wenn es auch nicht das neueste Werk war, das am Sonntag präsentiert werden sollte.

Jedenfalls gefällt mir an dieses Trio, das nicht nur zwei Männer mit moderat-mainstreamigen jazztraditionellen Tönen die Songs einer Lady ausmalen, sondern gekonnt eigenwilliger Jazz mit größeren, auch vertrackten Jazzparts ihrer Begleiter dargeboten wird. Auch das Piano klimpert nicht nur wohlgefällig dahin.

Es gab eine Trinkpause, und zwei Zugaben gab es später auch noch.

>Der von ihr hochgeladene Kurz-Zusammenschnitt aus einer Live-Veranstaltung in Berlin vermittelt einen Eindruck<

Sounds: Hope Sandoval And The Warm Inventions mit „Until The Hunter“

Die Amerikanerin Hope Sandoval ist schon lange im Musikgeschäft unterwegs. Als Sängerin der immer noch existenten Band „Mazzy Star“ erschien 1990 das erste Album und auch das erste Album mit den Warm Inventions blickt auf das Jahr 2001 zurück. Indes – es gab längere Pausen und insgesamt erschienen von den beiden Bands bisher nur 7 Alben.

Ihre Musik gilt als psychedelisch angehaucht, oft ätherisch zwischen Folk, Alternative Rock und Dream-Pop. Das neueste Album „Until The Hunter“ (2016), das ich mir kürzlich zulegte, geht in dieselbe Richtung.

>Ansprechende neuere Live-Videos fand ich nicht. Aber etwas Historisch ist ja auch mal schön: „Mazzy Star“ live 1994 mit „Blue Flower“, dankenswerterweise hochgeladen von Wavewolff<

Freitag, 10. Februar 2017

Musikalben geprüft (6/2017)

In dieser Prüfserie gefielen mir die Alben des Clara Haberkamp Trios und von Gemma Ray am besten.

Clara Haberkamp Trio. Album: You Sea! (2015). Etwa zweites Album eines deutschen Trios. Das ist echter, mitunter auch vertrackt-komplexer, aber oft durchaus melodischer Jazz. Die Lady singt manchmal und spielt Piano, aber auch Bass und Schlagzeug sind sehr aktiv. Gefällt mir gut, werde ich wohl kaufen. SHR: 1 T.

Gemma Ray. Album: The Exodus Suite (2016). Siebtes Album einer britischen, in Berlin lebenden Singer-/ Songwriterin. Ihre Musik hat auch auf diesem Album episch-cineastische Elemente und wird zum Teil dem Pop Noir und Gothic Folk zugerechnet. Gefällt mir ganz gut (manchmal mit Abstrichen an ihrer verhallten Voice). Einen Kauf der Scheibe kann ich ja mal in Erwägung ziehen. Anspieltipp: „Ifs & Buts“. SHR: 2 T – 11 T.

Hannah Georgas. Album: For Evelyn (2016). Drittes Album einer kanadischen Singer-/Songwriterin. Ungefährlich, tut nicht weh, ist aber einen Touch zu mainstreamig. SHR: 32 T – 632 T.

Josienne Clarke & Ben Walker. Album: Overnight (2016). Viertes Album eines britischen Kammerfolk-Duos. Meist sehr getragen, ruhig, manchmal auch mit Jazz- und Klassik-Einsprengseln, nervt selten, hat auch ein paar bessere melancholische Songs. SHR: 6 T – 152 T.

Klimt 1918. Album: Undressed Momento (2003/05). Etwas Historisches. Debut-Album einer gitarrenlastigen italienischen DarkWave-/ Alternativrock-Band. Oft sentimentaler Sound, sentimentaler Gesang, kann vereinzelt aber auch metallastig werden. Kann man anhören. Sie haben in 2016 nach 7,8 Jahren Pause überraschend ein viertes, neues Album heraus gebracht, das aber über spotify zur Zeit nicht umfassend frei geschaltet ist. Es war auch damals schon ein Problem, ihre Werke zu hören. SHR: 6 T – 15 T.

The Living Gods of Haiti. Album: Bone Dry (2016). Debut-Album eines britisch-französischen Duos, die Lady singt. Ätherisch-elektronische Musik mit Tribal-Klängen, der man mehr Hang zum Pop als zu mystischen Atmosphären nachsagt, ist dort zu hören. Durchweg kurze Songs. Kann man anhören, hebt sich vom gewöhnlichen Einerlei schon ab, aber ist in der Tat streckenweise zu poppig. SHR: 1 T.

The Merlin Bird. Album: Chapter and Verse (2014). Debut-Album einer australischen Art-Rock-Band. Mal Mann, mal Frau singen zu relativ altertümlichen wirkenden Prog-Klängen. Kann man anhören, traf aber nicht so ganz meinen Geschmack. SHR: 1 T.

Tini Thomsen. Album: MaxSax (2013). Viel gelobtes Debut-Album einer deutschen Bariton-Saxofonistin, die hier im Band-Sound aktiv ist und deren Album auch jazzrockige Stücke mit vereinzelt (männlichen) Gesang aufbieten kann. Mir ist der Sound allerdings zu unmelodisch. SHR: 1 T – 2 T.

Alben geprüft mittels spotify.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz, angegeben zum Zeitpunkt meines Zugriffs auf die Songs > 2 min., in 1.000 Zugriffen (T) je Song.

Sonntag, 5. Februar 2017

Musikalben geprüft (5/2017)

Am besten gefielen mir die Alben von Clara Engel und Emma Ruth Rundle.

Amber Arcades. Album: Fading Lines (2016). Debut-Album einer niederländischen Singer-/Songwriterin. Oft sind ziemlich viele einfache elektronische Rhythmen zu hören und ihre Voice haut mich auch nicht um. SHR: 30 T – 384 T.

Binoculers. Album: Adapted to Both Shade and Sun (2015). Drittes Album einer deutschen Dream-Pop-Band mit Lady am Micro. Es gibt ein paar Lichtblicke, aber der oft synthi-versponnene Dream-Pop-Sound ist mir generell meist zu „kitschig“ oder langweilig, so auch hier. Anspieltipp: „My Shouts“. SHR: 1 T.

Clara Engel. Album: Secret Beasts (2009/15). Fünftes Studio-Album einer kanadischen Singer-/Songwriterin, deren klagend-sakraler Sound mal als Folk Noir oder Gothic Blues beschrieben wird und mitunter auch von avantgardistischen Sound-Strukturen beeinflusst ist. Eindringlich. Und hier spielt eine Band. Das Album gefällt mir gut, werde ich versuchen zu kaufen. SHR: 1 T.

Devilment. Album: II – The Mephisto Waltzes (2016). Zweites Album einer britischen Gothic-Metal-Band. Der Sound enthält zu viele Trash-Metal-Elemente, aber auch einige angenehm melodische, ruhigere Gothic-Melodien oder epische Passagen. Hier ist auch, aber nicht überwiegend eine Lady am Micro und kann erfreuliche Akzente setzen. Anspieltipp: „Full Dark, No Stars“. SHR: 11 T – 92 T.

Emma Ruth Rundle. Album: Marked For Death (2016). Drittes Solo-Werk einer amerikanischen Lady, die auch in diversen, mir nicht näher bekannten Bands aktiv war. Der Sound hat folkrock-lastige Singer-/Songwriter-Qualitäten und ist relativ psychedelisch und schroff. Kann gefallen. SHR: 35 T – 185 T.

Flo Morrissey & Matthew E. White. Album: Gentlewoman, Ruby Man (2017). Zweites Album der britischen Singer-/Songwriterin, die hier zusammen mit einem Amerikaner ein Album mit Duett-Cover-Songs berühmter alter Songs diverser Interpreten heraus bringt, z.B. „Suzanne“ von Leonard Cohen. Mir sind die Interpretationen allerdings zu mainstreamig geraten. SHR: 42 T – 895 T.

Alben geprüft mittels spotify.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz, angegeben zum Zeitpunkt meines Zugriffs auf die Songs > 2 min., in 1.000 Zugriffen (T) je Song.

Sonntag, 29. Januar 2017

Musikalben geprüft (4/2017)

Am besten gefielen mir die Alben von Metromara sowie Wardruna.

It's A Beautiful Day. Album: Live in the Studio San Francisco '71 (remastered, 2016). Sozusagen der Prototyp einer amerikanischen Summer-Hippie-Band. Sie brachte zwischen 1969 und 1973 vier Studio-Alben heraus und löste sich dann auf. Ich glaube, mein Bruder hatte mal das Debut-Album, welches den tollen Song „White Bird“ enthält. Dieses Live-Studio-Album enthält eine 9-min-Fassung dieses Songs. Violine und altmodisches Keyboard prägen hier den psychedelischen Sound. Davon abgesehen, fand ich aber schon früher, dass kein anderer Song im Werk der Band an „White Bird“ auch nur näherungsweise heran reicht. Das ist schade, antiquierter Blues Rock und auch Rock'n Roll sind sonst zu hören. SHR: 1 T.

Jeff Beck. Loud Hailer (2016). Der Gitarrist, der schon seit Mitte der 1960er Jahre – damals mit den Yard Birds – im Musikgeschäft unterwegs ist, bringt seit 1975 Solo-Alben heraus. Dies ist ungefähr Studio-Album No. 16 und das erste Mal, dass ich überhaupt in eines seiner Alben hereingehört habe. Dies ist Blues Rock, und hier singt eine Frau (Rosie Bones). Meine Geschmacksnerven wurden nicht getroffen, das ist mir einfach ein zu mainstreamiger Rockstil. SHR: 126 T – 1.290 T.

Kidneythieves. Album: Trickstereprocess (2004), The Mend (2016, mp3). Das ältere dieser beiden Alben einer amerikanischen Rockband mit Lady am Micro ist ein Re-Release-Album. Zum damaligen Zeitpunkt hatte die Band zwei Studio-Alben heraus gebracht. Stilistisch stehen hier melodische Songs mit oftmals relativ interessanten Industrial-Soundstrukturen im Vordergrund. Danach gab es nur noch zwei weitere Alben, wobei letzteres nur noch als mp3-Release erschien. Tendenziell würde ich das ältere Album bevorzugen. SHR: 14 T – 94 T, 6 T – 29 T.

Lera Lynn. Album: Resistor (2016). Drittes Album. Americana-Sound von einer amerikanischen Singer-/Songwriterin, die durch eine TV-Serie bekannt wurde. Kann man anhören, hätte aber noch dunkler getönt sein dürfen. SHR: 44 T – 1.025 T.

Metromara. Album: Self-Portrait in Twelve Colors (2016). Debut-Album einer in den Niederlanden gegründeten Multi-Kulti-Jazz-Band mit Lady am Micro. Relativ angenehmer Sound, gute Jazz-Voice, die den einzelnen Solisten dennoch viel spielerischen Raum in den bis zu fast 8 Minuten langen Stücken lässt. Ein bisschen minimalistischer hätte mir der Sound wahrscheinlich noch besser gefallen. Sollte man „im Auge“ behalten. Anspieltipp: „Fly“. SHR: 1 T.

North Sea Radio Orchestra. Album: Dronne (2016). Viertes Album eines britischen Kollektivs, das sich zwischen Neo Klassik, Ambient und Folkpop bewegt. Der etwas eigentümliche Sound ist nicht überwiegend instrumental, sondern kann auch Gesang von Mann und/oder Frau aufbieten. Meine Geschmacksnerven wurden jedoch nicht so richtig getroffen. SHR: 1 T – 4 T.

Pavlov's Dog. Album: Echo & Boo (2010). Das Debut-Album dieser amerikanischen Band, „Pampered Menial“, wurde 1975 veröffentlicht, einige Jahre später legte ich es mir zu. Die Band wird dem Progressive Rock zugerechnet, längere Epen haben sie aber nie gemacht. Nach dem Debut gab es ein zweites Werk kurz danach, aber dann erschien nur noch sporadisch alle Jubeljahre mal etwas Neues, weshalb „Echo & Boo“, ihr bisher letztes Album, erst als Album No. 5 zu betrachten ist. Ihr häufig von Mandoline, Geige oder Piano stark beeinflusster Sound sowie die markante Stimme des Sängers sind immer noch prägend, aber wirklich überdurchschnittliche Songs fand ich auf dem Album nicht. SHR: 1 T – 3 T.

Sun And The Wolf. Album: Salutations (2015). Zweites Album einer in Berlin ansässigen Neuseeland-Band. Psychedelischen Retro-Rock sanfterer Bauart, mitunter mit Sixties-Feeling, haben sie auf ihre Fahne geschrieben. Kann man mal anhören, tut nicht weh. SHR: 1 T – 3 T.

Trentemøller. Album: Fixion (2016). Der dänische Electronic-Künstler machte vor allem mit Singles und EP's auf sich aufmerksam – vorzugsweise in Dänemark selbst. Sein fünftes Studio-Album bewegt sich im Bereich zwischen Trip Hop, Ambient und düster-melodischen Syntheziser-Klängen, eine Lady übernimmt gelegentlich die Voice. Kann man mal anhören, tut nicht weh, der Sound wirkt auf mich aber zu weichgespült. SHR: 133 T – 680 T.

Unio Mystica. Album: Unio Mystica (2002). Dieses schwedische Duo, das stilistisch unter Gothic/Heavenly Voices einsortiert werden kann und sich ähnlich wie z.B. Qntal anhört, brachte nur dieses eine Album heraus. Die sakrale Mittelalter-Female Voice überzeugt, der melodische, computergenerierte Sound ist aber relativ einfach gestrickt. Längst vergessen, aber das Album wurde 10 Jahre später remastered noch einmal herausgebracht. SHR: 1 T.

Wardruna. Album: Runaljod – Ragnarok (2016). Drittes Album einer norwegischen Band, die dem „Nordic Ritual Folk“ und Dark Ambient zugeordnet wird. Ähnelt dem Pagan Folk, viel monotone Percussion, Geräusche altertümlicher Instrumente und dunkle elegische Männer-Gesänge kann der Sound dieses Albums aufbieten. Aber ob mir dieses druidische Getrommel und der manchmal verzerrte Gesang wirklich so zusagen, ist nicht so sicher. Live ist es bestimmt sehr hypnotisch. Anspieltipp: „MannaR – Liv“. SHR: 171 T – 757 T.

Alben geprüft mittels spotify.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz, angegeben zum Zeitpunkt meines Zugriffs auf die Songs > 2 min., in 1.000 Zugriffen (T) je Song.

Samstag, 21. Januar 2017

Musikalben geprüft (3/2017)

Am besten gefielen mir die Alben von Agnes Obel sowie Hope Sandoval And The Warm Inventions.

Agnes Obel. Album: Citizen of Glass (2016). Drittes Album einer dänischen, in Berlin lebenden Singer-/Songwriterin. Ihr zweites Album habe ich schon vor 2, 3 Jahren gekauft. Sie ist ziemlich erfolgreich, was man auch an den spotify-Klicks sieht – und das, obgleich ihre von Klavier und Streichern geprägten Songs oft relativ melancholisch rüber kommen. Es ist möglich, dass ich mir auch dieses Album noch zulege. SHR: 440 T – 4.030 T.

BOL & Snah. Album: So? Now? (2016). Zweites Album eines norwegischen Kooperations-Projektes mit Lady am Micro, das stilistisch als Mischung aus Postrock, Hardrock und Jazzelementen beschrieben wird. Kann man anhören und hat gute Kritiken bekommen, aber so wirklich angesprochen hat mich der Sound nicht. SHR: 1 T – 2 T.

Curved Air. Album: North Star (2014). Nach 34 Jahren Pause brachte diese britische Progressive-Rock-Band in 2010 ein Album heraus, das überwiegend neu eingespielte Songs aus ihren alten 70er-Jahre-Alben enthielt. Das neueste Album enthält deutlich mehr ganz neues Material, auch wieder neu eingespielte alte eigene Songs und Cover-Songs anderer Bands. Es überrascht mich nicht, dass mich das Album als Ganzes nicht ansprach, da ich auch aus früheren Zeiten nichts von dieser Band habe. SHR: 1 T – 7 T.

District 97. Album: One More Red Night (2014, live). Dies ist ein Live-Album, aufgenommen mit John Wetton als Gastsänger. Es vertont King-Crimson-Stücke wie „21th Century Schizoid Man“ neu. Während ich mir die drei existierenden Studio-Alben der Band zulegte, will mich dieses Werk nicht so sehr überzeugen. SHR: 1 T – 2 T.

Eivør. Album: Slør (2015). Etwa 14. Album einer seit dem Jahr 2000 mit Veröffentlichungen in Erscheinung tretenden Singer-/Songwriterin von den Faröer Inseln. Das Album ist mir zu poppig, auch wenn auf ein, zwei Songs schamanistische Klänge zu hören sind. SHR: 74 T – 282 T.

Fire! Orchestra. Album: Ritual (2016). Wahrscheinlich viertes Album einer Kollaboration zwischen dem schwedischen Trio Fire! und einem Orchester, das irgendwo zwischen Experimental Noise, Prog- und Kraut Rock sowie Free Jazz agiert und auch zwei Sängerinnen hat. Die meist über 9 min. langen Stücke sind sehr exaltiert, auch die Gesangspassagen. Im Ergebnis nicht uninteressant, aber selbst mir zu schräg und manchmal nervend. SHR: 3 T – 6 T.

Giant Sand. Album: Heartbreak Pass (2015). Vor ewigen Zeiten habe ich von dieser amerikanische Alternative-Country- Indie-Band, die mindestens seit 1985 auf dem Markt aktiv ist, mal ein Album gekauft. Das hier erwähnte, bislang letzte Album ist jedenfalls ungefähr Studio-Album No. 24. Es gibt auch einige interessante Songs mit Duett-Gast-Sängerinnen, aber dieser gewohnt holprig angeschrägte Country-Sound ist dennoch nicht so mein Geschmack, auch wenn das Album vielleicht zu den besseren der Band zählen mag. SHR: 22 T – 85 T.

Hope Sandoval And The Warm Inventions. Album: Until the Hunter (2016). Drittes Album dieser amerikanischen Band, die bereits im Jahr 2000 mit einer EP in Erscheinung trat. Hope Sandoval war aber schon vorher lange als Sängerin der Band Mazzy Star aktiv. Der Sound des Albums ist überwiegend ruhig-melancholisch lasziv-psychedelisch, manchmal mit Blues Rock- und Soul-Anleihen. Gefällt mir ganz gut, wäre immerhin möglich, dass ich mir das Album zulege. SHR: 53 T – 576 T.

Alben geprüft mittels spotify.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz, angegeben zum Zeitpunkt meines Zugriffs auf die Songs > 2 min., in 1.000 Zugriffen (T) je Song.

Freitag, 13. Januar 2017

Musikalben geprüft (2/2017)

Die Prüfung einiger Alben mittels spotify führte diesmal zu dem Ergebnis, dass keines mich so sehr überzeugte, dass ich nun meinen würde, es haben zu müssen.

Roachpowder. Album: Atomic Church (2001). Altes, zweites und möglicherweise auch letztes Album einer schwedischen Band, das stilistisch irgendwo im Stoner-, Heavy- und Psychedelic-Rock angesiedelt ist. Lärmend - das ist wohl nicht so ganz meine Richtung. Merkwürdig, dass man dieses alte Album z.B. auch bei Amazon noch kaufen könnte. SHR: 1 T – 7 T.

Sirenia. Album: Dim Days of Dolor (2016). Achtes Album einer erstmals in 2002 mit einem ersten Album in Erscheinung getretenen norwegischen Symphonic-Metal-Band. Sie haben eine neue Front-Lady am Micro, ansonsten hört man auch bösen Männergesang und Chöre. Bombastisch, kann man ohne Probleme stilistisch in die Nightwish-Schublade einsortieren, ohne dass dieses Album – zumindest aus meiner Sicht – deren Klasse erreicht. Es wirkt auf mich ziemlich unruhig und auch mitunter nervend. SHR: 10 T – 120 T.

Steven Wilson. Alben: Grace For Drowning (2011), The Raven That Refused to Sing (2013), Hand. Cannot. Erase (2015). Steven Wilson, Kopf der britischen Progressive-Rock-Band Porcupine Tree, tritt seit 2009 regelmäßig mit hochgelobten Solo-Alben hervor, die lange Zeit nicht über spotify greifbar waren (im Moment sind sie es). Die Alben geben dem Progressive Rock neue Impulse. Das Doppelalbum „Grace For Drowning“ offenbart auch meditative Momente, etwa im 23-minütigen „Raider II“. Die Alben „The Raven That Refused to Sing“ und „Hand. Cannot. Erase“ schafften es bis auf Platz 3 der deutschen Charts. Ich schätze mal, das Besondere an den Steven-Wilson-Alben ist, dass sie sich nicht ausschließlich auf eingefahrene und hinlänglich bekannte Rhythmusstrukturen und Melodieführungen beschränken und ein ausgesprochen kompositorisches Talent des Mannes hörbar wird. Dennoch zieht mich nicht viel hin zu seiner Musik, wahrscheinlich fehlt mir da eine „dunkle Note“. SHR: 33 T – 206 T, 111 T – 341 T, 112 T – 302 T.

Tove Lo. Album: Lady Wood (2016). Mit diesem, ihrem zweiten Album schaftte es diese schwedische Lady auf Platz 1 der schwedischen und Platz 11 der US-Charts und ist auch sehr erfolgreich bei spotify. Dieser Disco-Pop-Sound kann mich allerdings echt nerven. SHR: 2.149 T – 179.804 T.

Umbra Et Imago. Album: Die Unsterblichen (2015). Album No. 13 einer deutschen Gothic-/NDH-Band, die erstmals 1992 mit einem Album auf sich aufmerksam machen konnte und deren Bühnen-Präsenz häufig Sado-/Maso-Elemente umfasste. Die „Neue Deutsche Härte“ (NDH) mit Metal-Elementen sowie dunklem Gesang auf deutsch, die insbesondere durch Rammstein bekannt wurde, war noch nie mein favorisierter Sound. Manchmal, wenn man gerade schreckliches Mainstream-Gedudel gehört hat, ist der Sound aber mal ganz erholsam, weil er auch düster-melancholische Elemente hat. Anspieltipp: das gelungene, fast 10-minütige „Viva Vulva“. SHR: 1 T – 4 T.

Vangelis. Album: Rosetta (2016). Auf den Sound dieses griechischen Soundtüftlers, der von Anfang an auch im Bereich Filmmusik tätig war, stand ich insbesondere in den Jahren 1979–81 - da kaufte ich eine ganze Reihe auch älterer Alben. In diesen Zeitraum fallen auch die ersten beachtlichen „Jon & Vangelis“-Werke. Manche der frühen Werke standen dem Progressive- und Bombast-Rock nahe, bevor er seine typischen fließenden Synthesizer-Kompositionen entwarf, die auch schon mal ins Kitschige abdriften konnten. In den letzten 20 Jahren ging seine Popularität – nach den Charts-Platzierungen seiner Alben zu urteilen - zurück. Sein neues, ca. 25. Album knüpft stilistisch an „Albedo 0.39“ (1976) an, doch gibt es nichts allzu Spektakuläres und nichts Bombastisches dort zu hören. SHR: 43 T – 190 T.

Wall of Sleep. Album: Slow But Not Dead (2004). Debut-Album einer ungarischen Doom-Metal-Band, die inzwischen mindestens fünf Alben veröffentlicht hat. Stilistische Ähnlichkeiten zu den frühen Black Sabbath sind unverkennbar, ansonsten gibt es auch Stoner-Elemente im Stil. Kann man gut anhören. SHR: 1 T.

Yello. Album: Toy (2016). Dieses Schweizer Electronic-Duo ist für mich eigentlich ein 1980er-Jahr-Act, denn damals kaufte ich zwei Alben von ihnen. Bemerkenswerterweise hat es ihr neues, nach 7 Jahren Schaffenspause entstandenes 13. Album auf Platz 2 der deutschen Charts geschafft und ist damit höher aufgestiegen als alle anderen. Yello bediente sich schon immer Gast-MusikerInnen, das ist auch auf dem neuen Album so. Qualitativ kann der Sound an alte Erfolge anknüpfen, und ich empfinde ihn immer noch als angenehm - typisch Yello, sage ich mal. SHR: 28 T – 161 T.

Alben geprüft mittels spotify.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz, angegeben zum Zeitpunkt meines Zugriffs auf die Songs > 2 min., in 1.000 Zugriffen (T) je Song.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Sounds: Blood Ceremony mit „Lord of Misrule“

Die kanadische Band Blood Ceremony mit ihrer auch Flöte und Orgel spielenden Sängerin gefällt mir ganz gut. Drei ihrer vier Alben habe ich bisher gekauft, so auch ihr neuestes Werk „Lord of Misrule“ (2016). Ihr Stil ist irgendwo zwischen Doom, Psychedelic Rock und Progressive Hardrock angesiedelt.

>Blood Ceremony live mit „Lord of Misrule“ vom gleichnamigen Album, dankenswerterweise hochgeladen von vinylscratch1<

Eine überaus starke und variantenreiche Platte“, meint stormbringer.

Sonntag, 8. Januar 2017

Sounds: Gazpacho mit „Molok“

Die norwegische Band Gazpacho kann immer noch schöne episch-melancholische Art-Rock-Werke machen. Auch auf „Molok“ (2015), ihrem bis dato letzten und neunten Studio-Album, gibt es mindestens zwei solcher Highlights, weshalb ich mir das Album noch im letzten Jahr zulegte.

>Gazpacho live mit „I've Been Walking Pt. 2“ von ihrem letzten Album, dankenswerter hochgeladen von pierrloup<

Nach drei gekauftem Alben in diesem Jahrzehnt kann man wohl behaupten, dass sie aktuell zu meinen liebsten Bands gehören.

Samstag, 7. Januar 2017

Musikalben geprüft (1/2017)

Ich habe mal wieder mittels spotify einige Alben geprüft. Die Alben von Olivia Trummer und Pelander sollte ich mir vielleicht zulegen.

Konni Kass. Album: Haphe (2016). Debut-Album einer Indie-Pop-Band von den Faröer-Inseln mit Lady am Micro. Hat für meinen Geschmack zu viele zuckrige Nordic-Pop-Momente. SHR: 1 T – 53 T.

Lord of the Lost. Album: Empyrean (2016). Fünftes Studio-Album einer deutschen Dark-Rock-Band, die erst in 2009 mit einer ersten Single die kommerzielle Bühne betrat. In 2015 kaufte ich ein ziemlich gutes Live-Album von ihnen. Dieses neue Album ist mitunter stilistisch ähnlich, enthält aber mehr – aus meiner Sicht unerwünschte – Metal-Elemente und auch einige weniger eingängige Songs. Anspieltipp: „The Interplay of Life and Death“. SHR: 7 T – 53 T.

MaidaVale. Album: Tales of the Wicked West (2016). Debut-Album einer schwedischen, nur von Ladies betriebenene Blues- und Psychedelic-Rock-Band. Enthält mit „Heaven and Earth“ einen gecoverten, ganz tollen schroff-melancholischen 11-minütigen Instrumental-Track, der allerdings auf der CD/LP nicht drauf sein soll, sondern nur zusätzlich mit Code herunterladbar ist - weshalb ich die CD auch nicht kaufen werde. Der Rest des Albums ist weitgehend schroffer Heavy Blues mit Hard-Rock-Tendenz bekannter Machart, und der Gesang ist jetzt auch nicht soo überzeugend. SHR: 6 T – 28 T.

Neurosis. Album: Fire Within Fires (2016). Die seit 1988 aktive amerikanische Band Neurosis wird von mir geschätzt, da in oft langen Songs kongenial längere sehr melodisch-melancholische Passagen von sehr schroffen Passagen abgelöst werden und mir der klagende Gesang sehr gefällt. Deshalb kaufte ich immerhin schon 3 Alben von ihnen. Nach 4 Jahren haben sie nunmehr ein neues, zwölftes Album herausgebracht. Es enthält 5 Songs mit zwischen 5 und 11 Minuten Länge. Der Sound, typisch Neurosis, sage ich mal, sticht aus meiner Sicht nicht weiter positiv aus ihrem Gesamtwerk hervor. SHR: 43 T – 99 T.

Olivia Trummer. Album: Fly Now (2014). Fünftes Album einer schon mit diversen Preisauszeichnungen gewürdigten deutschen Jazz-Sängerin und Pianistin. Auf diesem Album ist sie mit weiteren Jazz-Leuten ins Studio gegangen, die den Sound instrumentell erweitern. Es ist eine überwiegend entspannte, nicht allzu experimentelle Jazz-Platte geworden, die gleichwohl nicht nur einfachen Schema-F- oder Background-Jazz bietet und die ich vielleicht kaufen werde. SHR: 1 T.

Pelander. Album: Time (2016). Dies ist ein Solowerk des Frontmannes der mir nicht näher bekannten schwedischen Heavy-Metal-Band Witchcraft. Es ist ein weitgehend akustisches Werk, das ich überwiegend dem Singer-/Songwriter- sowie Epic- und Dark Folk zuordnen würde. Gefällt mir, enthält auch zwei längere Stücke um die 9-min-Marke. Der Mann hat zudem eine gute Stimme. Das Album kaufe ich vielleicht. SHR: 4 T – 38 T.

Alben geprüft mittels spotify.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz, angegeben zum Zeitpunkt meines Zugriffs auf die Songs > 2 min., in 1.000 Zugriffen (T) je Song.

Gefangen in Köln 2.0

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Ob man wohl rausgehen kann?

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