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Samstag, 11. Juli 2009

Movie Bizarre (DVD 12/09)

Die drei nachfolgend beschriebenen bizarren Filme haben zweifellos alle etwas mit Wahnvorstellungen zu tun. Meines Wissens nach hat es keiner von denen hierzulande ins reguläre Kinoprogramm geschafft. Ich bin teilweise einfach von Wahnsinn umgeben, weshalb es nicht verwundern sollte, wenn mich so etwas auf filmischer Ebene mitunter interessiert.

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Der spanische Gespensterfilm “Sie sind unter uns” (2002) von Norberto Lopez Amado nimmt sich den spurlos Verschwundenen an. Ein Polizist, der beauftragt wird, einen verschwundenen Mann zu finden, stösst auf ein Archiv eines anderen Polizisten, das Hunderte Fälle von Verschwundenen enthält. Doch dieser Polizist ist im Irrenhaus und gibt keine verständlichen Auskünfte. Gleichzeitig gibt es dunkle Erinnerungen aus der Kindheit des nachforschenden Polizisten selbst, als seine Schwester verschwand und ein merkwürdiges Verhalten seiner eigenen Kinder.

Mit wem sprechen die Kinder manchmal? Er entdeckt, dass die Geister der Verschwundenen unter den Lebenden wandeln, sich manchmal in den Spiegeln zeigen und eine Bedrohung darstellen.

Dieser merkwürdige, wahrscheinlich nicht immer logische Film besticht durch eine über lange Zeit aufrecht erhaltene unheimliche Atmosphäre. Ich fand ihn deshalb ganz gut, aber das Ende wirkt überhastet und überladen inszeniert. Eine gute Kritik könnt ihr bei x-zine nachlesen.

Auch der unter der Regie von Jeff Renfroe & Marteinn Thorsson entstandene Film “One Point Zero” (2004) gehört zur mehr “bizarren” Art. Irgendwo zwischen Cyberpunk und Phantastik angesiedelt, handelt er von Paranoia. Gedreht in einer Ruine stalinistischer Bauart in Bukarest, erinnerte mich das Ambiente und die Farben irgendwie an den Film “Delicatessen”.

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Der Film handelt von einem Typ, der in diesem Gebäude am Computer irgendeinen Code für einen ominösen Auftraggeber entschlüsseln soll, von leeren Paketen, die er immer in seiner Wohnung findet, ohne dass die Überwachungscameras des Hausmeisters irgendetwas aufzeichnen, seine seltsame Lust auf eine bestimmte Milchsorte, von merkwürdigen, alleinstehenden Nachbarn mit sonderbaren Hobbies, die nacheinander eines unnatürlichen Todes sterben, von nanotechnischen Viren und Computerviren.

Nicht schlecht, und auch der avantgardistische Industrial-Soundtrack kann überzeugen. Mehr zum Film könnt ihr z.B. bei wicked-vision nachlesen.

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János Szász' Film “Opium - Tagebuch einer Verrückten” (2007) basiert auf Tagebuchaufzeichnungen des ungarischen Arztes Geza Csath und spielt 1913 in einer ungarischen “Irrenanstalt”. Ein drogenabhängiger Arzt baut hier eine Beziehung zu einer von Wahnvorstellungen heimgesuchten Patientin auf, die nebenbei in ihrem Wahn Tagebücher und Wände voll kritzelt. Der über weite Strecken ruhige, um nicht zu sagen etwas langweilig inszenierte Film, führt zahlreiche bizarre und mittelaterlich anmutende Behandlungsmethoden und -instrumente vor und hat ein paar Sexszenen, aber die Story hat insgesamt zu wenig Tiefgang.

Da die Patientin wünscht, der Arzt möge ihr das Gehirn heraus operieren, führt dieser am Ende eine Lobotomie durch - worauf auch das Filmcover hinweist. Das Problem hier ist aber, dass diese Behandlungsmethode nach wikipedia erst 1936 erstmals an Menschen erprobt wurde, was erhebliche Zweifel an der Qualität der historischen Recherche des Filmteams aufkommen lässt. Mehr über den Film könnt ihr z.B. bei heavyworldonline nachlesen.

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