Im Kino – Paris-Manhattan und andere Filme

Sophie Lellouche's Film Paris – Manhattan erzählt von einer Verehrerin Woody Allens. Sie lebt in Paris, hat ein großes Plakat in ihrem Wohnzimmer und hält des öfteren Zwiesprache mit ihrem Idol. Als Apothekerin verleiht sie häufig auch Woody-Allen-Filme ungefragt an ihre unglücklichen Kunden. Eltern und Schwester wollen sie verkuppeln. Spröde und ziemlich anspruchsvoll, schlägt sie mögliche Verehrer im Regelfall jedoch schnell in die Flucht.
”Bestes Genrekino, eine romantische Komödie, die so verrückt und gleichzeitig so natürlich daherkommt, dass man sich von ihr verführen lassen muss”, meint kino-zeit. Dem kann ich zustimmen – und mir gefiel sie besser als die meisten Woody-Allen-Filme.

Julian Pölsler verfilmte mit seinem Werk Die Wand einen 1963 geschriebenen Roman der österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer. Er gilt als ihr bedeutendstes Werk. Im Film fährt eine Frau mit einem älteren Ehepaar zu einem Jagdhaus in die Berge. Das Ehepaar geht runter ins Dorf und ist auch am nächsten Tag noch nicht zurück. Die Frau (Martina Gedeck) macht sich mit dem Hund dann auf ins Dorf – und stößt auf dem Weg gegen eine unsichtbare Wand (wie eine Glasscheibe).
Anfangs noch in der Hoffnung, dass dies ein vorübergehendes Ereignis sei, erkundet sie die Grenzen der Wand. Später erkennt sie jedoch, dass es wohl so bleiben wird. Sie sieht Menschen jenseits der Wand – erstarrt in der Bewegung. Sie denkt an den kommenden Winter, findet eine Kuh, treibt mühevoll etwas Ackerbau und geht auf die Jagd.
Der Film verfolgt über ca. 2 Jahre ihr Leben und die Jahreszeiten. Im Sommer zieht sie auf eine Alm, eine Katze gesellt sich zu ihr, bekommt auch ein Junges genauso wie die Kuh. Doch Tragödien mit den Tieren machen ihr zu schaffen. Erst stirbt die junge Katze, vermutlich getötet von einem Fuchs, später auch das Kalb und ihr Hund – getötet von einem Menschen, den sie erschiesst.
”Doch leider vertraut Pölsler seinen Bildern selbst nicht recht und legt fast permanent den Romantext darüber, der den ganzen Film wie altes Papier rascheln lässt”, meint critic zum Film. Der Film ist nicht uninteressant, doch die Inszenierung ist in der Tat ziemlich spröde und schleppend. Landschaftsaufnahmen und die Katzen entschädigen etwas. Ich müsste wohl mal das Buch lesen. Eigentlich hatte Frau Haushofer, obgleich Tochter eines Revierförsters, erziehungsbedingt nicht unbedingt das Potenzial, einen solchen Roman zu schreiben.

Dietrich Brüggemann's Film 3 Zimmer Küche Bad erzählt vom Wohnungswechsel und Beziehungsreigen einer Clique junger Erwachsener und verfolgt das Geschehen über ein Jahr. Berlin, Hannover, Stuttgart, Freiburg u.a. - quer durch Deutschland führen die Schauplätze. Der Film passt ganz gut zu anderen lebendig wirkenden deutschen Erfolgsfilmen wie “Sommer vorm Balkon”, kann ansehnliche Mädels und Jungens und auch ein paar im Clinch liegende Elternpaare aufweisen, die den Zuschauer in ein gut vermengtes Wechselbad aus Witz, Satire, Trauer, Melodram und umzugsbedingtem Chaos stürzen.
Die Rezeptur des Films wirkt allerdings auch nach Umsetzung eines bereits bekannten Erfolgsrezepts. Viele Darsteller hat der Film, und noch mehr Themen werden angerissen, so dass es den Episoden im Ergebnis oft an Tiefgang fehlt. Kurzweilig anzusehen ist der Film aber allemal. Der Regisseur “fängt hier ... ein höchst akkurates Bild einer Generation junger Berliner ein, die die Verbindung von Coolness und Spießigkeit zur Kunstform erheben”, meint critic.
Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?
Paris - Manhattan: ja, wahrscheinlich.
Die Wand: muss nicht unbedingt sein.
3 Zimmer Küche Bad: ja, vielleicht.
Das Buch...
Den Film habe ich noch nicht gesehen, wollte ich aber auch noch rein.



















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