
Danièle Thompson's Film “Affären à la Carte” erzählt von einem privaten Essen in Paris, das eine erfolgreiche Scheidungsanwältin und ihr Mann mit einigen weiteren Pärchen veranstaltet - und von der Zeit danach bis zum nächsten Essen in einem Jahr, das aber auf Grund der Ereignisse kurzfristig abgesagt wird. Es ist also mehr oder weniger ein Small-Talk-Film, in dem man erfahrt, was die Leute voneinander und von den anderen halten (was aber natürlich überwiegend nicht am Tisch ausgesprochen wird) und was sie sonst so tun bzw. was für Probleme sie haben und mit wem sie eine Affäre anfangen.
Der Regisseurin, die hierzulande auch schon vor 3 Jahren mit dem Film “Ein perfekter Platz” glänzen konnte, gelingt es auch diesmal, die miteinander verbundenen Alltagsgeschichten mit einem hervorragenden SchauspielerInnen- Ensemble sehr natürlich wirkend, lebendig und spannend zu inszenieren. Im Ergebnis ist auch dieser Film ziemlich gut - mehr könnt ihr z.B. bei filmstarts nachlesen.

Marco Bechis' Film “Birdwatchers - Das Land der roten Menschen” handelt - exemplarisch an Hand einer kleinen Sippe fiktiv, aber sehr realistisch wirkend dargestellt - vom Verschwinden des Regenwaldes und der brasilianischen Ureinwohner, deren Ausbeutung und Entrechtung. Man solle nicht glauben, dass der Film jetzt überwiegend traurig wäre, nein, er ist mitunter sogar witzig, macht aber auch etwas sprachlos, weil sich hier zwei Kulturkreise absolut fremd gegenüber stehen, obwohl sie schon jahrelang nebeneinander leben. Mitunter wirkt das wie ein Erstkontakt, weniger zwischen Kulturen, eher mehr zwischen konkreten Personen, die noch nichts miteinander zu tun hatten.
Der Film spielt weitgehend an einer Straße - Straße, Straßenrand, Acker, Galeriewald, Fluß. Nach zwei Selbstmorden verlässt eine Gruppe Ureinwohner, hier von Guarani-Kaiowá gespielt, ihr Reservat und zieht zu einem Ort an der Straße, wo früher ihre Ahnen einen Platz verehrten, der heute Ackerland ist. Um sich mit Wasser oder Wild zu versorgen, müssen sie über das Feld zum Fluß. Und um dies zu verhindern, stellt der Großgrundbesitzer einen Wohnwagen mit Wachtposten auf das Feld.
Doch das funktioniert so nicht, denn der Wachtposten darf nicht schiessen, so dass sich eine “Handelsbeziehung” zwischen den Indios und dem Wachtposten entwickelt. Es entwickeln sich auch noch andere Beziehungen, etwa zum neugierigen Töchterchen des Großgrundbesitzers, das mit dem Mofa aufkreuzt oder im Fluß baden will. Doch das Problem für die Indios ist die Ernährung, denn im Waldstreifen gibt es schon längst nicht mehr genug Wild. Die Indios schiessen also ein Rind, müssen aber auch schlecht bezahlte Jobs auf den umliegenden Plantagen annehmen, um zu Geld zu kommen. Schliesslich eskaliert der Konflikt und wird auf “südamerikanische Art” gelöst.
Auch dies ist ein ziemlich guter Film und der beste Spielfilm dieser Art, den ich zu dieser Problematik in Südamerika kenne. Mehr könnt ihr z.B. bei critic nachlesen.
Treibgut - Sa, 25. Jul, 01:16 - Rubrik: Movies