Mittwoch, 12. April 2017

Im Kino – Ghost in the Shell und andere Filme

Rupert Sanders' Film Ghost in the Shell ist stilistisch ein typischer Cyber-Punk-Streifen. Das verwundert auch weiter nicht, stammt doch das Original-Manga aus dem Jahr 1989.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine junge Frau (Scarlett Johansson), genauer gesagt ein Cyborg, ein menschliches Gehirn in mechanisch konstruiertem sehr leistungsfähigen Frauenkörper. Sie wird gegen Cyber-Kriminelle eingesetzt, die ihrer Firma zusetzen.

Doch nach und nach wird ihr klar, dass ihre Erinnerungen gefälscht sind und die Gegner möglicherweise ihre Freunde sind, während die Firma eine falsche Spiel inszeniert hat.

Der Film kommt in hervorragendem Look daher, vielleicht etwas zu bombastisch. Die Szenerien sind exquisit, zumal sie zum Teil im nebulösen Cyberspace spielen. Gewalttätige Auseinandersetzungen sind zahlreich.

Wenn der Film dennoch keine sehr guten Kritiken einsammeln konnte, liegt es vor allem daran, dass dem Original-Manga deutlich mehr Tiefgang attestiert wird, während dieser „Film, der wunderbare Schauwerte hat und viel Action mitbringt, ... letztendlich doch nur auf Thriller und Actionelemente reduziert wird“, so kino-zeit.

Daniél Espinosa's Film Life ist hingegen ein typischen Raumschiff-Science-Fiction. Innen 6 Leute Besatzung, die einen Satelliten bergen kann, der mit Bodenproben vom Mars zurück kommt. Sie finden Leben in der Probe. Das Wesen wächst, entwickelt langsam eine tintenfisch-ähnliche Gestalt.Und dann kann es entkommen und macht fortan Jagd auf die Besatzung.

Der atmosphärisch ziemlich düster-bedrohliche Film kann „Alien“ nicht verleugnen, kommt aber gänzlich ohne gigersche Requisiten und Artefakte aus. Das macht ihn deshalb vielleicht aber auch visuell weniger spektakulär, zumal das „Raumschiff“ ISS auch nicht so spannend ist – nur eine realistische Raumschiff-Gegenwart eben.

Auch bei diesem Film war die Kritik etwas verhalten. Es gibt eben nicht viel Neues. Dass draußen Ungeheuer lauern, wissen wir doch schon längst.

Das Blut spritzt, die Knochen brechen, es wird am laufenden Band geflucht. Alles in allem stimmt die Mischung“, meint warp.robots-and-dragons.

Christian Zübert's Film Lommbock als Fortsetzung des mir nicht bekannten Films „Lammbock“ (2001) handelt von zwei alten Freunden (Lucas Gregorowicz, Moritz Bleibtreu), die sich mal in Würzburg wieder sehen und vorzugsweise ihre freie Zeit mit guten Joints und Herumquatschen verbringen wollen. Der eine Typ arbeitet in Dubai und steht kurz vor der Heirat, der andere in Würzburg steht eher kurz vor der Scheidung, und dessen Sohn macht auch noch Ärger, weil er ebenfalls mit Haschisch dealt und keinen Bock auf Praktikum und Abitur hat.

Das ist kurzweilig anzusehen, aber typisch deutsch ohne glaubwürdige Story und Tiefgang inszeniert; dennoch sind mir die beiden Hautdarsteller schon durchaus sympathisch. Die schwaebische bemerkt zurecht wohlwollend, dass „die malerische Universitätsstadt am Main als Filmkulisse weniger bekanntes Terrain“ sei.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Ghost in the Shell: ja, vielleicht.
Life: ist nicht gänzlich auszuschließen.
Lommbock: tendenziell eher nicht.

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