DVD – Straw Dogs und andere Filme
P align="left">Orson Welles' Film Im Zeichen des Bösen (1958) ist ein alter Klassiker, von dem ich glaube, ihn vor Jahrzehnten auch schon mal im TV – allerdings in damals wahrscheinlich stark verstümmelter Fassung - gesehen zu haben. Der Film spielt in einer mexikanisch-amerikanischen Grenzstadt. Ein mexikanischer Polizist (Charlton Heston) wird Zeuge eines Autobombenanschlages auf eine prominente Person – und später Zeuge, wie der amerikanische Chef-Ermittler (Orson Welles) die Beweise manipuliert, um einen Täter präsentieren zu können.
Als sich der Chef-Ermittler in die Enge getrieben fühlt, wird es gefährlich für alle Zeugen.
Lt. film-noir ist der Film “ein Klassiker, der seiner Zeit um Jahre, vielleicht Jahrzehnte voraus war” und er wird “auf Platz 115 in der Liste der 250 besten Filme aller Zeiten” geführt. Die Rolle der Frau (Janet Leigh) ist aber noch stark in den 50er-Jahren verhaftet. Faszinierend am Schwarz-Weiss-Film ist das düstere nächtliche Spiel mit Licht und Schatten, man sieht alte amerikanischen Straßenkreuzer und heute verschwundene archaische Ölbohrturm-Landschaften.
Es gibt aber offensichtlich auch immer noch alte gute Filme, von denen ich glaube, sie vorher noch nie gesehen zu haben. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, Filme einzuschätzen und auf sie aufmerksam zu werden.

Auf Sam Peckinpah's Film Straw Dogs – Wer Gewalt säht ... (1971) wurde ich in Zusammenhang mit dem inzwischen gedrehten Remake des Films aufmerksam. Erzählt wird von einem jungen Paar (Dustin Hoffman, Susan George), das in ein englisches Dorf zieht und dort in einen Strudel der Gewalt gerät, die endgültig eskaliert, als das Paar nach einem Fest im Nebel einen Mann anfährt, der von den Dorfbewohnern gerade wegen eines vermuteten Sexualverbrechens gesucht wird.
Sie bringen den Mann in ihr Haus, und der Ehemann weigert sich beharrlich, diesen herauszugeben, als eine Clique der Dorfbewohner erscheint und dies verlangt. “Der Film sucht nach den Ursachen für Gewalt und Gewaltspiralen und stellt die These auf, dass jeder Mensch dazu fähig ist, einen anderen zu töten”, sagt wikipedia. Skandalträchtig war der Film allerdings vor allem wegen seiner Vergewaltigungsszene, die lange Zeit weitgehend aus dem Film geschnitten wurde.
Der Film ist sehr subtil, spannend und gewalttätig gemacht und schauspielerisch gut besetzt. Auch wenn ich das Remake von Rod Lurie nicht kenne, glaube ich kaum, es sehen zu müssen. Vielmehr ist gerade das 40 Jahre alte Peckinpah-Milieu interessant. Man kann jedenfalls annehmen, dass Sam Peckinpah's Film in den letzten 40 Jahren auch stilistische Vorlage für zahllose andere Filme mit ähnlicher Thematik war.

Patrice Leconte's Film Der Mann der Friseuse (1990) ist auch ein Film, den ich noch nicht kannte. Er erzählt von einem Mann, der als Junge der Friseuse wegen gern zum Friseur ging, dort dann auch seine ersten Frauenbrüste sah und daraufhin beschloss, eine Friseuse zu heiraten. Das setzt er dann auch in die Tat um, geht Jahre später bei einer neuen jungen Friseusin zum Haarschneiden und fragt direkt, ob sie ihn heiraten würde. Beim nächsten Besuch, 3 Wochen später, sagt sie “ja”.
Hmm, so geht das also. Nach der Heirat sitzt er meistens im Salon und beobachtet seine Friseuse.
Der Film ist durchaus sinnlich und hat ein überraschend düsteres Ende. “Ein sehr poetischer Film, der etwas die Geschwindigkeit aus dem Leben rausnimmt, entschleunigt und einem wieder die Sinne für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens öffnet”, meint versalia.

Bertrand Tavernier's Film In the Electric Mist (2009) – nach einem Roman von James Lee Burke - spielt in den sumpfigen küstennahen Gegenden Louisianas. Ein Polizist (Tommy Lee Jones) ist auf der Suche nach einem Serienmörder. Der Krimiplot ist relativ herkömmlich, aber den Film zeichnet eine intensive, zum Teil auch mystische Atmosphäre aus, als nach dem Fund einer weiteren, skelettierten Leiche die Gespenster der Vergangenheit in den Film einziehen.
Es liegt aber auch an der sumpfig-nebligen Gegend, die sehr gut eingefangen ist sowie an den Bildern der Sturmschäden, die der Hurrican Katrina hier hinterliess. Die Darsteller im Film überzeugen ebenfalls.
Lt. focus ist dem Regisseur “ein bemerkenswerter, atmosphärisch stimmiger Genrefilm gelungen, irrlichternd zwischen den Relikten des uralten Rassimus und der neuen, unstillbaren, alles zerstörenden Gier nach Geld und Profit.”
Bemerkenswert ist auch, dass es dieser Film hierzulande nicht ins Kino schaffte.



















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