Montag, 9. Dezember 2013

Wanderung zum Boisdorfer See (Niederrheinische Bucht/Ville)

Gestern. Da ich am Samstag Kölsch trinken war und mich gestern dann zunächst auch gar nicht entscheiden konnte, überhaupt los zu wandern, kam ich erst spät in die Gänge. 13 Uhr 15 ging's los – und nun ja, Kerpen-Horrem ist zwar nah, nur zwei Stationen vom Kölner Hauptbahnhof aus mit einem regulären Zug nach Aachen, es wurde aber recht bald ziemlich dunkel.

Zunächst ging ich zu einem Objekt an der Kleinen Erft, das in meiner topographischen Karte als „Motte“ eingezeichnet ist.

Motte Alte Burg Horrem photo 05a-Motte_Horrem_zpsa3096ad0.jpg

>Motte "Alte Burg", Kerpen-Horrem<

Motte Alte Burg Horrem photo 07-Motte_Horrem_zps06294c31.jpg

Alles bewaldet, man sieht Wälle und Gräben. Vermutlich stand hier mal eine Ritterburg, die im 14. Jahrhundert zerstört wurde – Näheres weiß man nicht.

Goetzenkirchen photo 15-Goetzenkirchen_zps8586824e.jpg

>Götzenkirchen<

Weiter ging ich durch Götzenkirchen und dann entlang von Feldern zum Boisdorfer See. Dieser See ist jung, rd. 10 Jahre alt, hat einen Durchmesser von ca. 500 m und ist bis zu 24 m tief.

Boisdorfer See photo 26-Boisdorfer_See_zpsc1b8583b.jpg

>Boisdorfer See<

Boisdorfer See photo 35-Boisdorfer_See_zps2dfc2865.jpg

Bei xtratix könnt ihr sehen, wie der See im Jahre 2001 aussah. Seitdem hat sich Einiges getan, der See wurde größer, die Bäume sind inzwischen schon viel höher. Erst im Jahr 2007 war die Endgröße des Sees erreicht.

Teich am Boisdorfer See photo 32-Teich_Boisdorfer_See_zps16c6323c.jpg

>Teich am Boisdorfer See - es gibt noch mehrere solcher Biotope dort.<

Das Gebiet war mal der Tagebau Frechen, in dem von 1952 – 1986 Braunkohle gefördert wurde. Es war der erste Tieftagebau im Rheinischen Braunkohlerevier. Nicht weit vom See erinnert eine Tafel an den um 1975 abgebaggerten Ort Boisdorf, der dem See den Namen gab.

Boisdorfer See photo 47-Sonnenuntergang_Boisdorfer_See_zps1880b37c.jpg

Mittlerweile dämmerte es schon. Ich machte dennoch einen Umweg, sah noch drei Rehe auf einem Stoppelfeld grasen.

Rehe nahe Boisdorfer See photo 50DT-Rehe_N_Boisdorfer_See_zps3e1c1d64.jpg

>Rehe auf Stoppelfeld<


 photo 41-Insektenhotel_Boisdorfer_See_zps8afe9bfd.jpg

>Insektenhotel - gehört zu den Maßnahmen, den See und die Gegend ökologisch aufzuwerten. Ebenso sieht man dort künstlich angehäufte Totholzhaufen, die ebenfalls Wildtieren Unterschlupf gewähren sollen.<

Indes, den Sumpfsee in der Habbelrather Halde habe ich nicht mehr erforschen können. Außer Schilf sieht man wohl auch nicht viel.

 photo 57-Sumpfteich_Habbelrather_Halde_zps213e7892.jpg

>Am Sumpfsee, Habbelrather Halde<

Alte Schilder warnen vor dem Sumpf ("Lebensgefahr") und die schnell voranschreitende Dämmerung war kein geeigneter Zeitpunkt, vertiefte Erkundungen durchzuführen.

So schlug ich mich durch den Wald und ging über Neubottenbroich zurück zum Bahnhof Horrem. Mittlerweile war es dunkel.

Ca. 12 km war der Ausflug lang.

Kartographische Erfassung: Boisdorfer See bei stories and places.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Höfe und Kieswerke – Eine Wanderung zwischen Sechtem und Brühl (Niederrheinische Bucht)

Das Wetter war besser als erwartet, zwar unter 10 Grad, aber es kam sogar die Sonne raus. Ich fuhr mit dem Zug nach Sechtem, verliess den Ort jedoch direkt und ging nördlich durch ein vergleichsweise romantisches Gewerbegebiet (mit Bach). Nicht weit hiervon entfernt, kommt man zum Dickopshof, den ich schon mehrfach in den letzten Jahren besuchte.

Dickopshof photo 14-Dickopshof_zps76ae7837.jpg

>Am Dickopshof (Herrenhaus) mit seiner 300 Jahren alten Kapelle<

Dickopshof photo 13-Kapelle_Dickopshof_zps858934f1.jpg

Motiv in groß.

Schon um 1200 gab es hier einen Hof, der aber Mitte des 19. Jahrhunderts zum Großteil abbrannte. Das Herrenhaus soll 300 Jahre alt sein, die Wirtschaftsgebäude des Hofs sind aber deutlich jünger.

Dickopshof photo 19-Dickopshof_zpsd12ee158.jpg

>Dickopshof: Wirtschaftsgebäude<

Dickopshof photo 16-Dickopshof_zps1c6fdaef.jpg

1904 kaufte die landwirtschaftliche Akademie, die später eine Fakultät der Uni Bonn wurde, den Hof. Später war der Hof bis 2009 ein landwirtschaftliches Versuchsgut des Instituts für Pflanzenbau der Uni Bonn – doch seither steht der Hof meistens leer. Und dies ist der Grund, weshalb ich ab und zu da vorbei gehe, denn seine Jahre in dieser Form dürften gezählt sein.

Dickopshof photo 23-Dickopshof_zps3681d4d6.jpg

>Im Innenhof des Gutskomplexes<

Einige Monate lang, bis Frühjahr 2013 wurden hier 16 Folgen der Krinikomödien-Serie "Heiter bis tödlich - Zwischen den Zeilen" gedreht. Aber jetzt ist wieder alles verlassen.

Am Hof vorbei nach Norden Richtung Berzdorf geht es über Ackerflächen zu großen Kiesgruben. Zwei photogene Kieswerke verarbeiten hier die geförderten Kiese der pleistozänen Rhein-Niederterrasse. Sie müssen sich erst durch eine 5 - 10 m mächtige Lößlehmschicht graben, bevor sie den Kies erreichen und sind dann ziemlich schnell im Grundwasser.

Kieswerk Berzdorf photo 35-Kieswerk_S_Berzdorf_zpsf3d67a18.jpg

>Rheinkies-Kieswerk südwestlich von Berzdorf</i<

Kieswerk Berzdorf photo 41-Kieswerk_S_Berzdorf_zpsa19416ac.jpg

Die Kieswerke könnten auch die landwirtschaftlichen Flächen des aufgegebenen Dickopshofs fressen - das war schon in der politischen Diskussion.

Die Seen hier sollen nach 2027 Teil eines Grünkorridors von Köln nach Bonn werden – einschließlich Strandbad.

Berzdorf photo 46-Blick_R_Berzdorf_zpsa34305b3.jpg

>Blick Richtung Berzdorf<

Die Gegend hier wirkt jedoch eher devastiert, da Brühl und Berzdorf hier praktisch zusammenwachsen. Die Kiesgruben und -werke, Gewerbegebiete und Stromleitungen prägen den Raum.

 photo 51-Hunde_W_Berzdorf_zpse319c91a.jpg

>Hunde, Berzdorf. Katzen sind mir lieber, aber es gab keine zu sehen. Ich sah nur Hunde auf dieser Tour.<


Kieswerk Berzdorf photo 59-Kieswerk_NW_Berzdorf_zps823f0777.jpg

>Ein weiteres Kieswerk nordwestlich von Berzdorf<

Vorbei an der Godorfer Burg, durch Gewerbegebiete und vorbei an Schloß Brühl, ging ich zur Straßenbahnhaltestelle Brühl-Mitte und beendete nach rd. 10 km die Tour.

Kartographische Erfassung: Dickopshof bei stories and places.

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