Dienstag, 19. November 2013

Im Kino – Jenseits der Hügel und andere Filme

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Nachdem ich kürzlich schon „Die Nonne“ im Kino sah, kam jetzt mit Cristian Mungiu's rumänischen Film Jenseits der Hügel wieder ein Kloster-Film dran. Wer nun meint, mich würden Klosterfilme und das Klosterleben interessieren, hat ganz recht. Allerdings leben könnte ich in einem Kloster nicht, da ich mit Frühaufstehen, Beten, an Gott glauben etc. nichts im Sinn habe. Als alternativer Gegenentwurf zu meinem eigenen Leben interessiert mich aber der Gemeinschaftssinn in solchen Einrichtungen zumindest auf filmischer Ebene.

Der zweieinhalbstündige Film zieht erwartungsgemäß kaum Jemanden ins Kino – obgleich er die Goldene Palme in Cannes gewann. Drei Kinogäste waren wir – in einer Millionenstadt. Das ändert jedoch nichts daran, dass man ein sehr authentisch wirkendes Spektakel mit guten SchauspielerInnen und viel aus dem täglichen Leben in der Klostergemeinschaft zu sehen bekommt. Der Film, obgleich relativ langsam inszeniert, kann zum Teil allein aufgrund der geführten Gespräche durchaus packen.

Im Mittelpunkt der beeindruckenden Geschichte steht eine Mädchenfreundschaft. Doch die eine geht nach Deutschland und die andere in ein kleines Kloster auf einem Hügel jenseits der nicht näher bezeichneten rumänischen Stadt. Die Rumänin kommt in Deutschland nicht zurecht, ist einsam, kehrt nach Rumänien zurück, um ihre Freundin zu holen. Sie muss jedoch erkennen, dass die Freundin nun Gott dient. Das dauert – und es führt zum völligen Zusammenbruch der zurückgekehrten jungen Frau.

Schließlich weiss sich die kleine Nonnengemeinde, die in ihrem Kloster ohne Strom im schneereichen Winter haust, nicht mehr anders zu helfen, als die Frau, die nicht von ihrer Freundin lassen will und massiv das Klosterleben stört, unter Leitung ihres Priesters einem Exorzismus zu unterziehen. Die Frau stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus an Erschöpfung, vielleicht auch an falscher Medikation, die Polizei kommt.

Ein Film, der einen trotz seiner Länge und Düsternis packt und berührt“, meintlivekritik.

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Joseph Gordon-Levitt's Film Don Jon erzählt überspitzt von einem jungen Typen, der zwanghaft tagtäglich Pornos auf seinem Laptop guckt, obgleich er praktisch jede Frau in der Disco für irgendwelche One-Night-Stands bekommt. Nur, sie befriedigen ihn nicht wirklich. Irgendwann lernt er sein Traumfrau (Scarlett Johansson) kennen, die nach mehrmonatiger Beziehung die History auf seinem Laptop anguckt und dort die ganzen Pornoverweise der letzten Zeit sieht. Mit der Beziehung ist es dann aus.

Er lernt dann eine andere viel ältere und weisere Frau (Julianne Moore) kennen, die ihn vom Porno ansehen zeitweise abbringen kann.

Ach ja, und in die Kirche geht der Typ auch jedes Wochende, um alle seine Sünden zu beichten.

In dem Film hat man einigen Stoff zum Fremdschämen und/oder Kopfschütteln. Ungeachtet dessen ist er keineswegs schlecht gemacht und zum Teil relativ witzig.

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János Szász' Kriegsdrama Das große Heft spielt in Ungarn während des 2. Weltkriegs. Ein Ehepaar entscheidet, die beiden Söhne zur Großmutter auf den Bauernhof zu bringen. Doch die Mutter und ihre Mutter waren sich Feind, und die Großmutter läßt das ihre Enkel spüren, die vom ersten Tag an nur gegen harte Arbeit etwas zu Essen bekommen. Umsonst gibt es sonst nur noch Schläge. Schläge fügen sich die Kinder auch gegenseitig zu – als Abhärtung bewusst antrainiert.

Der Krieg rückt näher, der Winter auch. Die Kinder finden einen geflohenen Soldaten, wollen helfen, doch am nächsten Morgen ist der Soldat eine steifgefrorene Leiche. Sie nehmen die Waffen mit, verstecken sie im Garten. Nebenan wurde ein KZ aufgebaut, Menschen werden durch die Stadt zum Lager getrieben.

Die Kinder lernen eine junge Frau kennen, die jedoch den Schuster an die Nazis verrät. Der schenkte den Kindern Schuhe, und deshalb rächen die Kinder den Schuster, indem sie Handgranaten im Ofen der schönen Frau verstecken. Später sehen sie erst die Mutter sterben, dann den Vater, als diese – voneinander getrennt - versuchen, sie abzuholen.

Der Film erzählt viel – in düsteren Tönen. „Menschlichkeit und Nächstenliebe und alle teuer gehandelten moralischen Werte sind nur Lug und Trug in unserer anscheinend so hoch entwickelten Gesellschaft und überleben kann nur, wer sich illusionslos auf diese Tatsache einstellt“, ist nach der filmgazette die Kernthese dieses gleichwohl etwas altmodisch inszenierten Films.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Jenseits der Hügel: ja, vielleicht.
Don Jon: muss nicht sein.
Das große Heft: muss auch nicht zwingend sein.

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