Movies

Donnerstag, 5. November 2009

Im Kino 31/09

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Marc Webb's amerikanische Komödie/Tragödie (500) Days of Summer erzählt - nicht ohne Witz - von einer gescheiterten Liebesbeziehung. Ähnlich wie in “Die Frau des Zeitreisenden” springt die Geschichte in vielen kurzen Episoden immer zwischen Tag 1, an dem sie sich in der Firma erstmals sehen und Tag 500 unchronologisch hin und her, greift hier und da Schlüsselphasen und -ereignisse der Beziehung heraus.

Atmosphärisch wirkt der Film sehr stimmig und gut erzählt, obwohl der Plot an sich unspektakulär ist, denn aus Sicht der Frau (Zooey Deschanel) ist der Mann einfach letztlich nicht der Richtige und einmal ausgesprochen, trennt sie sich von ihm. Sie sehen sich noch ein paar Mal und am Tag 500 erzählt sie ihm, dass sie nunmehr geheiratet hätte. Mehr könnt ihr z.B. bei critic nachlesen.

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Auch Park Chan-wook's Vampirfilm Durst erzählt eine Liebesgeschichte - allerdings von krasserer Art. Hier steckt sich ein koreanischer Priester bei einem Experiment mit einer Krankheit an, die ihn verunstaltet (Blasenbildung etc.) und immer dann verschwindet, wenn er im Krankenhaus Blut zu sich nimmt. Gleichzeitig verspürt er Lust auf eine Frau, nimmt sich die Tochter eines Bekannten zur Geliebten. In einem Wutanfall tötet er sie und verwandelt sie in einen Vampir. Doch als seine Vampirbraut hemmungslos mordet, um ihren Blutdurst zu stellen, sieht er keinen anderen Ausweg mehr, als ihren und seinen Tod zu beschliessen.

Manchmal poetisch, mitunter auch sinnlich, häufiger brutal und in jedem Fall bizarr ist dieser Film. “So finster die Nacht” war in diesem Jahr aber der bessere Vampirfilm, da die Handlung z.B. nicht wie in Durst “in zu viele oberflächliche Episoden und hübsche Effektspektakel zerfällt”, wie critic schreibt.

Ich vergaß noch zu erwähnen, dass dieser Film im Kino per Beamer gezeigt wurde - ein visueller Zugewinn war dies allerdings nicht.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

(500) Days of Summer: muss nicht unbedingt sein.
Durst: muss nicht unbedingt sein.

Montag, 2. November 2009

Filme (DVD 20/09)

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Mira Nair's preisgekrönter in Bombay spielende Film Salaam Bombay! (1988) ist vielleicht ihr bester überhaupt - jedenfalls hat er mich mehr überzeugt, als ihre jüngeren Filme, die ich zum Teil im Kino sah. Der Film erzählt von einem indischen Jungen, der zum Geld verdienen in einen Cirkus geschickt wird, später dann nach Bombay kommt und sich dort mit anderen Kindern im Getümmel der Stadt durchschlagen muss - immer auf der Suche nach kleinen oder größeren Jobs, die - obgleich schlecht bezahlt - das Überleben sichern. Er gerät dabei ins Milieu von Drogendealern und -abhängigen, Dieben und Prostitutierten.

Sein Ziel, genug Geld für die Rückkehr nach Hause zu erwirtschaften, kann er letztlich nicht erreichen.

Der farbenprächtige Film ist liebevoll, aber auch ernst erzählt und in dieser Hinsicht gut ausbalanciert, ohne in den Kitsch abzurutschen oder auf die Tränendrüse zu drücken. Mehr könnt ihr z.B. bei filmtabs nachlesen. Mit Danny Boyle's Film “Slumdog Millionär” hat er in diesem Jahr einen thematisch würdigen Nachfolger erhalten.

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Fatih Akin's Film Solino (2002) erzählt in melancholischem Stil über mehrere Jahrzehnte von den beginnenden 1960er Jahren an die Geschichte einer italienischen Einwandererfamilie, angefangen vom Leben zweier Jungen in einem sizilianischen Dorf, dann die Auswanderung nach Duisburg mit den Eltern, das Eröffnen einer Pizzeria, die anfangs gut läuft. Der Film erzählt auch von der Rivalität der Jungen, von Eifersucht und Missgunst, deren Aufwachsen in den psychedelischen Jahren Anfang der 70er, über Drogen und Liebeserfahrungen und insbesondere über die Liebe des einen Jungen zur Photografie und Film.

Doch die Familie trennt sich in Streit, sowohl die Eltern, als auch die Jungen. Diesen Film fand ich schon damals im Kino sehr schön - und er hat einen tollen Soundtrack. Mehr könnt ihr z.B. bei film-rezensionen nachlesen.

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Christopher Nolan's in Alaska spielender Krimi Insomnia - Schlaflos (2002) besticht durch grandiose Landschaftsaufnahmen, hervorragende Schauspieler wie Al Pacino als Kommissar und Hilary Swank als lokale Polizistin, Atmosphäre, psychologische Tiefe und grandiosem Finale. Im Plot kommen zwei Mordkommissare nach Alaska, um einen Frauenmord aufzuklären. Doch die Geschichte läuft aus dem Ruder, als einer der Polizisten erschossen wird und der Frauenmörder gesehen hat, wer es war.

Die Schlaflosigkeit, bedingt durch den Stress und die ewige Helle der Polarnacht, spielt eine besondere Rolle in diesem guten Film. Mehr könnt ihr z.B. bei highlightzone nachlesen.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Filme (DVD 19/09)

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Alfred Hitchcock's Film Das Fenster zum Hof (1954) ist ja ziemlich berühmt. Ich habe den Film sicherlich vor längerer Zeit ein, zweimal im TV gesehen, aber da die DVD-Serie “Die besten Filme aller Zeiten” mittlerweile für 4,99 € angeboten wird, habe ich mir den Film heute zugelegt und mir damit einen gemütlichen Abend gemacht. Der Film ist voyeuristisch, zeigt das Leben in den Wohnungen eines New Yorker Innenhofs und die Beziehungen seiner Hausbewohner - gesehen aus der Perspektive eines mit Beinbruch ans Haus gefesselten Photographen (James Stewart).

Dieser wird hier von seiner Freundin (Grace Kelly) oder einer Krankenschwester betütert und kommt einem Mord im Haus gegenüber auf die Spur. Besonders nett ist immer der Hund, der per Seilwinde in den Garten runter gelassen und wieder hochgezogen wird - wirklich ein gemütlicher und immer noch sehenswerter Film, über den ihr mehr z.B. bei wikipedia nachlesen könnt.

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Ken Loach's Sozialdrama My Name is Joe (1998) ist eine ziemlich düstere Liebesgeschichte, die im sozialen Abseits von Glasgow spielt, wo der Ex-Alkoholiker Joe (Peter Mullan) eine Sozialarbeiterin (Louise Goodall) kennen lernt, aber das Liebesglück durch seine sonstigen Aktivitäten gefährdet; denn Joe kann sich nicht heraushalten bei gewalttätigen Konflikten seiner labilen jungen Fußballmannschaft mit der lokalen Drogenmafia und muss hierbei mitunter illegale Wege gehen. Guter Film, in dem insbesondere die Hauptdarsteller Glanzpunkte setzen - mehr könnt ihr z.B. im kinofenster nachlesen.

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Alfonso Cuarón's mexikanischen Film Y Tu Mamá También - Lust for Life (2001) bezeichnet filmszene als ein “Meisterwerk der Kinokunst”. Im Kinojahr 2002 fand ich auch, dass er zu den besten Filmen gehörte. Der Film handelt von zwei jungen Männern und einer etwas älteren schönen Frau, die von ihnen eingeladen wird, von Mexico City aus an einen einsamen Strand zu fahren. Abgesehen von dieser mehrtägigen Autoreise geht es in dem Film fast nur um Freundschaft und Sex, der verbal und visuell ziemlich frei inszeniert wird.

Aus dem Off werden einige Geschichten aus Vergangenheit und Zukunft zu Ereignissen am Straßenrand oder am Strand Kund' getan, z.B. über das Schicksal der kleinen Schweineherde, die am Strand das Zelt der Protagonisten verwüstet, als diese an einem Ausflug teilnehmen. Doch mit dem Ende des Ausflugs findet auch die Freundschaft der drei Protagonisten ihr etwas düsteres Ende.

Freitag, 23. Oktober 2009

Im Kino (30/09)

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Nach “Zeiten des Aufruhrs” präsentiert Sam Mendes mit Away We Go - Auf nach Irgendwo hierzulande in diesem Jahr bereits seinen zweiten Kinofilm. Aber auch dieser Film wollte mich trotz überwiegend guter Kritiken nicht so recht überzeugen. Erzählt wird die Odyssee eines Pärchens durch Amerika und bis nach Kanada auf der Suche nach einer neuen Wohnstatt. Sie klappern dabei die Wohnorte ihrer Verwandten und Bekannten ab, doch deren Lebensstil, Probleme oder Macken kann sie letztlich nicht überzeugen, in die Nähe zu ziehen.

Die Geschichte ist streckenweise sentimental und melancholisch, manchmal auch etwas albern erzählt. Mehr hierzu könnt ihr z.B. bei critic nachlesen.

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Für seinen neuen Film Das weisse Band hat Michael Haneke die Goldene Palme in Cannes bekommen. Erzählt wird hier einen Dorfgeschichte, die 1913/14 in Mecklenburg spielt. Ziemlich authoritär, frostig und gewalttätig geht's hier zu. Pfarrer, Lehrer, Baron sind die wichtigsten Personen im Dorf, der Rest arme Bauern, Kinder, Ehefrauen, Hilfspersonal, die meist zu kuschen haben und heimlich ihren durchaus nicht harmlosen Rachegelüsten nachgehen.

Das ganze Bild (Örtlichkeiten, Kleidung, Sitten) wirkt sehr authentisch in schwarz-weiss - wie auf den alten Postkarten und Photos. Man fragt sich aber, ob es tatsächlich so finster in deutschen Landen zu ging. Möglich, aber ich war eben nicht dabei, und das macht die Beurteilung so schwierig.

Jedenfalls hat sich viel im Lande geändert, heutzutage kann man kaum noch glauben, dass es hier vor 100 Jahren so zuging. Da mussten die Kinder aufstehen, wenn der Vater das Haus betritt, ihn mit “Herr Vater” anreden, wurden im Bedarfsfall mit dem Rohrstock gezüchtigt (die anderen mussten zusehen) und die Jungen nachts ans Bett gefesselt, damit sie nicht an sich rumfummeln konnten.

Herrn Haneke kann man übel nehmen, dass er seine Geschichten immer so ernst erzählt - aber das macht er natürlich absichtlich. Mehr zum Film könnt ihr z.B. bei filmstarts nachlesen.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Away We Go: muss nicht unbedingt sein.
Das weisse Band: muss nicht unbedingt sein.

Samstag, 17. Oktober 2009

Filme (DVD 18/09)

Im Folgenden will ich mal mein Resumée aus 3 Filmen ziehen, die ich im Kinojahr 2000 für gut befand und jetzt wieder ansah.

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Agnes Jaoui lieferte mit Lust auf Anderes im Jahr 2000 ihr Kinodebut ab. Hier verliebt sich ein Industrieller, dessen Haus von seiner schönen, aber tumben Ehefrau mit ihrem innenarchitektonischen Eifer beherrscht wird, in eine Theaterschauspielerin. Meist mit Chauffeur und Leibwächter unterwegs, versucht er ihr näher zu kommen und gerät in die Künstler-Clique der Verehrten, wo er sich mit seinen kulturellen Defiziten tüchtig blamiert, aber nicht unterkriegen lässt.

Die ist eine durchaus ernsthafte, dialoglastige, typisch französisch wirkende Komödie. Beim ersten Ansehen fand ich den Film allerdings wohl besser. Mehr könnt ihr z.B. bei der rhein-zeitung nachlesen.

Steven Soderbergh gehört zu meinen Lieblingsregisseuren, auch wenn er vielleicht seinen Zenit überschritten hat.

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Aber der mit 4 Oscars ausgezeichnete Film Traffic - Macht des Kartells (2000) gehört zweifellos zu seinen großen Filmen - einer der besten Drogen-Mafia-Filme überhaupt. Geschildert wird hier auf mehreren Handlungsebenen der Kampf eines hohen US-Beamten (Michael Douglas) gegen die amerikanischen und mexikanischen Drogenkartelle, während gleichzeitig seine Tochter immer tiefer in den Drogensumpf abrutscht. Auch das auf Angst und Loyalität basierende Wirken der Drogenkartelle selbst, sowohl auf amerikanischer als auch auf mexikanischer Seite, wird beleuchtet - wobei es hier überwiegend um die Beseitigung von Zeugen und Verrätern geht.

Es ist jedoch weniger die Geschichte selbst als vielmehr die Leistung von Regie, Drehbuch und Schnitt, die den Film auszeichnen und so sehenswert machen. Mehr könnt ihr z.B. bei wikipedia nachlesen.

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Cameron Crowe's Film Almost Famous (2000) spielt Anfang der 1970er Jahre im Musik-Business. Ein 15-jähriger Junge versucht sich als Reporter, will “Black Sabbath” interviewen, wird nicht vorgelassen und lernt statt dessen die Mitglieder und Groupies der Band “Stillwater” kennen. Er fährt im Tour-Bus mit und lernt das ganze Drum und Dran des Herumtourens kennen - mit den Höhen und vielen Tiefen, denn es krieselt mitunter heftig im Bandgefüge. Auch haben die Bandmitglieder ein gesundes Misstrauen gegenüber Reportern aller Art, also auch ihm gegenüber.

Ausserdem muss er sich andauernd am Telefon mit seiner Mutter auseinander setzen, die seine Aktivitäten - nicht ganz zu unrecht - nicht gut heisst. Sex, Drogen, Alkohol, Liebeskummer. Stress bereitet ihm auch der Artikel, den er für eine berühmte Zeitschrift verfassen soll.

Der oft sentimentale, rockige Film ist einer der besten seiner Art. Mehr könnt ihr z.B. bei filmszene nachlesen.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Im Kino (29/09)

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Niels Arden Oplev's Thriller Verblendung spielt in Schweden. Nach einem - mir nicht bekannten - Millionseller von Stieg Larsson verfilmt, handelt die Geschichte von dunklen Obsessionen und Ritualmorden im Umfeld einer Industriellen-Familie. Ein Reporter (Michael Nyqvist) wird vom Clan-Hierarchen darauf angesetzt, das spurlose Verschwinden einer Verwandten zu entschlüsseln. Das ist 30 Jahre her.

Ihm zur Hilfe kommt eine dunkle, psychisch gestörte Gothic-Schönheit (Noomi Rapace), die hervorragend mit Computern umgehen kann.

Sie stöbern in Archiven und stoßen auf eine Ritualmord-Serie. Doch dies alarmiert den Mörder.

Dieser düstere und spannende, amerikanisch wirkende Film ist insbesondere auch wegen der Gothic-Frau sehenswert, deren Rolle filmstarts als “die vielleicht interessanteste Figur der jüngeren Krimigeschichte” wertet - im Übrigen ist der Film etwas für Fans von Filmen wie z.B. “Sieben”.

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Adrian Biniez' in Montevideo spielender Film Gigante ist so eine Art Liebesgeschichte. Der Film endet aber beim ersten Gespräch. Gezeigt wird vielmehr, wie sich ein Wachmann in einem total überwachten Supermarkt in eine Putzfrau verguckt, ihr heimlich hilft, ihr heimlich nachspioniert und ausrastet, als der Putzfrau gekündigt wird. Das melancholische Filmchen ist sehr liebevoll gemacht, voller Details über das beginnende Verliebtsein des Wachmanns und die Routinen im Supermarkt.

Klar, am Ende haben sie beide ihren Job nicht mehr. Mehr könnt ihr z.B. bei critic nachlesen.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Verblendung: ja, wahrscheinlich.
Gigante: ja, vielleicht.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Endzeit-Visionen (im Kino 28/09)

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In der von den Brüdern A. & D. Pastor geschaffenen Endzeit-Vision Carriers rafft ein Virus die amerikanische Bevölkerung weitgehend dahin. Die Welt ist leer geworden. Zwei junge Pärchen sind in einem Geländewagen unterwegs zu einem Zufluchtsort am Meer. Der Tod fährt mit. Sie begegnen anderen Menschen: gesunden, kranken, fast toten und toten Menschen, und immer ist dies mit Gefahr verbunden, da Ansteckung droht oder um schwindende Vorräte (Essen, Benzin) gekämpft werden muss.

Der Film ist mehr oder weniger ein Road Movie und mit recht einfachen und finanziell beschränkten Mitteln gedreht. Dennoch ist er insbesondere auch aus psychologischer Sicht interessant. Mehr könnt ihr z.B. bei filmrezension nachlesen.

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Ungleich aufwendiger ist Christian Alvart's düsterer Science Fiction Pandorum inszeniert. Er spielt überwiegend auf einem Sternenschiff. Dieses ist unterwegs zu einer neu-entdeckten “Erde”. Doch etwas geht gründlich schief, zwei Bordmitglieder wachen auf, erinnern sich zunächst an nichts, sind eingesperrt in Räumen, die sich nicht regulär öffnen lassen und nehmen diverse Fehlfunktionen des Schiffes wahr. Durch einen Leitungsschacht macht sich einer auf nach draussen, muss zur Kenntnis nehmen, dass einige Besatzmitglieder tot sind, andere schwer bewaffnet durch das Schiff streichen und sich mutierten Wesen erwehren müssen.

Das ist relativ spannend, klaustrophobisch und mitunter grauslig wirkend inszeniert. Filmstarts bemerkt zu recht, dass „Pandorum“ ein wenig wie die Weltall-Version [des Höhlen-Horrorfilms] “The Descent” daher kommt. Es gibt auch noch Versatzstücke, die an andere Filme erinnern, nicht zuletzt natürlich auch an “Alien”. Das Ende des Films, das hier nicht verraten werden soll, wirkt leider etwas überstürzt.

Dennoch, der Film, der erstaunlicherweise anscheinend weitgehend in Deutschland und mit deutscher Mitwirkung entstand, gefiel mir -obwohl etwas undurchsichtig - mit seinem düsteren Look und von der Umsetzung der Story her ganz gut.

Die Grundidee von Sternenschiffen, in denen sich die Bewohner über Generationen zurück entwickeln und nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnern, ist in der Literatur übrigens keineswegs neu (siehe Generationenraumschiff).

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Carriers: muss nicht unbedingt sein.
Pandorum: ja, vielleicht.

Montag, 5. Oktober 2009

Im Kino (27/09)

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Sherry Hormann's Film Wüstenblume wurde nach dem autobiographischen Roman von Waris Dirie verfilmt. Dieser spielt vor allem in London, aber auch in Somalia und New York und handelt von einem somalischen Nomadenmädchen, das anlässlich der geplanten Heirat mit einem alten Mann erst nach Mogadischu, dann nach London entkommen kann, dort von einem Photographen entdeckt und als Model bekannt wird. Auf dem Höhepunkt ihrer Model-Karriere berichtet sie einer Zeitschrift und dann vor der UNO vom barbarischen Ritual ihrer Beschneidung.

Der Film ist streckenweise schön photographiert und auch interessant, aber nicht immer stilsicher und mitunter “zuckrig”, was wie auch Andere schon kolportierten, mit der zeitweise etwas schwülstigen Musik zu tun hat. Mehr könnt ihr z.B. bei critic nachlesen.

Vor so ca. zweieinhalb Jahren habe ich Audrey Niffenegger's Roman Die Frau des Zeitreisenden gelesen, den ich sehr schön fand. Er handelt von der großen Liebe eines unfreiwilligen Zeitreisenden zu einer Frau, die von ihm zeitweise ab dem Alter von 6 Jahren bis zum 82. Lebensjahr (lange nach seinem Tod) besucht wird.

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Nachdem einflussreiche Leute in den USA ordentlich die Werbetrommel rührten, wurde das Buch ein Millionseller und nach einigem Hickhack nun auch verfilmt. Der Film von Robert Schwentke bekam meist allerdings nur mittelmäßige Kritiken, aber dennoch musste ich ihn mir nun ansehen.

Die Kritiken, naja, vielen merkt man an, dass die Schreiberlinge das Buch nicht gelesen haben. Anders ist nicht zu erklären, warum der Film mehr über das Zeitreisephänomen erklären oder strukturierter sein sollte als das Buch, das völlig unchronologisch zwischen den Jahren 1968 und 2053 hin und her springt, z.B. am 26. Oktober 1991 beginnt.

Im Grunde bringt der Film das Buch ganz gut rüber, letzteres ist vielleicht aber sowohl emotionaler als auch grausamer. Es stimmt wahrscheinlich auch, dass die Inszenierung “zahm” bzw. “konventionell” ist, wie critic schreibt, zwar emotional berührt, aber eben nicht begeistert. Die Frau (Rachel McAdams) und der Zeitreisende (Eric Bana) passen aber gut zusammen und spielen ihre Rollen überzeugend.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Wüstenblume: muss nicht unbedingt sein
Die Frau des Zeitreisenden: eventuell.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Filme (DVD 17/09)

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Ridley Scott's Science Fiction Alien (1979) war für mich immer ein Kultfilm, weil hier ein einzigartiges ausserirdisches Ungeheuer geschaffen wurde, Horrorelemente in den Film einfliessen und Kulissen wie Alien auf den monströsen Kunstwerken von H.R. Giger beruhen, den ich schon Jahre vorher bewundert hatte. Der Film über den Kampf einer Raumschiffbesatzung gegen ein Alien, das von einer düsteren Welt unbeabsichtigt auf das Schiff geschleppt wurde, hat daher einen ganz anderen und viel düsteren Look als alle SF-Filme, die vorher gedreht wurden.

Nach wikipedia gilt er “als einer der visuell beeindruckendsten Filme des modernen Kinos”. Und klar, Sigourney Weaver wurde durch diesen Film bekannt.

Wenn man den Film zu oft sieht, verblasst allerdings etwas der Ruhm.

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Edward Yang's Film Yi Yi (2000) spielt überwiegend in Taipeh, stellt eine Familie sowie deren Freunde und Bekannte in den Mittelpunkt, zeigt deren Nöte und Sorgen in Schule, Beruf und Liebesleben. Sehr ruhig, oft auch melancholisch, plätschert der Film über fast 3 Stunden so dahin. Das wirkt alles sehr lebensnah, danach kann man sich recht gut vorstellen, wie es so in Taipeh zugeht. Der kleine Junge im Film, photographiert übrigens gerne Hinterköpfe, weil es das Einzige sei, was man üblicherweise selbst nicht sehen könne.

Fand ich mal gut den Film, heute Abend dachte ich mir aber “er hat auch seine Längen”. Mehr über den Film könnt ihr z.B. bei schnitt nachlesen.

In dem französischen Dorf Flavigny-sur-Ozerain, das nach Wikipedia zu den schönsten Frankreichs gehören soll, hat Lasse Hallström die Aussenaufnahmen seines märchenhaften Sozialdramas Chocolat (2000) gedreht. Der Film spielt 1959/60 und handelt von einer Frau (Juliette Binoche) mit Töchterchen, die in ein verschlafenes und in puritanischen gesellschaftlichen Konventionen erstarrtes Nest kommen, um dort eine Chocolaterie aufzumachen.

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Da sie nicht in die Kirche geht, macht sie sich von Anfang an Feinde wie den einflussreichen Bürgermeister (Alfred Molina), gewinnt aber auch Freunde, die tendenziell zu den Aussenseitern der Gemeinde gehören (in schönen Rollen: Lena Olin und Judi Dench). Als “Piraten” am Flussufer landen, macht sie sich den Anführer (Johnny Depp) zum Freund und läutet damit den moralischen Untergang der männerbestimmten scheinheilig-religiösen Gemeinschaft ein - Toleranz, frei Willensentfaltung, Sinnlichkeit und Lebensfreude kehren ein.

Dies war zweifellos einer meiner Spitzenfilme des Kinojahres 2001. Wer einen Film wie “Grüne Tomaten” mag, wird wohl auch diesen Film gut finden. Mehr über den Film könnt ihr z.B. im filmspiegel nachlesen.

Mittwoch, 30. September 2009

Im Kino (26/09)

Zwei Filme, die in Südafrika spielen:

Neill Blomkamp's spannender Science Fiction District 9 spielt in Johannisburg. Ein großes Raumschiff schwebt manövrierunfähig über der Stadt (man denke hier an “Independence Day”). Die Menschen fliegen mit Hubschraubern hoch, verschaffen sich mit Gewalt Eintritt, finden Tausende von halb verhungerten schabenartigen, aber aufrecht gehenden 250 cm großen Aliens. Diese werden evakuiert und in ein Auffanglager gesteckt, das bald zu einem vermüllten Slum verkommt, in dem sich die Aliens um das Katzenfutter streiten, das von den Menschen regelmäßig verteilt wird und in dem die typischen kriminellen Strukturen entstehen. Die Bilder sind beeindruckend.

Die zunehmenden Konflikte mit der Bevölkerung führen dazu, dass das Auffanglager weit nach draussen verlegt werden soll. Bei der Räumung kommt es dann zu einem Zwischenfall, bei dem ein Mitarbeiter des Räumungskommandos mit Aliengenen infiziert wird (man denke hier an “Die Fliege”). Mit der Infektion bekommt er die Fähigkeit, die Alienwaffen zu bedienen und wird nach seiner Flucht zum Jagdobjekt für Kriminelle, Konzerne und die Regierung. Er und die Aliens wissen sich allerdings zu wehren.

Ein Spitzenfilm ist das, der schon allein auf Grund seiner Idee, die Aliens als Flüchtlinge ankommen zu lassen, frischen Wind in das SF-Film-Genre bringt - kann ich nicht anders sagen. Als Familienereignis ist er allerdings wohl etwas zu gewalttätig, eklig und blutig. Mehr könnt ihr z.B. bei filmrezension nachlesen.

Nach einem Roman von J.M. Coetzee verfilmte Steve Jacobs Schande, der in und in der Umgebung von Kapstadt spielt. Der Film handelt von einem Uni-Professor (John Malkovich), der jungen Mädchen nachstellt, dann aber an die falsche gerät und von der Uni fliegt. Er fährt zu seiner Tochter, die eine einsam gelegene Farm in der Umgebung bewirtschaftet. Wenig später werden sie dort von Schwarzen überfallen und “misshandelt”. Während der Professor darauf dringt, das Verbrechen verfolgen zu lassen, will die Frau sich damit arrangieren, auch das Kind austragen, um auf ihrem Land weiter leben zu können, da einer der Täter ein Verwandter ihres Nachbarn ist.

Eine merkwürdige Geschichte ist das, die - ebenso wie bei “District 9” - zweifellos auch viel mit den spezifischen gesellschaftlichen Realitäten in Südafrika zu tun hat. Mindesten genauso beeindruckend fand ich aber den Umgang mit den Tieren im Tierheim. Ich habe keine Ahnung, ob diese in Deutschland auch so reihenweise eingeschläfert werden, will es aber wohl auch gar nicht so genau wissen. Mehr könnt ihr z.B. bei critic nachlesen.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

District 9: ja, wahrscheinlich.
Schande: muss nicht sein.

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Treibgut - Do, 5. Nov, 23:26
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Treibgut - Mi, 4. Nov, 23:12
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Elisabetta1 - Mi, 4. Nov, 19:51
Schönes Bild
Die Natur inszeniert tolle Sachen, und wenn man dann...
kapuziner - Mi, 4. Nov, 10:54
Das Foto
... finde ich bemerkenswert "natürlich" - habe...
Treibgut - Mo, 2. Nov, 23:25
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Elisabetta1 - Mo, 2. Nov, 23:03

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