Für gemütliche dunkle Winterstunden (DVD 30/08)

Tim Burton's herausragendes Dark-Fantasy-Epos “Sleepy Hollow” (1999), das nach einer inhaltlich eher wenig spektakulären Geschichte von Washington Irving entstand, kennt wohl fast jeder, der ein Faible für düstere Stimmungen, Hexerei, Gothik, Gespenster, Vampire und Ähnlichem hat.
Die Geschichte spielt 1799 in einem Kaff nördlich von New York. Das Gericht schickt einen Ermittler dorthin, um drei Morde aufzuklären. In einer Kutsche reist dieser durch die nebligen, verwunschen wirkenden Wälder mit ihren alten Bäumen.
Drei Menschen wurden geköpft, die Köpfe blieben verschwunden. Im Ort erzählt man sich die Geschichte von einem toten Hessen, einem wilden Kämpfer mit zugespitzten Zähnen auf einem mächtigen schwarzen Ross, der unweit des Ortes dann aber doch seinen Tod fand und nun wiederauferstanden ist, um Rache zu nehmen. Der Ermittler muss erkennen, dass die Einwohner des Ortes mit seinen grauen maroden Gebäuden keine Hinterwäldler sind und die Geschichte kein Märchen ist.
Damals im Kino war ich tief beeindruckt von den vielen Köpfen, die hier abgeschlagen werden und “munter” in die Gegend purzeln. Die FSK hatte dennoch anscheinend keine Probleme, den Film ab 16 freizugeben und auch die DVD ist unberührt. Naja, große Filme wie “Der Herr der Ringe” oder dieser hier, bekommen eben einen visuellen “Brutalitätsbonus” - obwohl, brutal ist der Film genaugenommen auch nicht, die Opfer sterben einen schnellen Tod. Mehr zum Film könnt ihr z.B. bei mannbeisstfilm nachlesen - ein Kultfilm, auch wenn mich die opulente Musik diesmal etwas störte.

Nach einem Bestseller-Roman von David Guterson schuf Scott Hicks 1999 das ambitionierte und überwiegend düster-melancholische Werk “Schnee der auf Zedern fällt”. Die Rahmenhandlung des Films bildet ein Mordprozess, der Anfang der 1950er Jahre in einem abgelegenen Ort im äussersten Nordwesten der USA gegen einen Japaner geführt wird.
Der Prozess wird im Film immer wieder durch kürzere oder längere ineinander übergehende Episoden unterbrochen, die bis in die 1930er-Jahre zurückreichen und hierbei sowohl die traurige “verbotene” Liebesgeschichte zwischen einem amerikanischen Jungen und einer jungen Japanerin als auch die Geschehnisse um die japanische Gemeinde nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour beleuchten.
Der Prozess findet im Winter statt. Verschneite Berge, Nadelwälder und Straßen, ein stürmisches Meer und fallender Schnee sowie der oft episch-düstere Soundtrack tragen zur dunklen Stimmung im Film bei. Das Liebesnest der beiden Verliebten befindet sich in einer Baumhöhle, am Fusse einer alten Zeder im Wald nahe der rauen Küste. Doch die Japaner und mit ihnen auch das Mädchen werden interniert, in große bewachte Lager abtransportiert, der junge Mann muss in den Krieg, die Liebe zerbricht.
Der Film gefiel mir vermutlich diesmal noch besser als damals im Kino - passt perfekt zum Winter. Mehr zum Film könnt ihr z.B. bei schnitt nachlesen. Und ja, vermutlich sollte ich mal das Buch lesen.

Die Liebesgeschichte “Die Frau auf der Brücke” (1999) von Patrice Leconte kommt etwas sperrig, düster und melancholisch daher - auch, weil der Film in schwarzweiss gedreht ist. Er handelt von einem Messerwerfer (Daniel Auteuil), der gelegentlich eine neue Zielscheibe braucht (weil er mitunter bedauerlicherweise das Model trifft). Dafür geht er gerne auf Brücken spazieren, um eventuell junge Frauen dort zu treffen, die sich umbringen wollen. Er rettet sie und überzeugt sie davon, die ideale Zielscheibe zu sein.
Mit einem auf diese Weise engagiertem Model (Vanessa Paradis) zieht der Messerwerfer dann quer durch Europa, gastiert beim Zirkus oder auf sonstigen Veranstaltungen, macht das schnelle Geld, während die Messer neben der Frau auf der Scheibe einschlagen. Die Frau verliebt sich in ihn, doch der Mann will nicht mit seiner Zielscheibe schlafen, so dass sie ihn verlässt. Dem Messerwerfer bringt das Unglück, auf einem Oceanliner fährt der geworfene Dolch einem neuen Model voll ins Bein, und schliesslich steht er in Instanbul selbst auf einer Brücke, um runterzuspringen.
Das ist immer noch ein guter und ungewöhnlicher Film, den ich damals schon im Kino sah. Mehr könnt ihr z.B. bei filmszene nachlesen.







