Samstag, 20. Dezember 2008

Wieder Filme gesehen (DVD 33/08)

Filme gucken, funktioniert ja bisweilen noch recht gut bei Krankheit - jedenfalls, wenn der Höhepunkt überschritten ist.

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Nach einem Roman von Stephen King verfilmte Brian de Palma 1976 “Carrie” - hier haben wir es mit einem bedeutsamen Klassiker des Phantastischen Films zu tun. Ich sah ihn damals schon im Kino und sicher inzwischen auch mal im TV, aber es ist schon lange her gewesen, so dass die DVD mal fällig wurde.

Es wird hier eine bemerkenswert perfide Geschichte brilliant in Szene gesetzt, die sicher noch wirkungsvoller ist, wenn man die Handlung vorher gar nicht kennt.

Es geht im Film um Mobbing im Schulmilieu, Menstruation, religösen Wahn, Telekinese und Rache. Erzählt wird von einem gemobbten Mädchen (Sissy Spacek), der Reaktion der Schulleitung auf bestimmte Vorfälle, die darauf folgende Rache der Mitschülerinnen an dem Mädchen auf dem Abschlussball mittels Schweineblut und der Rache des hier gedemütigten Mädchens, der fast alle zum Opfer fallen.

Beim sf-radio gibt es eine sehr lange Filmkritik. U.a. wird hier erwähnt, dass die Szene, in der Carrie aus dem Grab heraus nach dem Unterschenkel einer Mitschülerin greift, “einer der heftigsten Schreckmomente der Filmgeschichte” sei. Heute ist diese Schlusssequenz immer noch erschreckend, einfach weil man mit ihr nicht rechnet, denn es gibt keinen einzigen anderen Schockmoment in diesem Film - aber heute, über 30 Jahre später, gibt es so viele Schockmomente in jüngeren Filmen, dass er auch nichts Besonderes mehr ist.

Den Schluss des Films fand ich dennoch nicht so gelungen. Ich finde, er hätte mit der telekinetisch mit Messern in den Türangeln der Küche gekreuzigten religösen Mutter des Mädchens enden sollen. Dennoch, es ist immer noch ein guter Film, den man sich gelegentlich immer wieder mal angucken kann - weniger wegen der Story an sich, mehr auf Grund der Art der Inszenierung und Cameraführung.

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Nach “Antonias Welt” (1995) schaffte es mit Mike van Diem's zeitgeschichtlichem Epos “Karakter” (1997) ein weiterer niederländischer Film erneut, einen Oskar für den besten fremdsprachigen Film zu holen. Auch dies ist ein toller Film, der in den 1920er- und -30er Jahren in Rotterdam spielt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine krankhafte Vater-Sohn- Beziehung - ein Vater, der seinen Sohn finanziell zu zerstören sucht und ein Sohn, der sich trotz aller Widrigkeiten in einem großen Anwaltsbüro hocharbeiten kann.

Der Vater ist Gerichtsvollzieher, Hausbesitzer und Bankdirektor in einem. Der Film enthält beeindruckende Szenen von den damaligen Lebensverhältnissen, willkürlichen, unter dem Schutzmantel des Gesetzes durchgeführten Zwangsräumungen von Häusern, Protestzügen von Menschen und beeindruckend rekonstruierte Bilder über das Arbeiten in einer großen ehrwürdigen Anwaltskanzlei. Mehr zum Film könnt ihr z.B. bei schnitt nachlesen.

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István Szabó's fast 3-stündiges geschichtsträchtiges Epos “Sunshine - Ein Hauch von Sonnenschein” (1999) rollt die ungarische Geschichte am Beispiel der jüdischen Familie “Sonnenschein” von irgendwann im 19. Jahrhundert bis in die Zeit nach den Fall des Sozialismus auf. Ein ziemlich düsteres Werk ist das. Es beginnt mit der Explosion der Kräuterschnaps-Destillerie irgendeines Großvaters, dann dem Wiederaufbau und der großangelegten Produktion des Schnapses, der der Familie zu Wohlstand verhilft.

Weiter geht es durch die Zeitgeschichte mit der Karriere der Söhne und ihren Liebschaften. Einer wird Richter im deutsch-ungarischen Kaiserreich, muss auf Grund des aufkommenden Antisemitismus seinen Namen ändern, um beruflich voranzukommen, ein anderer später wird Fechter und siegt bei der Olypiade 1936 in Berlin. Nützt alles nichts, er wird später in einem Lager auf grausame Weise zu Tode “gebracht”.

Nach dem Ende des 3. Reiches und dem Sieg der Stalinisten wird dem Anwesen der Familie zahlreichen Wohnungslose zugewiesen, ein anderer Bruder des oben Getöteten gerät in die Mühlen stalinistischer Säuberungspraktiken.

Der Film wird immer wieder von historischen Aufnahmen aus der damaligen Zeit unterfüttert.

Gut, aber auch düster und anstrengend ist dieser Film. Mehr könnt ihr z.B. bei schnitt nachlesen.

Disgrace

Dunkler, poetischer Wave, der ziemlich nervt und der Frontfrau ein zu großes Spektrum bietet”, meint unter anderem vorteilswelt zum Debut-Album “Disgrace” der jungen britischen Band “KarmaDeva”. Ich finde diesen 80er-Jahre Sound nicht schlecht.



>KarmaDeva - "Disgrace", offizielles Band-Video<

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