
Icíar Bollaín's neuer Film Und dann der Regen verknüpft geschickt das Schicksal der Indios in Lateinamerika zu Zeiten der spanischen Herrschaft mit Zuständen und Ausbeutung in der heutigen Zeit. Der Film spielt in Bolivien. Ein Filmteam ist dort, weil die Drehkosten hier deutlich niedriger liegen als in der Karibik. Der Film soll von der Landung des Christoph Columbus und der Implementierung der Macht und Ausbeutung auf den Inseln dort handeln. Die Basis des Filmteams ist in Cochabamba, das unter Wassermangel leidet.
Schon zu Beginn der Dreharbeiten zeichnen sich Konflikte ab, denn das Wasser wurde privatisiert und der Preis dafür soll in Kürze verdreifacht werden. Der Hauptdarsteller des Films, der gedreht werden soll, ist in maßgeblich in die Konflikte um das Wasser verwickelt. Im Laufe des Films eskalieren die Auseinandersetzungen in der Stadt, der Ausnahmezustand wird verhängt, es gibt zahlreiche Verletzte. Die Leitung des Filmteams will die Dreharbeiten fortsetzen, bedient sich aller möglicher Mittel incl. Bestechung, doch letzten Endes müssen sie aufgeben.
Ein guter Film! Die zeit bescheinigt dem Film “wundervoll dichte Momente, die klug das große Missverständnis zwischen den Kulturen erzählen”.

Maïwenn Le Besco's Film Poliezei spielt in Paris und begleitet – fiktional – die Jugenschutztruppe der Polizei. Hierbei werden viele Fälle angerissen, eben der stressige Alltag der Truppe über mehrere Tage gezeigt. Meist geht es um Inzest und Kinderprostitution in unterschiedlichen Konstellationen, aber auch um Konflikte in der Truppe untereinander oder mit den Chefs. Der Film ist nicht schlecht gemacht, aber so richtig will „der Funke“ auch nicht überspringen, vielleicht weil die Geschichten nicht zu Ende erzählt werden.
„Rasant vermittelt die Doku-Fiction den Alltag der Polizisten/innen. Deren Charakterisierung gelingt dank präziser Dramaturgie und realistischer Dialoge“, meint kinofenster.

Cary Fukunaga' s Film Jane Eyre sah ich schon Ende letzten Jahres. Der Regisseur, der im Jahr 2010 durch den Spitzenfilm “Sin Nombre” auf sich aufmerksam machte, wagte sich jetzt an die ca. 20-ste Verfilmung von Charlotte Brontë's 1847 erschienenen Klassiker “Jane Eyre”. Auf Filme im viktorianischen Ambiente stehe ich ja nicht so, kann mich auch nicht erinnern, irgendeinen der Jane-Eyre-Vorläuferfilme je gesehen zu haben, aber die guten Kritiken und der Regisseur haben mich dann doch in den Film gezogen.
Ein abgelegenes Schloss, eine junge Gouvernante, die dort aufgenommen wird und ein gut aussehender lüsterner Hausherr, der gleichwohl die Konventionen kennt und sie heiraten will, aber ein düsteres Geheimnis verbirgt – das sind die Ingredienzien der Story. Der Film ist soweit ganz in Ordnung, durchaus auch stimmungsvoll, dennoch muss ich ihn wohl kaum noch einmal ansehen. “Mia Wasikowska und Michael Fassbender schaffen das Kunststück, es zwischen zwei enorm spröden Figuren knistern zu lassen”, meint critic zum überzeugenden Spiel der Hauptprotagonisten.
Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?
Und dann der Regen: ja, wahrscheinlich.
Poliezei: muss nicht unbedingt sein.
Jane Eyre: muss nicht unbedingt sein.
Treibgut - Mi, 18. Jan, 21:40 - Rubrik:
Filme