Die Salzmine von Wieliczka
Heute ein Underground-Tag. Zunächst beschaffte ich mir ein Ticket für den Rynek Underground. Das ist unter dem zentralen Marktplatz in Krakau. Unter den Marktplätzen in Süd-Polen gibt es nämlich häufig eine Unterwelt, oft viele Kammern und Lagerräume aus früheren Jahrhunderten. Die Ticket-Beschaffung klappte, weil ich noch vor der Öffnungszeit der Tourist-Info in den Tuchhallen da war, aber es gab ein 11:15-Uhr-Ticket. Über eine Stunde Wartezeit. Ich fand immerhin ein preiswertes Café. Im Grunde ist der Underground hier in Krakau ein hochmodernes Museum, vor maximal 11 Jahren gebaut.
Mitunter geht man über Glasboden, darunter liegen manchmal menschliche Skelette, Funde eines alten Friedhofs, der hier auch mal war. Bei manchen Skeletten sind die Arme und die Beine zusammengebunden, um zu verhindern, dass diese Toten als Vampire wieder auferstehen (nein, das ist jetzt nicht meine Interpretation). Ansonsten sind viele Fundstuecke der Ausgrabungen hier in Vitrinen zu sehen und es gibt viel Filmmaterial zur Geschichte Krakaus.
Wieliczka ist eine kleine Stadt ca. 12 km südlich von Krakau. Hier fährt mindestens im Stundentakt eine Bahn hin.
>In Wieliczka. Neben Kirche und Marktplatz gibt es auch eine alte Burg.<
Die Salzmine dort ist viele 100 Jahre alt und war schon im 18. Jahrhundert ein Touristenziel. Berühmte Leute waren hier, etwa Goethe oder Alexander von Humboldt. Heute Unesco-Weltkulturerbestaette, kommen über 1 Millionen Gäste jährlich - ein massentouristisches Ziel.
Diesmal gab es ein Ticket (ich hatte mich vorher kundig gemacht, man wirbt mit nicht erforderlicher Reservierung und höchstens einer Stunde Wartezeit ab Ticketkauf), es kostet etwa 25 €. Salz fördert man hier heute nicht mehr, der Tourismus ist viel lukrativer, sozusagen eine Goldgrube.
>Bilder zeigen, wie es früher zu ging in der Salzmine. Viele Menschen kamen hier zu Tode. Das obere Bild zeigt Methangas-Sucher bei der Arbeit. Anfangs war alles rein menschliche Schwerarbeit. Später arbeiteten auch Pferde in der Mine, die nie wieder lebend das Tageslicht sahen.<
3 Stunden kann man mindestens dort im Untergrund verbringen. Alles muss man zu Fuß erlaufen, wahrscheinlich ca. 4 km und sieht dennoch nur 2 % der Wege und Salzkammern. Die ersten 2 Stunden war es sogar eine deutschsprachige Führung, danach konnte man noch optional eine Stunde im unterirdischen Museum herumlaufen - mit polnischsprachiger Führung.
>Unwahrscheinlich viel Holz wurde in der Salzmine verbaut, für Treppen und um Decken und Wände zu stützen<
Am Ende landet man zwischen Souvenirshops und in einem Café - auch das alles noch ca. 130 m unter der Erdoberfläche. Hoch geht's dann glücklicherweise mit einem Fahrstuhl.
>Salzverkrustetes Gebälk<
>Alte Fördertechnik, auch aus Holz. Die Pferde trieben u.a. diese Technik mit ihrer Muskelkraft an<
Man kommt auf der Tour durch bis zu 50 m hohe Hallen, durch eine große Salzkirche, vorbei an unterirdische Seen und an allen möglichen Salzfiguren, Zwerge und Heilige eingeschlossen.
>Salzfiguren. Die meisten Figuren stehen in christlich-religioesem Kontext.<
>Kapelle<
>Kirchensaal<
Ein lohnenswertes Ziel!
Wieder mit dem Zug zurück in Krakau, schaffte ich noch einen kurzen Spaziergang durch den Stadtteil Kazimierz. Das war das Judenviertel von Krakau. Seit Steven Spielberg hier Szenen seines Holocaust-Dramas "Schindlers Liste" drehte, befindet sich der vorher gänzlich heruntergekommene Stadtteil im Aufschwung. Aber es dämmerte bereits, viel sah ich nicht mehr. Schindlers Fabrik wäre eine weitere touristische Destination in der Nähe, aber Tickets für diesen Ort gibt's nicht von heute auf morgen, geschweige denn von jetzt auf gleich, das kann man knicken. Leider war ich anfangs nicht gut genug vorbereitet bzw. organisiert, um das zu regeln (bin ich ja nie).
Mitunter geht man über Glasboden, darunter liegen manchmal menschliche Skelette, Funde eines alten Friedhofs, der hier auch mal war. Bei manchen Skeletten sind die Arme und die Beine zusammengebunden, um zu verhindern, dass diese Toten als Vampire wieder auferstehen (nein, das ist jetzt nicht meine Interpretation). Ansonsten sind viele Fundstuecke der Ausgrabungen hier in Vitrinen zu sehen und es gibt viel Filmmaterial zur Geschichte Krakaus.
Wieliczka ist eine kleine Stadt ca. 12 km südlich von Krakau. Hier fährt mindestens im Stundentakt eine Bahn hin.
>In Wieliczka. Neben Kirche und Marktplatz gibt es auch eine alte Burg.<
Die Salzmine dort ist viele 100 Jahre alt und war schon im 18. Jahrhundert ein Touristenziel. Berühmte Leute waren hier, etwa Goethe oder Alexander von Humboldt. Heute Unesco-Weltkulturerbestaette, kommen über 1 Millionen Gäste jährlich - ein massentouristisches Ziel.
Diesmal gab es ein Ticket (ich hatte mich vorher kundig gemacht, man wirbt mit nicht erforderlicher Reservierung und höchstens einer Stunde Wartezeit ab Ticketkauf), es kostet etwa 25 €. Salz fördert man hier heute nicht mehr, der Tourismus ist viel lukrativer, sozusagen eine Goldgrube.
>Bilder zeigen, wie es früher zu ging in der Salzmine. Viele Menschen kamen hier zu Tode. Das obere Bild zeigt Methangas-Sucher bei der Arbeit. Anfangs war alles rein menschliche Schwerarbeit. Später arbeiteten auch Pferde in der Mine, die nie wieder lebend das Tageslicht sahen.<
3 Stunden kann man mindestens dort im Untergrund verbringen. Alles muss man zu Fuß erlaufen, wahrscheinlich ca. 4 km und sieht dennoch nur 2 % der Wege und Salzkammern. Die ersten 2 Stunden war es sogar eine deutschsprachige Führung, danach konnte man noch optional eine Stunde im unterirdischen Museum herumlaufen - mit polnischsprachiger Führung.
>Unwahrscheinlich viel Holz wurde in der Salzmine verbaut, für Treppen und um Decken und Wände zu stützen<
Am Ende landet man zwischen Souvenirshops und in einem Café - auch das alles noch ca. 130 m unter der Erdoberfläche. Hoch geht's dann glücklicherweise mit einem Fahrstuhl.
>Salzverkrustetes Gebälk<
>Alte Fördertechnik, auch aus Holz. Die Pferde trieben u.a. diese Technik mit ihrer Muskelkraft an<
Man kommt auf der Tour durch bis zu 50 m hohe Hallen, durch eine große Salzkirche, vorbei an unterirdische Seen und an allen möglichen Salzfiguren, Zwerge und Heilige eingeschlossen.
>Salzfiguren. Die meisten Figuren stehen in christlich-religioesem Kontext.<
>Kapelle<
>Kirchensaal<
Ein lohnenswertes Ziel!
Wieder mit dem Zug zurück in Krakau, schaffte ich noch einen kurzen Spaziergang durch den Stadtteil Kazimierz. Das war das Judenviertel von Krakau. Seit Steven Spielberg hier Szenen seines Holocaust-Dramas "Schindlers Liste" drehte, befindet sich der vorher gänzlich heruntergekommene Stadtteil im Aufschwung. Aber es dämmerte bereits, viel sah ich nicht mehr. Schindlers Fabrik wäre eine weitere touristische Destination in der Nähe, aber Tickets für diesen Ort gibt's nicht von heute auf morgen, geschweige denn von jetzt auf gleich, das kann man knicken. Leider war ich anfangs nicht gut genug vorbereitet bzw. organisiert, um das zu regeln (bin ich ja nie).
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