DVD – Und täglich grüßt das Murmeltier und andere Filme
Diese Filme gehen querbeet durch die unterschiedlichsten Genres; für jeden was dabei, sollte man meinen.

Norman Jewison's Science Fiction Rollerball (1975) verarbeitet die Funktion großer Sportereignisse als politisches Kalkül. Wie schon die Römer Gegner auf Leben und Tod in großen Arenen antreten ließen, so geht es auch in der naher Zukunft von Rollerball ähnlich zu, nachdem die Menschheit geeint, Kriege abgeschafft und die Welt nur noch von großen Konzernen regiert wird. Da braucht es dann eben ein legales Spiel für die Massen, um Aggressionen abzubauen.
Schicker, angemessen brutaler Film mit schicken Frauen, die weitgehend als Wohnungsinventar den Helden und wichtigen Funktionären zugeteilt werden. Den Film sah ich damals schon im Kino. Jahre später widmet sich “Die Tribute von Panem” einer ähnlichen Thematik. Mehr zu “Rollerball” könnt ihr bei der filmzentrale nachlesen.

Christopher Crowe's Film Saigon (Off Limits, 1988) spielt während der Endphase des Vietnam-Krieges in Saigon. Zwei Militärpolisten (Willem Dafoe, Gregory Hines) sind hier auf der Suche nach einem Prostituierten-Mörder aus den eigenen Reihen. Eine französische Nonne (Amanda Pays), die sozialen Kontakt zu den Prostituierten pflegt, hilft ihnen. Alle geraten in Lebensgefahr, denn der Mörder versucht alles, Zeugen und Ermittler ermorden zu lassen.
Dies ist ein Film, den ich mutmaßlich vorher noch nie gesehen hatte. Er lebt vor allem vom Saigon-Flair der damaligen Zeit, ist routiniert gemacht, wirkt allerdings mittlerweile in Hinblick auf die Thriller-Elemente und Dramaturgie etwas angestaubt. “Der große Pluspunkt von „Saigon“ sind ... sein titelgebender Schauplatz und der rabenschwarze Pessimismus, der ihn von anderen Genrevertretern abhebt”, meint ofdb.

Harold Ramis' Zeitschleifen-Komödie Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) ist ein ausgesprochen gelungenes Werk. Man darf den Film allerdings nicht zu oft sehen, sonst riskiert man einen Nervenzusammenbruch. Aber alle 10 Jahre ist o.k.
Erzählt wird vom Murmeltiertag in einer amerikanischen Kleinstadt. Jedes Jahr sagt an diesem Tag ein Murmeltier das Wetter der nächsten Wochen voraus. Und zu diesem Fest reisen Reporter und Wetterfrösche an.
Auch der Protagonist (Bill Murray) ist zum wiederholten Male mit seinem TV-Team da, wird in einer Zeitschleife gefangen und wacht fortan jeden Morgen um 6 Uhr an diesem für ihn schon vorher nervigen Tag auf. Aber nach einigen Mißgeschicken und vergeblichen Freitod-Versuchen lernt er dazu – sowohl lernt er lästige Zeitgenossen charmant oder rabiat abzuwimmeln, als auch seine Produzentin (Andie MacDowell) zu verführen.
“Eine Komödie, die in hervorragender Manier demonstriert, dass sich Unterhaltung und Anspruch nicht ausschließen müssen”, meint weihnachtsfilm.net.

In Jon Knautz' Horrorfilm The Shrine (2010) fliegt eine Reporterin mit ihrem Mann und einer Praktikantin nach Polen, um dort Nachforschungen über mehrere verschwundene Rucksacktouristen anzustellen. Die Spuren führen in ein abgelegenes Dorf. Die Einwohner sind sehr verschlossen und reagieren aggressiv, als die jungen Leute über einem nahem Waldstück eine merkwürdige Wolke aufsteigen sehen und dort hin wollen.
Die jungen Leute flüchten zunächst, nähern sich dem Wald dann jedoch von einer anderen Seite. In der Nebelwolke im Wald finden sie eine unheimliche große Statue, haben Visionen, hören seltsame Geräusche. Später finden sie im Wald ein großes Kellergewölbe. Sie steigen die Treppen hinab und finden Särge mit den toten Touristen, die alle eine sonderbare Maske auf dem Gesicht haben.
Die Dorfbewohner sind ihnen jedoch auf der Spur, verschleppen die Amerikaner in das Kellergewölbe, wo eine der Frauen einem grausigen Ritual zum Opfer fällt. Das Pärchen kann zunächst flüchten, doch in einem Farmgebäude kommt es zum Showdown mit den heraufbeschworenen dämonischen Ungeheuern, denen auch die Dorfbewohner Einhalt zu gebieten versuchen.
Der Film ist recht spannend gemacht, doch relativ konventionell erzählt, und die Story, die wenig über die Hintergründe dieses dämonischen Kults Preis gibt, ist etwas dünn. “Solide Horrorkost, nicht mehr und nicht weniger”, meint schlechtergeschmack.



















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