Mittwoch, 3. Juli 2013

Wanderung Zülpich - Ginnick - Üdingen (Börde/Rur-Eifel)

Am letzten Sonntag war ich wandern bei angenehmen 20 - 24 Grad und häufig bedeckten Himmel. Sonne gab's aber auch gelegentlich. Einige Tage zuvor hatte ich eine reaktivierte Bahnlinie entdeckt, den Eifel- Börde-Express, der sonntags zwischen Euskirchen und Düren verkehrt. Auf bahn.de sucht man diese Verbindung vergeblich. Ich stiess auf diese Verbindung vielmehr, weil ich zufällig mitbekommen habe, dass in diesem Jahr bedauerlicherweise der von mir gelegentlich genutzte Vulkan-Express nicht fährt.

Rechnen wird sich diese ehrenamtlich von einigen Bahn-Enthusiasten betreute Bahnstrecke des Eifel- Börde-Expresses - so wie sie ausgebaut ist - wahrscheinlich nie, denn aus Sicherheitsgründen muss Personal an diversen Orten aussteigen und das Überqueren von unbeschrankten Straßen und Wegen sichern. Nur weil die Bahn durch Zülpich fährt, lohnt es überhaupt, denn sonst ist es eine eher “obskure” Gegend, wo man Wanderer eher nicht trifft, aber vielleicht Fahrradfahrer. Börden-Agrarlandschaft eben, viele Felder, schwach gewellt.

11:03 fährt der einzige wanderungstechnisch interessante Zug in Euskirchen los. Ich lief dann zunächst in nordwestliche Richtung, kam an der Papierfabrik Smurfit-Kappa vorbei, die wesentlich dafür verantwortlich ist, dass diese Bahnlinie überhaupt noch existiert.

Nordöstlich von Geich stiess ich auf Industrieruinen, die teilweise noch anderweitig genutzt werden.

Factory Ruins near Geich photo 12-Fabrikruine_NE_Geich_zps7a274fc7.jpg

Vermutlich handelt es sich um eine Brikettfabrik, die 1968 stillgelegt wurde.

Danach ging ich durch die Orte Geich und Füssenich.

Church Geich photo 25-Kirche_Geich_zps94c97788.jpg

>Die Kirche von Geich<

In Füssenich gibt es ein großes ehemaliges Kloster der Prämonstratenserinnen mit Kirche, Teichen, alten Bäumen etc. Heute ist es eine Beruftsfachschule, aber zumindestens am Sonntag ist es ein ruhiger sehenswerter Ort.

Monastary Fuessenich photo 40-Kloster_Fuessenich_zps5174c2ed.jpg

>Ehemalige Klostergebäude in Füssenich<

Von Füssenich aus besuchte ich noch eine Kapelle, die ca. 600 m weiter draußen im Feld steht. Interessanter fand ich allerdings die in der Nähe liegenden Agrarsiloanlagen:

Agro Silo near Fuessenich photo 50-Agrarrelikte_N_Fuessenich_zpsb6250f80.jpg

Danach ging ich mehrer Kilometer über Felder (meist Getreide) nach Ginnick im Westen. Vor Ginnick stiess ich noch auf ein Erbsenfeld. Die Erbsen waren zwar essbar, aber noch sehr klein. Schon von Weitem sieht man eine alten Wasserturm nahe bei Ginnick:

Water Tower near Ginnick photo 74-Blick_R_Wasserturm_Ginnick_zpsca0c2318.jpg

Im Wald gibt es auch noch eine versteckte Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg.

Chgurch Ginnick photo 76-Ginnick_zps8caf8b58.jpg

>Blick auf die Kirche von Ginnick<


Cat Ginnick photo 83-Cat_Ginnick_zpsb0238764.jpg

>Katze, Ginnick<

Danach ging ich noch durch Froitzheim und bog dann ab in Richtung Drover Heide. Allerdings hatte ich vergessen, dass man die Heidelandschaft im Süden im Frühling und Sommer aus Vogelschutzgründen nicht durchqueren darf und musste einen erheblichen Umweg gehen, um nach Drove zu kommen.

 photo 113-Drovener_Heide_zps2c96d190.jpg

Motiv in groß.

>Drover Heide<


In der Drover Heide gibt es viele Teiche - und bei unserem diesjährigen regenreichen Jahr erst recht. Frösche sah ich springen und hörte sie quaken, hatte aber keine Muße, mich für ein Photo auf die Lauer zu legen. Schottische Rinder und Schafe sah ich in der Heide - sie werden hier zu Naturschutzzwecken eingesetzt.

An der Burg in Drove vorbei, ging ich weiter über die Felder nach Üdingen.

 photo 123DT-Landschaft_SW_Uedingen_zps0c7a1618.jpg

Motiv in groß.

>Die Landschaft südwestlich von Üdingen<


Mittlerweile schmerzten schon meine Füsse, denn immerhin rd. 24 km sollte die Tour lang werden, und die Sohlen meiner alten Wanderschuhe sind nicht mehr die besten auf steinbestreuten Wegen. Vorbei kam ich noch an tollen und unbewachten (!) Kirschbäumen. Hmm, lecker! Der Bauer wird's überleben, ich sammle ja keine Vorräte.

Cherries near Uedingen photo 120-Kirschen_S_Uedingen_zpseb27b563.jpg

Alternativbild.

>Kirschbäume bei Üdingen<


Von Üdingen fuhr ich mit der Rurtalbahn nach Düren und wieder zurück nach Köln.

Welches Bild hat euch diesmal am meisten angesprochen?

Sonntag, 23. Juni 2013

Wanderung Meckenheim - Fritzdorf - Ahrweiler (Niederrheinische Bucht, Ahr-Eifel)

Gestern. Anfangs auch öfter mit Sonne, war es aber ziemlich windig und mit max. 22 Grad auch relativ kühl. Aber immerhin kein Regen.

Am letzten Donnerstag gab es ein heftiges Gewitter, das Köln aber nicht voll erwischte. Aber im Rhein-Sieg-Kreis und am Rhein gab es in einigen Orten Hochwasserschäden, weil einige kleinere Flüsse und Bäche die Wassermassen nicht aufnehmen konnten. Auf dieser Tour gab es relativ viel zu den Themen “Wasser” und “Bodenerosion” zu sehen.

Zunächst ging ich durch Meckenheim. Bereits am Rande von Meckenheim sah ich Felder, auf denen das Wasser stand.

Floated Corn Meckenheim photo 13-Maisfeld_Wasser_Meckenheim_zpsaf5e5bcc.jpg

>Gefluteter Mais bei Meckenheim<

An Burg Münchhausen vorbei, heute ein Pferdehof mit vielen Stallungen, ging ich einige Kilometer über Felder.

Castle Muenchhausen photo 20-Burg_Muenchhausen_zps47e117be.jpg

>Burg Münchhausen<

Unterwegs überprüfte ich gelegentlich die Reife von Erdbeeren. Erstaunlich, hier waren schon viele Erdbeeren rot und reif, während ich weiter südlich dann nur noch auf grüne Erdbeerfelder traf.

Bales of Straw near Adendorf photo 48-Strohquader_SE_Adendorf_zpsb56e630c.jpg

Bild in groß.

>Strohballen und -quader südöstlich von Adendorf. Sie werden hier im Wesentlichen zur Einstreu von Erdbeerfeldern genutzt. Und siehe da, es hilft auch gegen Bodenerosion und vergleichmäßigt wohl auch die Bodenfeuchte.<


At Arzdorf photo 52-Haus_Arzdorf_zpsb4e4f1f2.jpg

>In Arzdorf<

Bei Arzdorf gibt es einen namenlosen bewaldeten westlichen Ausläufer des Siebengebirgsvulkanismus. Im Wald befinden sich zwei Steinbrüche, heute tief gelegene Steinbruchseen, die aber nicht öffentlich zugänglich sind. Hier fand ich bemerkenswerterweise ein paar Steinpilze und einen großen Champion, der sich zu Hause aber als ziemlich vermadet erwies.

 photo 56i-Basaltbruch_Arzdorf_zps1977f152.jpg

>Steinbruchsee bei Arzdorf<


Steinpilz Arzdorf photo 56eDT-Steinpilz_Arzdorf_zpsef4072f8.jpg

Alternativbild.

>Steinpilz, Arzdorf<


Ich ging dann weiter über Felder, durchquerte die Dörfer Fritzdorf, Beller und Ringen.

Church Fritzdorf photo 67-Dachgaube_Kirche_Fritzdorf_zpsc228f190.jpg

Bild in groß.

>Dachgaube, Kirche von Fritzdorf<


Fritzdorfer M photo 79-Fritzdorfer_Muehle_zpsf3a60421.jpg

>Fritzdorfer Mühle. Diese ehemalige Mühle liegt auf halben Wege zwischen Fritzdorf und Beller in der Feldflur. 1842 aus Steinblöcken einer alten Burg errichtet, wurde sie bereits um 1895 wieder stillgelegt und verfiel danach zusehens. Inzwischen saniert, aber ohne Flügel, ist sie wegen umgebender Bäume nicht mehr so gut sichtbar.<

Besonders um Fritzdorf und Beller scheint es massiv geregnet zu haben. Hier sah man Bodenerosion schön wie selten, auch die Ursachen wie unzureichende Bodenbedeckung (Mais, Kohl, Erdbeeren) und falsches, nicht hangparalleles Pflügen, wodurch die Ausbildung von Erosionsrinnen gefördert wird.

Soil Erosion Fritzdorf photo 63-Bodenerosion_Fichte_Fritzdorf_zps34bf57e9.jpg

>Bodenerosion in einer Jungfichtenschonung bei Fritzdorf<


 photo 85-Bodenerosion_Erdbeerfeld_W_Beller_zps3cb6b931.jpg

>Flächenhafte und lineare Bodenerosion in einem Erdbeerfeld bei Beller. Falsche Bewirtschaftung hat hier dazu geführt, dass wahrscheinlich Tonnen fruchtbarer humoser Bodenkrume verloren gingen. Man sieht eigentlich nur noch den gelblich-braunen Lösslehmboden.<

Bei Beller wurde wurde durch Schlamm auch ein Auto zerstört und ein großer Schuppen geflutet.

Später um Altenahr gab's noch Erosionsschäden in steilen Weinbaulagen zu sehen - weniger an den Hängen selbst, aber der steinige Schutt wurde zum Teil über die Wege geschwemmt.

In Altenahr gab's eine Durchsage am Bahnhof, wonach der Zug ausfällt. Nicht so toll bei einem Stundentakt. Ich lief dann noch etwas durch die Altstadt, aß ein Malaga-Apfel- Zitronen-Eis. Deshalb war ich dann auch erst gegen 22 Uhr wieder zu Hause. Ca. 22 km war die Tour lang.

Welches Bild hat euch diesmal am meisten angesprochen?

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