Dienstag, 25. September 2012

Im Kino – Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt und andere Filme

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Lorene Scafaria's Film Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt ist schon deshalb bemerkenswert, weil der Film - als Endzeitdrama - fast ohne Gewalt auskommt und auch noch als sentimentale Liebesgeschichte daher kommt. Mit Realismus hat das dann allerdings auch wenig zu tun.

Ein Nachrichtensprecher verkündet, dass in 21 Tagen ein großer Meteorit einschlagen wird. Die öffentliche Ordnung bricht dann sukzessive langsam zusammen, denn die Menschen haben etwas Besseres zu tun als zur Arbeit zu gehen – etwa auf Drogen- und Sexparties zu feiern.

Als Konsequenz davon bricht die Infrastruktur zusammen, der Strom fällt häufig aus etc. Der Protagonist, dessen Frau dann weggelaufen ist, freundet sich mit seiner Nachbarin an, die den letzten Flieger zu ihrer Familie verpasst hat. Gemeinsam mit einem zugelaufenen Hund machen sie sich per Auto auf, Bekannte und Verwandte zu besuchen.

Insgesamt ist es ein netter, wenn auch nicht besonders aufregend inszenierter Film. Focus meint: “Es bleibt ein platter Film, der keinerlei Erkenntnisgewinn bringt, sondern bestenfalls die erneute Beschäftigung mit einer klassischen Frage: Was würden Sie tun, wenn in drei Wochen die Welt unterginge?”. Etwas besser ist der Film aus meiner Sicht allerdings schon, und die Chemie zwischen den ProtagonistInnen fand ich auch nicht so unglaubwürdig. Ach ja, und alte Schallplatten werden im Film angemessen gewürdigt.

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Hans-Christian Schmid's Film Was bleibt spielt hier im Rheinland und handelt von einer bürgerlichen Familie im Zerfallsprozess. Der Verleger geht in den Ruhestand, hat seinen Verlag verkauft, die (Haus-)frau nimmt seit Jahrzehnten Psychopharmaka, die Söhne sind erwachsen und aus dem Haus. Dann treffen sie sich mal – und alles läuft aus dem Ruder. “Es geht um die Vergänglichkeit der Liebe und die des familiären Glücks, um Selbstbetrug und den Punkt im Leben, an dem sich die Fassade nicht mehr länger aufrechterhalten lässt”, sagt kino-zeit und trifft das Thema damit punktgenau.

Visuell-stilistisch ist es aus meiner Sicht ein typisch deutscher Problemfilm, aber die SchauspielerInnen können überzeugen.

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Leos Carax' Film Holy Motors ist ziemlich seltsam. Ein Mann lässt sich in einer großen weißen Limousine von Termin zu Termin durch Paris kutschieren. Die Termine sind sonderbar, immer ist er verkleidet, benutzt verschiedene Masken. Mal begeht er einen Mord, mal liegt er im Sterbebett, mal entführt er als Glöckner eine Frau vom Friedhof. Er macht dies offensichtlich für ein nebulöses reiches Publikum, und er ist auch nicht der Einzige, der so einem Job nachgeht. Andere große weiße Limousinen fahren auch durch die Stadt und ihre Insassen machen einen ähnlichen Job.

Auch wenn sich der Filmplot interessant anhören mag, fehlt dem Film irgendwie eine Seele, die Geschichte, die im Grunde keine ist, plätschert zum Teil emotionslos und spannungsarm inszeniert so dahin. “Holy Motors ist ein ungebändigtes Monster, reich an Eindrücken, Erzähltönen und Bedeutungsebenen. Viele davon lassen sich gar nicht angemessen beschreiben, sondern müssen erfahren werden”, meint hingegen critic zum Film.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Holy Motors: muss nicht unbedingt sein.
Was bleibt: muss nicht unbedingt sein.
Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt: ist nicht ganz ausgeschlossen.

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