Samstag, 29. November 2014

The Ministry of Wolves

Diverse Mitglieder von Bands wie den Einstürzenden Neubauten und Nick Cave & The Bad Seeds gründeten zusammen mit einer Sängerin eigens eine Band, um ein Theaterstück zu vertonen, das als zeitgemäße Interpretation der Grimmschen Märchen auf der Grundlage von Anne Sextons Buch „Verwandlungen“ entstanden ist. „Music from Republik der Wölfe“ (2014) heisst das Album, das ich mir kürzlich mal zulegte.

„Faszinierende Klänge zwischen Tom-Waits-Gegrummel, Spoken-Word-Passagen, Garagenrock, rauem Folk, Blues und zarten Balladen“, meint t-online.



>The Ministry of Wolves live mit „The Frog Prince“ vom Album „Music from Republik der Wölfe“, dankenswerterweise hochgeladen von SophieLoVideoEditing<

Mittwoch, 26. November 2014

Das Jahr der Flut

Die mittlerweile 75-jährige kanadische Autorin Margaret Atwood wurde hierzulande durch die von Volker Schlöndorff inszenierte Verfilmung ihres SF-Romans „Der Report der Magd“ (1985) bekannt. In den letzten Jahren wandte sie sich wieder verstärkt der Science Fiction zu, auch um sicherlich vor der drohenden Zerstörung von Natur und Landschaft zu warnen, die genau genommen längst ihren Lauf nimmt.

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Im Endzeit-Roman „Das Jahr der Flut“ (2009) erzählt sie aus der Sicht zweier Mädchen/Frauen, die es in eine fundamentalistische, aber pazifistische Öko-Sekte verschlagen hat, vom Untergang der Zivilisation. Während die Öko-Sekte anfangs noch ihre eigenen Refugien in aufgegebenen Häusern mit landwirtschaftlich genutzten Dachgärten hat, wird sie später durch paramilitärische Truppen der Industrie-Konzerne zerschlagen. Doch als die Zivilisation infolge einer Pandemie zusammen bricht, erweisen sich die naturnahen Fertigkeiten und das ökologische Wissen der Sekten-Mitglieder von Vorteil im Überlebenskampf.

Sehr schön geschrieben - wenn auch in der Zeitschiene nicht kontinuierlich und daher etwas kompliziert konstruiert - und gut von Monika Schmalz übersetzt. Man muss aufpassen, nicht selbst einen Brain Wash zu erleiden, denn das Gedankengut der Sekte und das Sekten-Vokabular werden sehr indoktrinierend verwendet. Das Gebiet außerhalb der Sekte ist alles „Außenhölle“, in der übermächtige Konzerne ihre ungesunden und unökoökogisch erzeugten, wenn nicht gar giftigen Produkte vom Kaffee bis zur Kleidung verkaufen, die man auf jeden Fall zu meiden hat.

Das Besondere an diesem Buch ist die Erzählweise der Autorin. Fesselnde Science Fiction, sozialkritisch und doch literarisch anspruchsvoll, eine seltene Mischung“, meint eine der RezensientInnen bei lovelybooks. Sehe ich auch so.

Zu diesem Buch gibt es auch einen Vorgänger-Roman (Oryx und Crake) und eine Fortsetzung (Die Geschichte von Zeb), die ich vermutlich auch gelegentlich lesen sollte.

Im Kino – Maze Runner und andere Filme

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Wes Ball's Endzeit-Drama Maze Runner: Die Auserwählten - Im Labyrinth überzeugt visuell und tontechnisch sowie durch viele Spannungsmomente. Ausgangspunkt der Geschichte ist eine größere Gruppe von Jugendlichen, die sich nach und nach auf einer von riesigen Mauern umgebenen Lichtung wiederfinden. Einmal pro Monat kommt ein Neuer – hochgefahren über einen Fahrstuhl aus der Tiefe. Erinnern können sie sich zunächst an nichts – außer an ihren Namen.

In der von Wänden umgebenen Lichtung gibt es Tore, die sich einmal am Tag öffnen und in ein Labyrinth führen. Doch im Labyrinth lauern spinnenartige große Monster, die eine Erforschung gefährlich machen.

Frei nach der politischen und gern von Hollywood gepflegten Theorie, dass sich in isolierten Gruppen bald eine Führerschaft herausbildet sowie Riten und Regeln entstehen, die letztendlich nur dazu dienen, das herrschende System zu stabilisieren und vor Veränderung zu schützen, kommt Unruhe auf, als ein aufgeweckter Junge auf die Lichtung geschickt wird und dann prompt das Labyrinth erforschen will, ohne die Regeln zu beachten. Dennoch wird das Labyrinth erforscht und schließlich ein Weg gefunden.

Der Film entstand nach einem Roman (2009) von James Dashner, der ein Jahr lang auf der New York Times Bestsellerliste stand und mittlerweile zu einer Trilogie und einem Prequel angewachsen ist.

Es gibt aber nicht nur Lob für den Film von mir, denn die Dialoge sind doch sehr „einfach“ gehalten und manche Hollywood-Elemente stören etwas. Aber „das titelgebende Labyrinth überzeugt nicht bloß in seiner visuellen Aufmachung, sondern begeistert insbesondere aufgrund seiner realistischen Aufmachung“, wie auch quotenmeter meint.

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Ruben Östlund's Film Höhere Gewalt erzählt von einer skandinavischen Kleinfamilie, die in den französischen Alpen einen kurzen, aber exquisiten Ski-Urlaub macht. Als an einem Luxusrestaurant während des Essens auf der Terrasse von oben eine Lawine runterkommt, rennt der Mann weg und lässt Frau und Kinder am Esstisch zurück. Dies war dann der Knacks im Familienleben, der im Folgenden verbal mit Bekannten seziert wird.

Selten wurden unsere Vorstellungen von Männlichkeit klarer seziert,“ fasst die zeit das Geschehen zusammen. Eine interessante Ausgangssituation, auch ein psychologisch interessanter Film, obgleich diese Ski-Hotelwelt nicht meine Welt ist.

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In John Turturro's New Yorker Komödie Plötzlich Gigolo kommt einem bankrott gehenden alten Buchhändler (Woody Allen) die Idee, seinen Partner in das Geschäft mit einsamen Frauen einzuführen. Das Geschäft läuft gut an, bis sich sein Partner in eine schöne jüdische Witwe verliebt und gleichzeitig die jüdische Religionspolizei auf das Treiben des Buchhändlers aufmerksam wird. Am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf.

Der Regisseur wollte offensichtlich einen Woody-Allen-Film drehen und was passt da besser, als Woody Allen selbst als Hauptdarsteller zu nehmen. Der Film ist zwar ziemlich kurzweilig, hat einen mitunter guten jazzigen Soundtrack, wirkt aber geradlinig konstruiert ohne größeren emotionalen Tiefgang. „Die Motivation aller Protagonisten ist nur das Ergebnis einer Funktionsübernahme“, meint kino-zeit. Und, naja, schon merkwürdig, dass ausgerechnet die supertollen Bräute käuflichen Sex in Anspruch nehmen müssen. Von Realismus keine Spur.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Maze Runner: ja, vielleicht.
Höhere Gewalt: tendenziell eher unwahrscheinlich.
Plötzlich Gigolo: muss nicht sein.

Montag, 24. November 2014

Wanderung Merten – Krabachtal - Eitorf (Sieg)

Nachdem der vorletzte Sonntag total verregnet war, konnte gestern ein toller Tag genossen werden - zwar mit schattigen < 10 Grad, aber viel Sonne. Ich musste unbedingt mal raus, die Seele baumeln lassen.

Merten/Sieg heisst die Bahnstation – ein idealer Startpunkt, da ist nämlich nichts an Siedlung, die erst durchquert werden müsste, vielmehr ist man mitten im Siegtal mit seinen steilen Hängen.

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>Im Siegtal bei Merten<

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In Merten gibt es ein Schloß mit großer Kirche im Innern. Heute ist das alles ein – vermutlich nicht ganz billiges - Senioren-Wohnheim.

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>Kirche Schloß Merten<

Nach Querung der Sieg und der Ortschaft Bach kommt man ins Krabachtal. Dies wirkte natürlicher als vermutet. Der Bach mändriert schön, man sieht sogar recht alte Fichten.

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>Im Krabachtal<

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Ich folgte dem Bach mehrere Kilometer bis hoch zu den aufgegebenen Fischteichen, fand sogar noch zwei Ziegenlippen unterwegs, sah auch ein paar wenige Tiere.

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>Noch lebende, schon tote Tiere<

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An den Teichen drehte ich dann um, verließ bald das Tal und ging über Hausen, Irlenborn und Scheidsbach runter ins benachbarte Eipbachtal. Der Bach fließt nach Eitorf, wo die Bahnstation für die Rückfahrt war.

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>Alt und neu in Eitorf<

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>Kirchturmuhr, Eitorf<

Knapp 14 km war diese Tour lang.

Point gesetzt an den Fischteichen im Krabachtal auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Samstag, 22. November 2014

...

Die Tendenz, in den Winterschlaf zu fallen, ist gerade recht groß bei mir.

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>Küchenfenster geputzt. Nebenbei bemerkt, Fensterscheiben sind doch irgendwie Wunderwerke technischer Produktion.<

Aber immerhin schaffte ich es heute, zwei Fenster zu putzen, zum Friseur (das war dringend notwendig), etwas einzukaufen und ins Kino zu gehen.

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>Südstadt-Motiv, Schnurgasse<

Stand Bildbearbeitung Rumänien/Budapest-Reise

Fertige Beiträge sind hier verlinkt:

Rumänien

01. Ankunft in Bukarest

02. Durch die Altstadt von Bukarest

03. Brasov - Stadt am Fuße der Karpaten

04. Dracula's Burg und die Festung von Rasnov

05. Die Kirchenburg von Harman

06. Der Karpatenort Sinaia

07. Sibiu

08. Die Kirchenburgen von Cisnadie und Cristian

09. Altertümliches Sighisoara New!

10. Medias, eine Mittelstadt in Siebenbürgen

11. Biertan und seine Kirchenburg

12. Eindrücke aus Targu Mures

.......

Dienstag, 18. November 2014

Cate Le Bon

Die nach Amerika ausgewanderte Britin Cate Le Bon kann auf ihrem dritten Album „Mug Museum“ (2013) mit ihrer Independent-Punk- Balladen-Mischung immerhin eine gewisse, schräge Eigenständigkeit nachweisen, die mich dazu bewog, das Album zu kaufen. Ein bißchen mehr Bass hätte allerdings nicht geschadet.



>Cate Le Bon live mit „Sisters“ von ihrem Album Mug Museum, dankenswerterweise hochgeladen von Dave Witt<

Vom polternden Indie-Rock („Wild“, „I Can´t Help You“) über an The Cure erinnernde Gitarrenmelodien („No God“) bis zur romantisch angehauchten Ballade mit Sixties-Flair zieht Cate Le Bon alle Register, ohne je in den Verdacht der Beliebigkeit zu geraten“, meint melodiva.

Montag, 17. November 2014

Im Kino – Im Labyrinth des Schweigens und andere Filme

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Giulio Ricciarelli inszenierte mit Im Labyrinth des Schweigens sicherlich einen der besten Filme dieses Jahres. Er arbeitet deutsche Nachkriegsvergangenheit auf, spielt 1958-63 und handelt von einem Anwalt, der das allgegenwärtige Schweigen über die deutschen Kriegsverbrechen im 2. Weltkrieg brechen will und schließlich einige der Täter von Ausschwitz vor Gericht bringt. Das ging nicht gegen Widerstände in höchsten Kreisen und in der Bevölkerung und belastete auch die Fahnder seelisch schwer, da sie Zeugenaussagen sammeln mussten.

Der Film ist aus meiner Sicht ziemlich überzeugend und durchaus flott gemacht, zeigt auch viel 50er-Jahre-Ambiente und kann vor allem schauspielerisch überzeugen. Zueritipp hingegen meint: „Dieser Film, in dem alles stimmt, redet immer, aber er blutet nie“.

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Mike Leigh's Film Mr. Turner – Meister des Lichts ist ein typischer Arthouse-Film. Genau im Detail bezüglich der historischen Ausstattung wird aus den letzten 10 oder 20 Jahren des Lebens des berühmten britischen Landschaftsmalers erzählt, der 1851 starb. Ein Sozialbiotop, das viel aus dem täglichen, eher zurückgezogenen Leben des Malers sowie von den kunstgesellschaftlichen Anlässen in meist adligem Ambiente erzählt.

Passieren tut wenig, und das macht den zweieinhalbstündigen Film, der weitgehend von seinem knurrigen Hauptdarsteller Timothy Spall lebt, mitunter etwas langatmig.

Mimisch gewiss eine Offenbarung von Spall, der alle Widersprüche von verschroben bis gewandt, sensibel bis rücksichtslos zu einem knurrig-krummen Hund vereint“, meint kommsieh. Mike Leigh, der schon länger nichts mehr von sich sehen liess, hat schon bessere Filme gemacht, meine ich.

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Gary Shore's Fantasy-Epos Dracula Untold haben viele offenbar mit einer gewissen inhaltlichen Erwartungshaltung entgegengesehen … und wurden bitter enttäuscht. Viele Kritiken sind aus meiner Sicht außergewöhnlich schlecht, obwohl der Film szenisch durchaus Glanzpunkte setzen kann. Er fängt gut an mit dem Besuch einer knochenübersäten Höhle im Gebirge und erzählt nachfolgend nachvollziehbar, wenn auch in stark hollywoodesker Art und Weise, weshalb der Fürst einen Deal mit dem Bösen eingeht.

Später, in Zusammenhang mit Kampfhandlungen gegen die Osmanen, kommen gut bekannte „Pfähler-Szenerien“ und starke Fledermaus-Szenen, allerdings kann der „Superman-Touch“ des Protagonisten hier tatsächlich mißfallen.

Überzeugend in Szene gesetzt sind auch die generierten, steil überhöhten Berglandschaften und das Schloss, das allerdings nicht an die altgewohnten üblichen Dracula-Schlösser erinnert.

Insgesamt fand ich den Film nicht ganz überzeugend, aber gleichwohl kurzweilig genug, um einen längeren Blick zu riskieren. Eine weitere, überzeugend geschriebene Bewertung präsentiert wirsindmovies.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Im Labyrinth des Schweigens: ja, wahrscheinlich.
Dracula Untold: ja, vielleicht.
Mr. Turner – Meister des Lichts: muss nicht unbedingt sein.

Musikalben geprüft (29)

Am Wochenende – bei ziemlich miesem Wetter in Köln – hatte ich mal wieder ausgiebig Zeit, neue Platten zu prüfen, die es mir Wert zu sein schienen, mal geprüft zu werden. Wirklich zugesagt hat mir aber nur die Scheibe von Dillon. Im Detail:

Anna Aaron. Album: Neuro (2014). Schweizer Singer-/Songwriterin, die auf ihrem zweiten Album oft einen poppig-elektronischem und cluborientiertem Sound mit Techno- und Rock-Anleihen auffährt. In der Schweiz relativ erfolgreich, aber nicht so mein Ding. SHR: 3 T – 14 T.

Banks. Album: Goddess (2014). Junge US-Lady, die bereits mit ihrem ersten Album grandiose Erfolge feiert. Stilistisch soll es Indie-Electropop und R&B sein. Erinnert mich mitunter an Lana Del Rey's Werk – und ist daher auch gar nicht mal schlecht. SHR: 700 T – 18.700 T.

Carla Bozulich. Album: Boy (2014). Diese US-Lady, als Sängerin aktiv in vielen Projekten, präsentiert hier ihr fünftes Solo-Album. Wird dem Post-Punk zugerechnet, enthält ein paar ansprechende Songs, aber der letzte Kick fehlt mir. SHR: 5 T – 20 T.

Cats on Trees. Album: Cats on Trees (2014). Debut-Album eines prompt erfolgreichen französischen Pop-Duos mit Folk-Einschlag. Gesang auf Englisch, Musik zu lieblich für meinen Geschmack, das ist wohl klar. SHR: 11 T – 1.759 T.

Coves. Album: Soft Friday (2014). Debut-Album eines britischen Indie-Rock-Duos. Ziemlich verhallter Sound. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. SHR: 7 T – 39 T.

Dark Horses. Album: Hail Lucid State (2014). Wahrscheinlich zweites Album einer noch ziemlich unbekannten britischen femal-fronted Rock-Band. Ebenfalls ziemlich verhallter, zum Teil psychedelischer und krautrockiger Sound, der mich allerdings wenig berührt. SHR: 2 T – 11 T.

Darkplain. Album: Moon (2014). Zweites Album einer jungen ziemlich unbekannten deutschen Band mit talentierter Sängerin und f/m-Wechselgesang. Melodischer Soft-Gothic, mir persönlich etwas zu kitschig. SHR: 1 T.

Delilahs. Album: Past True Lust (2014). Drittes Album einer Schweizer Trash-Pop-Band mit Front-Lady. Nicht so mein Ding. SHR: 1 T – 5 T.

Dillon. Album: The Unknown (2014). Zweites Album einer brasilianisch-deutschen Singer-/Songwriterin. Enthält einige sehr schöne sentimentale Songs, d ie durch ein ruhiges Piano, Subbässe und wirkungsvolle, mal sphärische, mal leicht pluggernde Elektroniktupfer geprägt sind. Gefällt mir gut. SHR: 40 T – 511 T.

The Dø. Album: Shake, Shook, Shaken (2014). Drittes Album eines in Frankreich sehr erfolgreichen französischen Indie-Pop-Duos. Die Lady singt auf Englisch. Ist mir zu aufdringlich poppig. SHR: 48 T – 442 T.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz, ermittelt zum Zeitpunkt des Zugriffs, in 1.000 Zugriffen (T) je Song.

Links: Falls es einen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag zur KünstlerIn gibt, wird dieser oben meist bevorzugt.


(geprüft mittels spotify)

Silo

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In dem Roman „Silo“ (2011) beschreibt der US-Autor Hugh Howey eine postapokalyptische Gesellschaft, die sich in einem großen unterirdischen Silo autark behauptet hat. Jedoch bildeten sich autoritäre Strukturen aus, eine EDV-Herrschaftsschicht, die die Wahrheit über Außenwelt und Geschichte gefälscht hat und Gegner ausschaltet oder in einer Zeremonie mit schlechter Ausrüstung nach draußen schickt, wo diese sterben.

Als der Schwindel auffliegt und eine Frau mit guter Ausrüstung nach draußen geschickt wird, realisiert diese, dass es noch viele weitere Silos in der Umgebung gibt. Sie kann in ein teilzerstörtes anderes Silo eindringen und findet Überlebende. Gleichzeitig brechen in ihrem alten Silo Kämpfe aus, die ihr Eingreifen erfordern.

Die im Roman dicht beschriebene klaustrophobische Enge einer Silo-Existenz erinnert mitunter atmosphärisch an Dmitri Glukhovski's Roman „Metro 2033“. „Eine düstere, mitreißende Dystopie mit einem guten Mix aus bekannten und überraschenden Elementen“, meint die phantastik-couch.

Der Roman ist ein US-Beispiel dafür, dass Romane eines wenig bekannten Autors im Original als e-book erscheinen und große Erfolge feiern können, bevor sie gedruckt werden. Mittlerweile wurde die Geschichte zur Trilogie ausgebaut.

Mittwoch, 12. November 2014

Rue Royale

Vom britischen Duo Rue Royale kaufte ich zwar schon im letzten Jahr ein Album, beschloß aber, mir auch deren jüngstes, drittes Werk „Remedies Ahead“ (2013) zuzulegen. Ich finde, sie können sehr schöne Independent-Perlen machen. „Der Harmoniegesang des Ehepaars macht ... ganz schön was her“, meint auch rockzoom.



>Rue Royale live mit „Set Out to Discover“ von ihrem jüngstem Album, hochgeladen von TV Noir<

Im Kino – Am Sonntag bist du tot und andere Filme

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John Michael McDonagh, der schon mit The Guard (2011) einen ansehnlichen Irland-Film hinlegte, zeigt mit seinem neuen Film Am Sonntag bist du tot die düster-zynische Seite des irischen Volkes auf. Er handelt von einem Priester, der bei der Beichte von seinem Gegenüber eine Todesdrohung erhält. Zunächst geht das Leben aber weiter, und der Priester kümmert sich um seine anderen Problem- Schäfchen. Diese befinden sich durchweg auf Abwegen, gehen außerehelichem Sex nach, wollen sich umbringen und haben insbesondere dem Glauben an Gott den Rücken gekehrt.

Das relativ finstere Werk hat von den drei hier vorgestellten Filmen sicherlich verbal den größten Tiefgang und kann auch schauspielerisch sowie mit einigen schönen Irland-Küsten- Bildern punkten. Aus meiner Sicht ein ziemlich guter Film, aber rollingstone meint, dass „mit heiliger Einfalt über Familie, Gott, Schuld und Vergebung geschwafelt wird“.

Fatih Akin's Film The Cut war einer jener Filme, den ich als diesjähriger Armenien-Reisender sehen musste. Andererseits zählt Akin sowieso zu den großen deutschen Regietalenten, deren Filme meist lohnen.

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Am Beispiel einer Familie wird erzählt vom staatlich inszenierten Völkermord an einer christlichen Minderheit vor ziemlich genau 100 Jahren im Osmanischen Reich. Frauen und Männer treten getrennt einen Todesmarsch durch die kargen Landschaften der Ost-Türkei und Syriens an. Mord und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung, aber die meisten sterben an Entkräftung und Hunger.

Der Protagonist dieser Geschichte kann entkommen und erfährt, dass auch seine Töchter überlebt haben. Reden kann er jedoch nicht mehr, nachdem ein Dolch seinen Hals verletzte.

Seine Suche nach den Töchtern, die dennoch funktioniert, führt ihn bis nach Kuba und in die USA.

Aufwendig inszeniert und gedreht in vielen Ländern, kann der Regisseur zum Teil erschütternde Bilder finden, um das Drama zu illustrieren. In der dramaturgischen Umsetzung und Beschreibung der Charaktere kommt der Film allerdings nicht ganz so gut weg.

Sein unbeirrbar instinktsicheres Kino, das traumwandlerisch auf allen Fallstricken zu balancieren schien, kommt hier jedenfalls an ein Ende“, meint die sueddeutsche zu einigen von auch anderen Kritikern bemängelten filmtechnisch konstruierten Verknüpfungen.

Ungeachtet dessen ist es ein interessanter Film, der auch an Antonia Arslan's Roman „Das Haus der Lerchen“ (2004) erinnert.

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Jemaine Clement & Taika Waititi inszenierten den Vampirfilm 5 Zimmer Küche Sarg. Dieser behandelt das alltägliche Leben in einer Vampir-WG, in der es typisch chaotisch zugeht und nach einer Mahlzeit nicht immer die (blutbespritzte) Küche gesäubert wird. Erzählt wird auch, wie man sich so kennen gelernt hat und wie man an neue Mahlzeiten kommt.

Geniale Idee, aber wegen der schwächelnden dramaturgischen Umsetzung und eher mittelmäßigen Schauspielerleistungen plätscherte der Film ohne große Höhepunkte so dahin.

Fictionbox meint jedoch, dass es eine „wunderbare, köstliche und ungemein unterhaltsame Komödie“ sei. Nun ja, vielleicht liegt es daran, dass ich auf Satiren im Allgemeinen nicht so stehe.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Am Sonntag bist du tot: ja, vielleicht.
The Cut: ja, vielleicht.
5 Zimmer Küche Sarg: ist eher unwahrscheinlich.

Gefangen in Köln 2.0

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Der letzte Mentsch
... hört sich für mich etwas schwer verdaulich...
Treibgut - Mo, 24. Nov, 00:00
Da hast du sicherlich...
sowohl, was die Bauwerke betrifft, als auch die Einschätzung...
schlafmuetze - So, 23. Nov, 22:11
Hallo :-)
Von "Am Sonntag bist du tot" war ich auch enttäuscht....
schlafmuetze - So, 23. Nov, 21:07
Hallo Treibgut :-)
Das Labyrinth des Schweigens habe ich mir auch angesehen....
schlafmuetze - So, 23. Nov, 20:48

... fehlen noch 4. Zu mehr hatte ich gerade keine Zeit,...
Treibgut - So, 23. Nov, 17:29
2 Fenster
Das ist ja nicht gerade viel :-)
libris - So, 23. Nov, 13:17
Auf der anderen Seite
.... zeigen die Bilder aber auch, dass die meisten...
Treibgut - Fr, 21. Nov, 20:49
Hallo Treibgut :-)
Sehr schöne Photos und ein interessanter Bericht....
schlafmuetze - Mi, 19. Nov, 21:22

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Maze Runner


Plötzlich Gigolo


Höhere Gewalt


Im Labyrinth des Schweigens


Mr Turner


Dracula Untold


Am Sonntag bist du tot


5 Zimmer Küche Sarg


The Cut


Choices (Kulturzeitschrift)


The Salvation


Jack


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Sin City: A Dame to Kill for


Offene Türen, offene Fenster


World's End


Can A Song Save Your Life


A Most Wanted Man


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GR-Titelthema: Multi- und Translokalität


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WWF-Magazin: Krise im Kongo - Bonobos im Kreuzfeuer


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Das Jahr der Flut


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