Wieder Filme gesehen (DVD 34/08)
Selten, aber manchmal erscheint ja doch noch ein guter alter Film neu auf DVD. So gibt's neuerdings Alan Rudolph's “Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis” (1994). Der Film handelt Episoden aus dem Leben der amerikanischen Schriftstellerin, Theater- und Literaturkritikerin Dorothee Parker (1893 - 1967) ab und spielt ganz überwiegend in den 1920er und -30er Jahren.

Man kann den Film als Sittengemälde gesellschaftlichen Umgangs in einem Zirkel von Zeitungsredakteuren, Literaten und Künstlern sehen, die sich abends immer in einem noblen Hotel treffen, essen, quatschen, diskutieren, spielen und nicht zu knapp dem Alkohol zugetan sind. Mrs. Parker, hübsch und meist eher düster gelaunt, vernascht über die Jahre den einen oder anderen Teilnehmer des Zirkels, ist meist unglücklich verliebt, depressiv und selbst dem Alkohol zugetan. Sie wird sehr überzeugend von Jennifer Jason Leigh gespielt. Mehr zum Film könnt ihr z.B. bei wikipedia nachlesen.
Wim Wenders' Kuba-Film “Buena Vista Social Club” (1999) gefällt mir auch noch heute. Das kann nicht an der kubanischen bzw. karibischen im Allgemeinen Musik liegen, denn die eher freudigen Klangfarben und Rhythmen sagen mir nicht besonders zu. Vermutlich gefällt mir die Art und Weise, wie Musik-Archäologie hier betrieben wird, die Suche nach alten vergessenen Musiker-Legenden, wie sie spielen und wie sie in Havanna leben.
Der Film zeigt viel von Havanna, koloniale Gebäude, untouristische Nebenstraßen, bröckelige dem Zerfall preisgegebene Häuserzeilen, uralte Autos, die nur noch vom Lack zusammengehalten werden und natürlich die Einwohner.
Wim Wenders und Ry Cooder haben hier zweifellos viel für die Musikkultur Kubas getan, die Platte wurde ja auch millionenfach verkauft und sehr bekannt. Und wie man bei laut nachlesen kann, sind diverse Größen, die hier spielen, inzwischen auch verstorben.
Spike Jonze's Film “Being John Malkovich” (1999) ist eindeutig der Phantastik zuzurechnen, ohne sich der für diese Filmgattung typischen Klischees, Handlungsabläufe und unheimlichen Stimmungen zu bedienen. Es ist schon deshalb ein aussergewöhnlicher Film.

Der Film fängt schon sehr skurril an, mit einem Puppenspieler (John Cusack), der zusammen mit Freundin, einem Schimpansen und einem sprechenden Papagei in einer Wohnung haust, sich dann nach einen anderen Job umsieht und in einem Wolkenkratzer bei einer Firma in einem Stockwerk vorspricht, wo die Decken nur 1, 50 m hoch sind und alle gebückt rumlaufen. Später fällt ihm eine Akte hinter einen Schrank und als er diesen wegrückt, entdeckt eine Tür, die sich zu einem Höhlengang öffnet. Er kriecht hinein und wird dann in das Gehirn von John Malkovich transportiert, sieht 15 Minuten durch dessen Augen und wird dann an einem Highway in der Stadt ausgespuckt.
Später versuchen er und eine andere Angestellte (Catherine Keener), diesen Gang zu vermarkten, gleichzeitig wird John Malkovich, der dahinter kommt, übernommen und vom Protagonisten gesteuert. In der zweiten Hälfte verliert der preisgekrönte Film meines Erachtens an Niveau, kommt nicht mehr so überzeugend rüber - gut ist er dennoch. Mehr könnt ihr z.B. bei wikipedia nachlesen.







