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Montag, 15. Juni 2009

Im Kino (15/09)

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Christos Georgiou's Film “Kleine Verbrechen” spielt auf einer kleinen griechischen Insel, auf der ein junger Polizist so langsam zu versauern droht, weil nichts geschieht. Als eines Tages ein Einwohner tot am Fuß einer Klippe aufgefunden wird, wittert der Polizist ein Verbrechen. Er wird dann noch von einer schönen Griechin unterstützt, mit der er anbändelt. Die Verdachtsmomente lösen sich in Wohlgefallen auf.

Nun ja, dieser Film läutet nun wahrscheinlich endgültig das Sommerloch ein.

Ausser ein paar schönen Landschaftsaufnahmen und oft mehr oder weniger holprig bis tollpatschig wirkenden Szenen gibt's meiner Meinung nach hier wenig zu sehen - und echten Tiefgang entwickeln die Inselbeziehungen auch nicht gerade. Mehr über den Film könnt ihr z.B. bei critic nachlesen.

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Claire Denis' Film “35 Rum” handelt von einigen Hausbewohnern in Paris und deren unspektakulärem Leben, wobei das in einer Vater-Tochter- Wohnung im Mittelpunkt steht. Man erfährt viel darüber, wie es dort - vorzugsweise in der Küche - zugeht. Der Vater ist Zugführer bei der Metro und so sieht man auch viele Gleisanlagen im Film. Man lebt mehr oder weniger gemütlich oder trostlos vor sich hin, trifft sich mitunter mit den anderen zu ein paar Bier oder Rum in einer Gaststätte.

Die alte Katze eines Mitbewohners stirbt, er findet sie tot auf dem Teppich liegen, hebt sie auf und steckt sie direkt mit dem Katzenspielzeug in eine Mülltüte. Tot ist tot, was soll man sich da noch mehr Gedanken drum machen, sagt der Protagonist - es ist vermutlich eine der unkonventionellsten Katzenszenen der Filmgeschichte.

Kein schlechter Film, aber auch kein Highlight. Mehr könnt ihr z.B. bei critic nachlesen.

Filme (DVD 10/09)

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Patrice Chereau's fast 3-stündiger Film “Die Bartholomäusnacht” (1994) gilt als ein französisches Meisterwerk, jedoch war ich selbst schon damals im Kino nicht so davon überzeugt. Ich habe das jetzt noch mal überprüft, weil die DVD sehr günstig zu haben ist, kam aber erwartungsgemäß zu keinem anderen Ergebnis. Der Film ist ein bombastisches dekadentes Sittengemälde der Zustände am französischen Hof um 1576 und wie das DVD-Cover schon verrät, ist er ziemlich blutig, Massaker, Gelage, Intrigen und Morde sind an der Tagesordnung.

Mitunter agieren die SchauspielerInnen zu hölzern, Dialoge wirken manchmal wie auswendig gelernt, sympathische Charaktere sind Mangelware. Beeindruckend sind die Szenen von den vielen Toten, die nach dem Massaker in den Gassen und Häusern liegen, interessant ist auch die Wildschweinjagd, bei der das Wildschwein auf das Pferd des Königs zuläuft, dieses sich auf die Hinterbeine stellt und dann den herunterstürzenden König unter sich begräbt - und das Wildschwein verbeisst sich dann noch in einen Stiefel des Königs. Isabelle Adjani ist natürlich auch eine Augenweide. Mehr über den Film könnt ihr z.B. bei wikipedia nachlesen.

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James Cameron's Liebes- und Untergangsepos “Titanic” (1997) wollte ich ja schon Weihnachten gucken, aber bei über 3 Stunden Film zögerte ich, zumal ich nicht mehr so sicher war, ob er wirklich gut ist. Ich habe ihn dann diesmal auf Englisch mit Untertiteln geguckt. Aber doch, gut ist er, sieht man mal von einigen eher überflüssigen Actionszenen im sinkenden Schiff und ein paar zu langen pathetischen Szenen gegen Ende des Films ab. Die ersten zwei Drittel des Film bis zur Kollision mit dem Eisberg sind aber in ihren Schilderungen der gesellschaftlichen Konventionen, der Zwei-Klassen-Gesellschaft an Bord und auch hinsichtlich Ausstattung und gezeigter Schiffstechnik (Kohlenkessel u.a.) herausragend.

In diesem Film stimmt Vieles bis hin zur Filmmusik und zuckersüßen Liebesstory, die kein Happy End hat. Und das Ende des Films, als die alte Frau, nachdem sie ihre Geschichte erzählt hat, den großen blauen Diamanten einfach ins Meer fallen lässt, gefiel mir schon damals im Kino.

Mehr zum Film könnt ihr selbstverständlich z.B. bei wikipedia nachlesen. Und ich finde, es wird Zeit, dass sie den Untergang des Schwesternschiffs Britannic gut zwei Jahre später (1916) im Mittelmeer verfilmen. Dort zerschlugen die sich noch drehenden Schiffschrauben des sinkenden Dampfers einige Rettungsboote - wenn sich das nicht zu verfilmen lohnt, was dann? Oder doch lieber den Untergang der Carpathia (welche die Schiffsbrüchigen der Titanic aufnahm)?

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Rachid Bouchareb's Kriegsfilm “Tage des Ruhms” (2006), der in Frankreich sehr erfolgreich war, aber hierzulande vermutlich gar nicht in die Kinos kam, erzählt von einem Haufen Algeriern (Berbern), die für die Kolonialmacht Frankreich 1943 in den 2. Weltkrieg ziehen. Der Film spielt in Italien, der Provence, den Vogesen und zuletzt im Elsass, wo die schon stark dezimierte Truppe in einem kleinen, an einem Fluss gelegenen Industriedorf ihr Armageddon erlebt, als eine zahlenmäßig und waffentechnisch überlegene deutsche Einheit anrückt - nur einer überlebt.

Im Mittelpunkt des Films stehen oft die Reibereien untereinander und der Rassismus der Franzosen, für die Berber nur “Heizmaterial” sind, das an vorderster Front anzutreten hat, weder Anspruch auf Beförderung noch auf die Ration Tomaten hat, die den französischen Soldaten zugeteilt wird. Insgesamt ist es insbesondere wegen der anderen, algerischen Perspektive ein sehenswerter Kriegsfilm. Mehr könnt ihr z.B. bei evolver nachlesen.

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