Ähnlich wie Universal das mit “Verve Today” macht, bringen auch die skandinavischen Stunt Records seit vielen Jahren jedes Jahr eine billig zu erwerbende Jazz-CD raus, auf der Künstler mit ihren neuen Werken zu finden sind. Von den 18 Titeln auf der neuen Vol. 17 gefallen mir die Titel vom Jens Winther European Quartet, Paul Banks und Jakob Dinesen am besten.
>Paul Banks & Jakob Dinesen mit „Grace“ live in Kopenhagen, hochgeladen von kisummusik<
Tendenziell gefallen mir allerdings die rein instrumentellen Titel auf der CD besser.
Von der Compilation “Verve Today 2009” kenne ich natürlich schon so einige der Künstler flüchtig, einfach, weil ich diese sehr günstigen Universal-CD's schon seit vielen Jahren kaufe. In diesem Jahr werden hier wieder 15 Künstler mit ihren neuen Werken vorgestellt. Im Unterschied zu der hier zuletzt vorgestellten Compilation “Ladies' Jazz” ist diese stilistisch wieder heterogener. Mir gefällt nicht alles, dafür sind ein paar wirklich gute Titel drauf, insbesondere von Sophie Hunger, Kristin Asbjornson und Bugge Wesseltoft.
Sophie Hunger ist dabei für mich eine Neuentdeckung, obwohl es deren CD “Monday's Ghost” auf Platz 1 der Schweizer CD-Charts schaffte. Der Titel auf dem folgenden Video ist nicht auf der Compilation, aber ich fand das Video einfach so toll:
>Sophie Hunger mit dem Titel “Beauty Above All” von der CD “Monday's Ghost”, hier aber live in Paris, hochgeladen von KidamPROD<
Ich werde mir die CD gelegentlich zulegen müssen, da führt kein Weg dran vorbei.
Die Compilation “Ladies' Jazz” stellt ähnlich wie die kürzlich vorgestellte Compilation “Durchatmen” Jazz-Stimmen überwiegend aus diesem Jahrzehnt vor. Nur ist diese Compilation internationaler aufgestellt und mehr auf mainstreamigeren Jazzpop zentriert. Kann man gut hören, es gibt keinen Durchhänger, meiner Meinung nach aber auch keinen Überflieger bei den Titeln der 16 Interpreten.
Am besten gefielen mir vielleicht die Titel von Madeleine Peyroux, Norah Jones, Torun Eriksen, Silje Nergaard und Sonya Kitchell.
>Die Amerikanerin Madeleine Peyroux mit “You're Gonna Make Me Lonesome When You Go” live, hochgeladen von deccamusic<
Eine nach meinem Geschmack sehr schöne Jazz-Compilation ist “Durchatmen - Musik aus nordischen Weiten”. 16 nordische Künstler werden mit einem Titel vorgestellt, meist aus diesem Jahrzehnt. Der ruhige, oft auch elektronisch angehauchte skandinavische Jazz gefällt mir sowieso vergleichsweise gut.
Am besten gefielen mir hier wohl die Titel von Beady Belle, Sidsel Endresen, Christina Bjordal, Torun Eriksen, Kristin Asbjornsen und Bugge Wesseltoft - nicht unbedingt neue Namen, von Beady Belle und Sidsel Endresen habe ich vor Jahren schon je eine CD gekauft.
Tja, auf Youtube konnte ich keinen dieser Titel auf der Compilation finden, also gibt es ein schönes Video eines anderen Titels:
>Torun Eriksen - “Joy”, live auf dem Northsea Jazzfestival 2006 (vom Album Prayers & Observations, 2006), hochgeladen von dawallum<
So manchmal, insbesondere wenn es auf den Winter zu geht und ungemütlich wird, kann ich mich an Jazz-Sounds erfreuen. Da ich mich in dieser Musikrichtung nur mäßig auskenne und oft Zweifel habe, ob die Liebe für ein ganzes Album eines Künstlers ausreicht, spähe ich dann meistens nach günstigen Compilations vorzugsweise zeitgenössischer Künstler.
Kürzlich habe ich mir beispielsweise die Compilation “As Time Goes By Vol. I” des In + Out Labels zugelegt, auf der 17 Künstler einen Titel beisteuern. Am besten gefallen mir da die Stücke von Buster Williams, James “Blood” Ulmer Blues Experience, Lynne Arriale Trio, Max Hacker, Joachim Kühn Trio sowie insbesondere das Stück “You Know, You Know” von Billy Cobham, Colin Towns und der hr-Bigband.
Billy Cobham war anfangs Schlagzeuger des berühmten und schon vor langer Zeit aufgelösten Mahavishnu Orchestra, das auch diesen Titel einstmals einspielte.
Die neue, gemäßigtere Version des Titels von Billy Cobham kann ich als Video nicht bieten, doch die alte 10-minütige Version gibt's auf Youtube und ist auch einen Blick Wert:
>Mahavishnu Orchestra - Meeting of the Spirits/You Know You Know [1972], hochgeladen von nunoalpi<
Früher, in der Schule, hatte das Mahavishnu Orchestra einige Anhänger bei uns. Mein Ding war das nie, aber heute würde es mich vielleicht mehr interessieren.
Das amerikanische Projekt OSI hat schon ein paar Platten gemacht - die neueste, “Blood”, habe ich mir kürzlich zugelegt. Rocktimes meint, “Blood ist, wie alles von OSI, mal wieder ein Geheimtipp für Melancholie-verliebte Prog-Grenzgänger”. Aha, passt ja! Grenzgänger, weil die Musik stilistisch nicht so gut einzuordnen ist - ich hätte sie vermutlich überhaupt nicht dem Progressive Rock zugerechnet. Es gibt auch Metal-, Rock- und elektronische Einflüsse. Radiologue ist einer der besten Titel auf der Scheibe.
Weil es mehr ein Projekt als eine Band ist, gibt es auf Youtube nicht viel zu sehen. Diese alte, kleine Perle will ich euch aber nicht vorenthalten:
>OSI - “Standby (looks like rain)” vom Album “Office Of Strategic Influence” (2003), hochgeladen von billtotolo<
Die schon seit 1982 existierende britische Band IQ war mir bisher noch nicht aufgefallen. Aber deren neuestes Album “Frequency” habe ich kürzlich erstanden. Nach wikipedia zählt die Band zu den typischen Vertretern des Neo-Prog wie z.B. auch Marillion oder Pendragon.
>IQ: das Titelstück “Frequency”, live in Aschaffenburg, hochgeladen dankenswerterweise von elSabbatho<
Nun ja, die CD hat nach meinem Geschmack einige passable oder auch gute Stücke, aber ich finde den Neo-Prog insgesamt einfach nicht mehr so spannend wie die 1. Phase des Progressive Rock in den 1970er Jahren - er ist mir vermutlich auch zu melodisch und zu wenig experimentell geworden.
Die kanadische Celtic-Folk-Sängerin Loreena McKennitt habe ich immerhin schon vor 15 Jahren entdeckt, denn 1994 veröffentlichte sie ihr hochgelobtes Album “The Mask and Mirror”.
Ihre mystisch angehauchte Musik wird mir vermutlich immer gefallen, doch ihr neuestes Studioalbum “A Midwinter Night's Dream” (2008), das ich kürzlich erwarb, kann nach metalnews nur noch bedingt an ihre Hochzeit in den 90er Jahren anknüpfen. Dieser Ansicht bin ich auch - es gibt da nicht mehr die so schön langen Titel über 10 Minuten, kaum neue Akzente und einige eher kitschig wirkende Titel.
>Loreena McKennitt - "The Seven Rejoices of Mary" aus ihrem Album „A Midwinter Night's Dream” - offizielles Video<
Machen wir mal ein bisschen Werbung. Auf der letzten Eclipsed-CD (September-Ausgabe), die mir wieder mal sehr gut gefiel, sind Titel der Bands Scarlatti Tilt, Riverside, Lazuli, Octopus und Junius meine persönlichen Favoriten. Der Titel von der längst vergessenen deutschen Band Octopus stammt dabei von einer ausgegrabenen und jetzt wieder veröffentlichten alten Scheibe, die ich sogar habe und 1980 kaufte. Abgesehen davon ist dieses Rock-Magazin nach meinem - sehr persönlichen - Geschmack sowieso das einzig wirklich interessante Magazin auf dem deutschen Markt; einfach deshalb, weil ich dort oft auch viel über “alte Helden” zu lesen bekomme. Das Layout des Magazins gefällt mir ebenfalls vergleichsweise gut, womit z.B. auch “gut leserlich” gemeint ist.
Von dem italienischen Duo Iridio gibt es erst 2 CD's, weshalb es auch kein Wunder ist, dass ich sie bisher nicht kannte. Irgendwo zwischen Celtic Folk und Gothic ist die Musik angesiedelt, auf dem Debut-Album von 2004 auch noch mit elektronischen Einflüssen. Auf dem 2. Album “Endless Way” (2007) begeistern insbesondere die ersten drei Titel, die manchmal an die viel bekanntere, mystisch angehauchte Musik einer Loreena McKennitt erinnern.
Videos von dieser CD scheint es nicht zu geben, aber die sehr schöne Ballade “My Sweet Leonore” von der 1. CD könnt hier anhören.