Alte Filme (DVD 13/09)

John Ford's Western “Faustrecht der Prärie” (1946) schildert den Kampf altbekannter Persönlichkeiten (Wyatt Earp, Doc Holliday) gegen eine verbrecherische Rinderhalter-Familie in Tombstone. Wie man der ausführlichen Würdigung bei wikipedia entnehmen kann, gilt dieser Western als Klassiker. Gleichwohl, fand ich, hat die Zeit ihre Spuren im Film hinterlassen. Die Dramaturgie und das technisches Können der damaligen Zeit sind im Vergleich zu späteren Western noch recht unterentwickelt und die Schwarz-Weiss- Bildqualität auf dieser DVD ist nur mittelmäßig.

John Huston's Film “Der Seemann und die Nonne” (1957) ist eher seichterer 50er-Jahre Kitsch. Er spielt 1944 auf einer kleinen Insel im Süd-Pazifik. Ein Seemann (Robert Mitchum) strandet hier, trifft als einzige verbliebene Person noch eine schöne Nonne (Deborah Kerr) an. Sie verstecken sich in einer Höhle, als die Japaner die Insel besetzen, kommen sich näher. Und der Mann schleicht sich häufiger ins Lager, um Lebensmittel zu entwenden. Als die Amerikaner die Insel bombardieren und stürmen, trennen sich ihre Wege wieder. Auch die Qualität der DVD ist in ihrer Bildschärfe eher untere Mittelklasse. Mehr über den Film könnt ihr z.B. bei wikipedia nachlesen.

Ein weit höheres Niveau erreicht Fred Zinnemann's zweieinhalb stündiges Epos “Die Geschichte einer Nonne” (1959), das um 1914 in Belgien und im Kongo spielt - ein Film, der mir gut gefallen hat und den ich vermutlich noch nie gesehen habe. Ich kann mich nicht an einen anderen Spielfilm erinnern, der so faszinierende Bilder von den vermutlich heute zumindestens in Europa vergangenene Riten und Tagesabläufen in einem Nonnenkloster bringt. Allein schon die große Anzahl der Nonnen, die hier im Kloster vorgeführt werden und ihr häufig jugendliches Alter, dürfte heute der Vergangenheit angehören.
Audrey Hepburn als Nonne ist sowieso toll anzusehen und spielt ihre Rolle sehr ernsthaft. Als Tochter eines angesehenen Arztes will sie als Krankenschwester in den Kongo und schafft es schliesslich nach diversen Prüfungen auch. Im Kongo erwarten uns wieder ansprechende Bilder mit zahlreichen schwarzen Komparsen. Vielleicht ist dieser Part in Anbetracht der zahlreichen Greueltaten der Belgier dort zur damaligen Zeit zu positiv dargestellt, aber gut, sie müssen auch nicht im Umfeld der Krankenstation stattgefunden haben. Andere medizinische Probleme (Malaria, TBC, Lepra, Geburten, Hygiene) werden ausreichend angesprochen.
Die Nonne muss schliesslich nach Belgien zurück kehren, und als ihr Vater von den Deutschen im ausbrechenden 1. Weltkrieg getötet wird, tritt sie aus dem Kloster aus. Im sirenafilm.blog könnt ihr euch den Trailer zum Film, der für viele Oscars nominiert war, ansehen.







